campus - Ausgabe 3 - Juli 2003 Preise

Besser, schneller, billiger
Für seinen Software-Optimierer Propan ist Dr. Daniel Kästner mit dem SaarLB Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden.

Ob Waschmaschine oder Fernsehapparat, Auto oder Handy: All diesen Geräten haftet aus informationstechnischer Sicht ein Makel an. Sie sind zwar vollgestopft mit neuester Hard- und Software, letztere arbeitet aber oft ineffizient und ist nicht optimal an die Hardware angepasst. Problem erkannt, Problem gebannt? "Ganz so einfach ist es natürlich nicht", sagt Dr. Daniel Kästner. Der Informatiker entwickelte ein System namens Propan, das Software optimiert - und damit die von ihr gesteuerten Geräte besser, schneller und gleichzeitig billiger macht. "Das System kann mithilfe bestimmter mathematischer Verfahren einen effizienten Code erstellen", erklärt Kästner. Dabei werde der ursprüngliche Code der Programmierer automatisch transformiert, um das Leistungspotenzial des eingesetzten Mikroprozessors voll zu nutzen.

Mit Propan erregte der 30-Jährige bereits viel Aufsehen. In der Wissenschaft ist sein Name ebenso bekannt wie in der Wirtschaft: Für seine am Lehrstuhl für Programmiersprachen und Übersetzerbau (Prof. Reinhard Wilhelm) entstandene Dissertation "Retargetable Postpass Optimisation by Integer Linear Programming" wurde er in diesem Jahr mit dem Wissenschaftspreis der SaarLB ausgezeichnet (siehe campus 2/2003) und konnte seine Idee über die von ihm 1998 mitbegründete Firma AbsInt obendrein erfolgreich verkaufen - zum Beispiel an Siemens und Bosch. Denkt Kästner an die Zukunft, dann denkt er vor allem an das Unternehmen. Kästner: "Mein großes Ziel ist, dass wir weiter wachsen und uns dauerhaft am Markt etablieren können." Die Arbeit bei AbsInt (Sitz: Science Park; 14 Mitarbeiter) ermögliche es ihm, die eigenen Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen.

Kästner ist ein Ingenieur mit Forscherinstinkt - und insofern ein typischer Informatik-Absolvent der Saar-Uni. Denn die Fähigkeit, praktische Probleme theoretisch bis in die letzten Winkel zu durchdringen und innovative Lösungen anzubieten, hat sich längst zum Markenzeichen der Saarbrücker Informatik entwickelt.

WE


Iberoamerikapreis für die beste spanische und portugiesische Arbeit

Universitätspräsidentin Margret Wintermantel überreichte den mit insgesamt 2000 Euro dotierten Preis für die beste in spanisch und portugiesisch verfasste Arbeit an Marian Möhren (r.) und Tinka Reichmann (2. v.r.). Marian Möhren analysierte die Bedeutung eines zentralen metanarrativen Elements ("los papeles de Melquíades") im Hinblick auf Romanpoetik und Geschichtsdarstellung in Cien años de soledad, dem Meisterwerk des kolumbianischen Nobelpreisträgers Gabriel García Márquez. Tinka Reichmann hat die große Vielfalt der Varianten portugiesischer Satzspaltung (clivagem) zum ersten Mal einer funktionalen Strukturierung unterzogen.

Die Professoren Rita Franceschini, Mechthild Albert und Alberto Gil gratulierten den Preisträgern. Die iberoamerikanischen Konsuln im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen nahmen ebenfalls an der feierlichen Preisverleihung teil. Sie haben den Preis gestiftet und die Saar-Uni als ausschreibende Universität ausgewählt.

MR


Preis der Deutschen Herzstiftung für Dr. Kerstin Strehlow

Der Heinz Meise-Preis der Deutschen Herzstiftung geht in diesem Jahr zur Hälfte nach Homburg: Dr. Kerstin Strehlow, Mitarbeiterin der Uni-Klinik Innere Medizin III (Prof. Michael Böhm), erhielt die mit insgesamt 6000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Arbeiten über den Schutz vor Herzinfarkten durch weibliche Geschlechtshormone. Die Medizinerin hat mit ihren Untersuchungen bestätigt, dass Östrogene bestimmte Formen der so genannten Superoxiddismutase stimulieren, die gefäßschädigende Sauerstoffradikale abbauen, wohingegen Progesteron diese Superoxiddismutasen blockiert. Mit der Kenntnis dieser Zusammenhänge könnte es möglich werden, die Hormontherapie von Frauen nach der Menopause so zu gestalten, dass die vor Gefäßschäden schützenden Östrogene in höherer Konzentration und die Progesterone nicht oder nur alternierend bzw. kurzfristig zum Einsatz kommen. Mit dem Heinz Meise-Preis 2003 wurden außer Dr. Strehlow die Tübinger Forscher Dr. Gabriele Grassi und Dr. Christian Herdeg geehrt.