campus - Ausgabe 4 - Dezember 2001 Preise

Forschungspreise für fünf Homburger Wissenschaftler

Mit Forschungspreisen in Höhe von insgesamt 50 000 Mark hat der Verein der Freunde der Universitätskliniken Homburg fünf Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet. Die Preisträger waren aufgrund des einstimmigen Votums des wissenschaftlichen Fachbeirates des Vereins ausgewählt worden, was in diesem Jahr besonders schwierig war: Die Zahl der Bewerbungen - allesamt Projekte auf hohem wissenschaftlichen Niveau - hatte sich gegenüber dem Vorjahr von elf auf 27 erhöht.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Diether Breitenbach, und Prof. Franz Carl Loch, Vorsitzender des Fachbeirates, überreichten im Sommer die Preise an:

  • Dr. Harald Kaul (Innere Medizin IV) für seine Untersuchung zur Hemmung von Mikroentzündungen bei der Dialysebehandlung
  • Dr. Andreas Limberger (Allgemeine, Abdominal- und Gefäßchirurgie) für eine Entwicklung zur Verbesserung der Echtzeitnavigation im OP der Allgemeinchirurgie durch Einsatz strukturierten Lichts
  • Dr. Werner Lindemann (Allgemeine, Abdominal- und Gefäßchirurgie) für seine Untersuchung der Tumorzerstörung durch die Perfusion mit bestimmten Stoffen
  • Dr. Markus Menges (Innere Medizin II) für seine Untersuchung über die Häufigkeit des kolorektalen Karzinoms in Abhängigkeit von familiären Einflussfaktoren
  • PD Dr. Jörg Reichrath (Dermatologische Klinik) für eine Untersuchung zu den Steuermechanismen des Melanoms.

v.l.: Dr. Werner Lindemann, Prof. Nikolaus Müller-Lantzsch, Dr. Andreas Limberger, Prof. Franz Carl Loch, Prof. Diether Breitenbach, Dr. Jörg Reichrath, Dr. Harald Kaul, Dr. Markus Menges.
Foto: UHK-Report

Den diesjährigen Jakobypreis erhielt Dr. Markus Menges: Das Homburger Unternehmerehepaar Christel und Karl Jakoby hatte statt Werbegeschenken an Geschäftspartner zum Jahreswechsel das Geld für die Forschung gespendet, und fördert so ein vielversprechendes Projekt zur Behandlung von Darmkrebs.


Theodor-Frerichs-Preis 2001

Privatdozent Dr. Georg Nickenig hat eine der bedeutendsten Wissenschaftsauszeichnungen Deutschlands erhalten: Der Oberarzt in der Inneren Medizin III der Homburger Uni-Klinik (Direktor Prof. Michael Böhm) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin mit dem Theodor-Frerichs-Preis 2001 ausgezeichnet.

Der mit 30000 Mark dotierte Preis, der für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Inneren Medizin vergeben wird, würdigt Nickenigs Forschung zur Entstehung des Herzinfarktes und des hohen Blutdrucks. Seine Erkenntnisse erlauben ein besseres Verständnis kardiovaskulärer Erkrankungen und bringen neue Behandlungsstrategien in Sicht.

Für seine Forschung auf dem Gebiet der Atherosklerose war Nickenig dieses Jahr bereits der Novartis-Preis der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Forschung verliehen worden.


Deutscher Hautkrebs-Preis

Anlässlich der Jahrestagung der Hautkrebs-Gesellschaft wurde Prof. Uwe Reinhold Ende September in Wien der Deutsche Hautkrebs-Preis verliehen.

Der Leitende Oberarzt der Universitäts-Hautklinik erhielt die mit 20000 Mark dotierte Auszeichnung für seine klinischen Forschungsarbeiten über neue diagnostische und prognostische Faktoren beim bösartigen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschungsarbeiten sind Tests zur Klärung der Frage, welche Chemotherapeutika bei Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom optimal wirken. Im Labor werden diese Tumorzellen auf ihre Chemoresistenz untersucht, um so die bestmögliche Therapie festzulegen. Unter Leitung von Prof. Reinhold wird zur Zeit in Homburg eine bundesweite Untersuchung zur gezielten Chemotherapie bei Melanom-Patienten mit Tochtergeschwulsten durchgeführt.

