Wie das Leben im heutigen Saarland während der preußischen Herrschaft zwischen 1815 und 1914 aussah, beleuchtet das Buch „Preußen an der Saar. Eine konfliktreiche Beziehung (1815–1914)“, das von Prof. Gabriele Clemens und Dr. Eva Kell vom Historischen Institut der Universität des Saarlandes herausgegeben wurde. Am Donnerstag, dem 27. Juni 2019, um 18.00 Uhr stellt der Leiter des Landesarchivs Speyer Dr. Walter Rummel den Sammelband vor. Zur Veranstaltung im Stadtarchiv Saarbrücken sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde über das Schicksal der Saarregion aus geostrategischen Erwägungen entschieden. Da der preußische König mit der von ihm betriebenen vollständigen Angliederung Sachsens scheiterte, übernahm er – mit wenig Begeisterung – den größten Teil der linksrheinischen Gebiete: Mit der „Wacht am Rhein“ sollte Preußen die Franzosen von zukünftigen Expansionen in Richtung Osten abhalten. Soweit die „hohe Politik“. Wie aber reagierten die Menschen auf die Veränderungen, die mit der preußischen Herrschaftsübernahme einhergingen? – Dieser Frage geht der neue Sammelband von Prof. Gabriele Clemens und Dr. Eva Kell vom Historischen Institut der Universität des Saarlandes nach. Die Beiträge beschreiben unter anderem die Möglichkeiten politischer Teilhabe und den Einfluss der Preußen auf das Rheinische Recht. Zudem gibt es eine wirtschaftshistorische Bilanz für die Zeit zwischen 1815 und 1914. Ein weiterer Beitrag widmet sich unter dem Titel „Die Bergmannsleut‘ sein’s kreuzbrave Leut“? dem Protest der Saar-Bergleute im Zeitalter der Industrialisierung. Weitere Themen sind Preußens Kunstpolitik sowie das Literarische Leben an der Saar unter preußischer Herrschaft.
Der Sammelband stellt die Ergebnisse einer Tagung vor, die im April 2017 von der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und dem Historischen Verein für die Saargegend organisiert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei das Verhältnis der Regenten, ihren Beamten und den Menschen vor Ort – und die Frage, ob es den neuen Herrschern gelang, Loyalitäten, Anhänger der Krone oder zumindest zufriedene Untertanen zu schaffen. Dabei wurden politische, juristische, wirtschaftliche, kunstgeschichtliche, konfessionelle und literarische Aspekte der Regionalgeschichte diskutiert.
Preußen an der Saar. Eine konfliktreiche Beziehung (1815-1914), hg. von Gabriele B. Clemens und Eva Kell (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte 50), Saarbrücken 2018, 294 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-939150-11-4
Veranstaltungsort: Stadtarchiv Saarbrücken, Deutschherrnstraße 1, 66117 Saarbrücken
Kontakt:
Kommission für Saarländische Landesgeschichte e. V.
Dr. Maria Elisabeth Franke
Tel.: 0681 / 501-1938
E-Mail: kommission@landesarchiv.saarland.de
www.kommission.saarland.de
19.06.2019