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Wien, Österreichische Nationalbibliothek, cvp 2507 (V) *)

Die Handschrift Wien 2507 (ehem. Philol. 401, olim 245: Kleinoktav, Pergament 13. Jh.; im 15. Jh. im Besitz des pfälzischen Hofjuristen Job Vener aus , der um 1400 in Bologna studiert hatte; seit dem frühen 16. Jhdt wohl im Besitz des Speyrer Domkapitels) Sammelhs. mit 123 Blättern..
Zum Inhalt weist Heimpel, der der Geschichte der früheren Besitzer der Hs., der Juristenfamilie Vener aus Schwäbisch Gmünd und Straßburg, nachgegangen ist, darauf hin, dass die in Bologna studierenden Vener sich trotz aktueller(er) Strömungen noch für die "ältere, dem 12. Jahrhundert angehörende Bologneser Schule der Ars dictandi" interessierten. Daraus resultiert wohl auch die Zusammenstellung der Sammelhandschrift mit entsprechenden (für den Zeitgenossen bereits historischen) Werken der
Ars dictandi:

f. 1r: Incipit ars dictandi: Introducendis in artem dictandi...;
f. 7v: Der sog. Lombardische Traktat:
Alius tractatus de dictamine: Epistola grecum nomen est...;
f. 27r: Lombardische Briefsammlung:
Incipiunt epistole quarumlibet personarum ad quaslibet personas: Prima epistola pape ...;
f. 64r: "Appendix" mit Exzerpt aus
Codex Udalrici: ..................;
f. 68r: ADTraktat Flores dictaminis: Qualiter verba venuste ponantur;
f. 85v: Alie pulcre posiciones magistri Heremanni.

Die o.a. "Appendix" ist (zusammen mit dem Schlußteil von Sammlungsbrief 80) auf 4 Blättern überliefert, [ die eine eigene Lage bilden. Das erste und/oder zweite Blatt dieses ursprünglichen Ternio oder gar Quaternio (wie der "Rest der Hs.) ist - früher oder später - ausgeschnitten worden, ebenso das ursprünglich zwischen ff. 66 und 67 befindliche Blatt, so dass diese Lage sich nur noch als Binio darstellt. Die auf f. 67v unten abrupt abbrechende Überlieferung lässt ohnehin vermuten, dass hier etwas verloren gegangen ist - wahrscheinlich ein ganzes Doppelblatt, das ursprünglich die äußeren Seiten der Lage bildete. ]

Schmale*) glaubt, in der Handschrift V verschiedene Kopiercharakteristika feststellen zu können; die Niederschrift der Lombardischen Briefsammlung bezeichnet er - zu Recht - als "außerordentlich sauber und mit ... sehr wenigen Fehlern". Man könnte darüber hinaus noch anmerken, dass der Schreiber (oder nachfolgende Miniator?) zwar mit nur bescheidenem Kunstsinn, aber doch mit einer gewissen Pfiffigkeit an seine Arbeit herangegangen ist. Dafür sprechen einzelne Initialen, die mit wenigen Federstrichen so "pointiert" wurden, dass sie charakteristische Textinhalte geradewegs zu karikieren scheinen: z.B. das "
D" (f. 27r), das mit zwei schönen großen Augen "garniert" wurde, um die Grußadresse "Amica ad amicum" zu illustrieren, oder das Diadem, das dem "Q" (f. 28v) als Initiale eines kaiserlichen Schreibens eingepasst wurde.

*)   In besonderer Weise habe ich - zumindest an dieser Stelle - meinem Doktorvater und Mentor an der Ruhr-Univerität Bochum, Herrn Professor em. Dr. Franz-Josef Schmale, zu danken, der mich auf die Lombardische Briefsammlung aufmerksam gemacht und mir zugleich seine erste Transkription aus der Wiener Handschrift überlassen hat.

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