Der Hautkrebs-Preis wird von der Deutschen Hautkrebs-Stiftung mit finanzieller Unterstützung der Hautkrebs-Gesellschaft und der fördernden Industrie zur Verfügung gestellt.


Nils-Alwall-Preis 2001

Ende September wurde im Rahmen des Kongresses für Nephrologie in Münster der Nils-Alwall-Preis an Privatdozent Dr. Matthias Girndt verliehen. Mit dem renommierten Preis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie wurde der Oberarzt der Medizinischen Klinik IV für seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Risiko-Diagnostik bei Hämodialysepatienten ausgezeichnet.

Künstliche Nierenersatzverfahren können das Leben von Dialysepatienten für Jahre oder Jahrzehnte verlängern. Dennoch ist es nicht möglich, eine normale Lebenserwartung wieder herzustellen; zu den häufigsten Komplikationen zählen die Folgeerscheinungen der Arteriosklerose wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Dr. Girndts Erkenntnisse zur so genannten IL-10 Genotypisierung haben zum einen große Bedeutung für die Aufklärung der Entstehung der Arteriosklerose. Zum anderen steht nun ein Werkzeug zur Risikoabschätzung für cardiovaskuläre Erkrankungen bei Niereninsuffizienz zur Verfügung, wodurch die Behandlung an das individuelle Risiko angepasst werden kann.


DCCV-Stipendium "Junge Wissenschaft"

Für seine Erkenntnisse zur Rolle von Kalziumsignalen als neuer Ansatz für die Erforschung chronischer Darmentzündungen hat die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung e.V. (DCCV) auf ihrer Jahrestagung in Frankfurt am Main das mit 15000 Mark dotierte Ausbildungsstipendium "Junge Wissenschaft" an Alexander Schwarz verliehen.

Der Doktorand arbeitet in Homburg in den Forschergruppen von Prof. Markus Hoth (Institut für Physiologie) und Prof. Andreas Stallmach (Innere Medizin II). Prof. Wolfgang F. Caspary (Universitätsklinikum Frankfurt/ Main) hob für das Kuratorium der DCCV in seiner Laudatio hervor, die Studie sei für das Verständnis immunologischer Veränderungen bei entzündlichen Darmerkrankungen von hoher wissenschaftlicher Relevanz. Ziel des Projekts ist eine genaue Messung der Kalziumsignale in den Immunzellen des Darms von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, um daraus neue Erklärungsansätze für die krankhaften Entzündungsprozesse bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu gewinnen.

Mit dem seit 1998 jährlich ausgeschriebenen Ausbildungsstipendium "Junge Wissenschaft" will die Selbsthilfevereinigung DCCV den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.


Diefenbaker-Preis 2001 für Hans-Jürgen Lüsebrink

Die Kanadische Forschungsgemeinschaft Canada Council of the Art hat Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink den mit 150 000 Mark dotierten John G. Diefenbaker-Preis 2001 verliehen. Die Auszeichnung - das Gegenstück zum Konrad-Adenauer-Preis der Humboldt-Stiftung für kanadische Wissenschaftler - wird einmal jährlich an herausragende deutsche Geisteswissenschaftler verliehen. Mit dem Preis wird die Zusammenarbeit beider Staaten in der Forschung gefördert. Insbesondere auch Forschungsaufenthalte in Kanada werden dem Inhaber des Lehrstuhls für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation der Saar-Uni eine weitere Vertiefung seiner seit Jahren bestehenden Kooperation ermöglichen. Die Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft und das Centre Canadien d’Etudes Allemandes et Européennes der Universität von Montreal hatte Prof. Lüsebrink für den Preis vorgeschlagen. Im Zentrum seines Forschungsinteresses stehen die deutsch-französischen Kulturbeziehungen und die französischsprachigen Literaturen und Kulturen in Afrika, Québec und der Karibik. Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern in Montreal sind die wechselseitigen Beziehungen von Medien und Literaturszene in Québec von 1780 bis heute.

