campus - Ausgabe 2 - Mai 2003 Forschung

Die Diagnose "Prostatakrebs" wird bundesweit jedes Jahr bei mehr als 30000 Männern gestellt - für knapp die Hälfte ist es für eine vollständige Heilung dann jedoch bereits zu spät. Aus diesem Grund setzt sich Prof. Stöckle (Foto) in besonderer Weise für Aufklärung und Früherkennungsprogramme ein. In der saarländischen Öffentlichkeit sorgte er zuletzt 2002 mit einer Prostata-Kampagne für Aufsehen: Mehr als 6000 Männer kamen zu den von ihm mitinitiierten Informationsveranstaltungen. Erfolgreich war die Initiative aber auch noch aus einem weiteren Grund. Der Appell von Prof. Stöckle, dass künftig die Krankenkassen - statt Patienten - für den Vorsorge-Bluttest PSA bezahlen sollten, blieb nicht ungehört: Auf Antrag des Saarlandes hat der Bundesrat Mitte März diesem Aufruf zugestimmt und die Kostenübernahme für die PSA-Bestimmung als Früherkennungsmaßnahme durch die gesetzlichen Krankenkassen empfohlen.

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Gemeinsam gegen Krebs

Das neu gegründete Deutsche Prostatakarzinom Konsortium (DPKK) soll dazu beitragen, die Heilungschancen von Patienten mit Prostatakrebs zu verbessern

Das Prostatakarzinom ist mit Abstand der häufigste bösartige Tumor des Mannes in den westlichen Industrieländern. Allein in Deutschland wird dieser Krebs der Vorsteherdrüse jährlich mehr als 30000 Mal diagnostiziert. Obwohl die Heilungschancen von Medizinern allgemein als gut eingestuft werden, ist der Prostatakrebs aber bei weitem noch nicht vollständig erforscht. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Wissenschaftler nun dazu entschlossen, einen Forschungsverbund zu gründen: das Deutsche Prostatakarzinom Konsortium (DPKK). Innerhalb des Netzwerks wollen sie ihre Kräfte und Ressourcen bündeln; Projekte der einzelnen Arbeitsgruppen in Universitäten, außeruniversitären oder industriellen Forschungseinrichtungen sollen interdisziplinär enger miteinander verzahnt werden. Hauptziel ist es, die Diagnostik und Therapie des Prostatakrebses weiter zu verbessern.

Federführend vorangetrieben wurde die Gründung des Forschernetzwerks von dem Direktor der Homburger Uni-Klinik für Urologie und Kinderurologie Prof. Michael Stöckle sowie seinen Mitarbeitern Prof. Gerhard Unteregger, Dr. Bernd Wullich und Prof. Thomas Zwergel. Die Homburger Mediziner spielen innerhalb des neuen Verbunds auch weiterhin eine zentrale Rolle: Bei der konstituierenden Sitzung am 26. Februar übernahm Prof. Stöckle den Vorsitz, für den Bereich Finanzen ist Prof. Zwergel zuständig, und Dr. Wullich wurde zum Schriftführer gewählt. Außerdem zum Vorstand gehören als Stellvertretender DPKK-Vorsitzender Prof. Nicolas Wernert vom Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Bonn und Prof. Rolf Ackermann von der Urologischen Klinik der Universität Düsseldorf, der die Bereiche Wissenschaft und Öffentlichkeit verantwortet. Damit wird bereits deutlich, welch hohen Stellenwert die Mediziner der Öffentlichkeitsarbeit beimessen. Koordiniert werden die Interessen und Aktivitäten der verschiedenen Forschergruppen künftig von Homburg aus - das DPKK hat an der Klinik für Urologie und Kinderurologie der UdS ein eigenes Büro eingerichtet.

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Deutsches Prostatakarzinom Konsortium (DPKK) im Internet: http://www.dpkk.de