AP-L


VDI-Bezirksverein Saar:
Beste Diplomarbeiten ausgezeichnet

Um den technischen Nachwuchs zu unterstützen und zu fördern, vergibt der Verein deutscher Ingenieure (VDI) Bezirksverein Saar seit drei Jahren den VDI-Preis für die besten Diplomarbeiten der Technischen Fakultäten der Universität des Saarlandes. Wichtige Kriterien bei der Ermittlung der Preisträger sind die Benotung der Arbeiten durch die Gutachter der Fakultäten, die Studiendauer und die Möglichkeit einer praktischen Verwertbarkeit der Ergebnisse.

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung überreichte der Vorsitzende des VDI-BV Saar Prof. Jürgen Althoff die mit 1000 Mark dotierten Auszeichnungen an folgende Preisträger:

Fachrichtung Konstruktions- und Fertigungstechnik: Dipl.-Ing. Michael Johannes Steinbach (3.v.l., Konstruktion eines Trimarans mit neuartiger Mastabstützung); Fachrichtung Werkstoffwissenschaften: Dipl.-Ing. Mark Hein (2.v.l., Mechanische Anisotropie von AIMgSi1 im Bereich kleiner plastischer Formänderungen - Experimente zur Modellierung) und Dipl.-Ing. Torsten Recktenwald (l., Bionisch motivierte Oberflächenstrukturierung); Fachrichtung Informatik: Dipl.-Inform. Ammar Al Kassar (3.v.r., Entwicklung und Implementierung eines Entschlüsselungsystems für den ISDN-Basisanschluss - Softwareaspekte) sowie Fachrichtung Elektrotechnik: Dipl.-Ing. Christian Peter Hack (2.v.r., Entwurf eines verlustarmen Operationsverstärkers für einen zeitkontinuierlichen 1,5-Volt Sigma-Delta-A/D Wandler").

Prof. Jürgen Althoff (r.), Honorarprofessor für Sicherheitswissenschaft an der UdS, bei der Übergabe der Preise im Juni. Als Vorstand der TÜV Saarland Stiftung lud er im September zum Weltkongress Sicherheit moderner technischer Systeme ein: Über 80 hochkarätige internationale Referenten kamen nach Saarbrücken. Im Kreise von 400 Kongressteilnehmern aus den Technikfeldern Energie, Verkehr, Produktion, IT und Bio-/ Medizin-/Gentechnik befanden sich neben Ingenieuren und Naturwissenschaftlern eine große Zahl von Informatikern, Ärzten, Philosophen, Juristen und Managern.


Zehn Eulen für die besten Nachwuchswissenschaftler

Eine Eule aus Bronze ist das Symbol des Dr. Eduard-Martin-Preises, mit dem die Freunde der Universität seit 1980 alljährlich die besten Nachwuchswissenschaftler aller Fakultäten auszeichnen. Der Preis trägt den Namen des langjährigen Präsidenten der Freunde-Vereinigung. Ende Oktober überreichten der jetzige Präsident Dr. Max Häring und der Geschäftsführer Prof. Torsten Stein die Plastik des Saarbrücker Bildhauers Hans Schröder. Auch Unipräsidentin Margret Wintermantel und Dr. Ernst-Heinz Schäfer, UdS-Ehrensenator und Ehrenpräsident der Freunde-Vereinigung, gratulierten den Verfassern der besten Dissertationen des Studienjahres 99/00.

Ausgezeichnet wurden:

Dr. Nico Spiegel (Kartellprivatrecht in der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit), Doktorvater: Prof. Claude Witz; Dr. Gregor Krämer (Ziele, Adressaten und Risiken der Bankenaufsicht), Doktorvater: Prof. Hartmut Bieg; Dr. Stefan Bauer (Immuntherapie des Hodgkin-Lymphoms), Doktorvater: Prof. Michael Pfreundschuh; Dr. Dieter Vollmann (Studien zum Übergang von der späten Kupferzeit zur frühen Bronzezeit im östlichen Mitteleuropa), Doktorvater: Prof. Jan Lichardus; Dr. Martina Mangasser-Wahl (Von der Prototypentheorie zur empirischen Semantik), Doktormutter: Prof. Barbara Sandig; Dr. Anke Kirsch (Trauma und Wirklichkeit: Expertendelphi zum Thema ‘Wiederauftauchende Erinnerungen’), Doktorvater: Prof. Rainer Krause; Dr. Thomas Schuster (Schnelle Rekonstruktion von Geschwindigkeitsfeldern und Theorie der Approximativen Inversen), Doktorvater: Prof. Alfred K. Louis; Dr. Hannah Bast (Provably Optimal Scheduling of Similar Tasks), Doktorvater: Prof. Kurt Mehlhorn; Dr. Roland Rzehak (Deformation of a Single Thethered Polymer in a Uniform Flow), Doktorvater: Prof. Walter Zimmermann; Dr. Doris Freise (Inaktivierung des Gens für die m1-Untereinheit des L-Typ Kalziumkanals in der Maus zur funktionellen Charakterisierung des m1Proteins in vivo), Doktorvater: Prof. Veit Flockerzi / Prof. Rolf Hartmann.


Prof. Andreas Zeller betreut beste Diplomarbeit der Softwaretechnik

Das nächtelange Suchen nach Fehlerursachen in Computerprogrammen kann bald der Vergangenheit angehören. Das ist das Fazit der preisgekrönten Diplomarbeit des Informatikers Ralf Hildebrandt, die von Andreas Zeller, in Saarbrücken Professor für Softwaretechnik, betreut wurde. Hildebrandts Ansatz ist einfach und effektiv: Durch systematisches Prüfen filtert sein Prototyp aus einer Vielzahl von Konfigurationen genau die Bedingungen heraus, unter denen ein Programm fehlerhaft arbeitet. Stürzt etwa ein Internet-Browser beim Surfen auf eine Internet-Seite ab, vereinfacht Hildebrandts System die Seite solange, bis nur noch die Fehlerursache übrig ist. "Microsoft und IBM setzen das System nun zur Fehlersuche in ihren Programmen ein", so der Ideengeber, Andreas Zeller. Hildebrandts Arbeit wurde als beste deutschsprachige Diplomarbeit der Softwaretechnik nun in Wien mit dem renommierten Ernst-Denert-Preis ausgezeichnet. Vor vier Jahren erhielt Prof. Zeller selbst diese Auszeichnung - damals für seine Dissertation.


Ausschreibung des SaarLB-Wissenschaftspreises 2001

Die SaarLB schreibt in diesem Jahr zum dritten Mal in Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium den SaarLB Wissenschaftspreis aus. Der mit 25000 EURO dotierte Preis zeichnet eine hervorragende wissenschaftliche Abhandlung aus, die an saarländischen Hochschulen bzw. den außeruniversitären Forschungsinstituten der Universität des Saarlandes abgeschlossen wurde. Insbesondere Arbeiten, Dissertationen oder Habilitationen sollen gewürdigt werden, die neue Erkenntnisse und Ergebnisse beinhalten, deren Anwendung zu einer wirtschaftlichen Stärkung des Standortes Saarland beitragen können oder die den Wissenschaftsstandort Saarland fördern.

Die Arbeiten, die innerhalb von 12 Monaten vor Ausschreibung abgeschlossen worden sein sollen, müssen bis zum 31.12.2001 bei der SaarLB eingereicht werden.

Weitere Informationen im Internet unter www.saarlb.de.