17.12.2020

Weihnachtsgruß von Universitätspräsident Manfred Schmitt

Mit einem persönlichen Weihnachtsgruß an alle Professorinnen und Professoren, Uni-Beschäftigte und Studierende blickt Universitätspräsident Manfred Schmitt auf das Jahr 2020 zurück, das ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand.

(English version below)

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

hinter uns liegt ein Jahr, das niemand so erwarten konnte und das sich auch niemand nur hätte vorstellen können. Wenn ich mich heute in der Vorweihnachtszeit mit einer Gruß-Nachricht an Sie wende, dann geschieht dies, wie Sie sicher alle verstehen werden, mit einem sehr eigenartigen Gefühl.

Dieses Jahr 2020 hat uns alle in ganz besonderer Weise gefordert, denn es ging nicht wie sonst üblich um die Lösung komplexer Forschungsfragen, um ambitionierte Lehrprojekte oder effiziente Abläufe in Verwaltung und Service. Stattdessen war ganz anderes gefragt: Verzicht zu üben, Einschränkungen auszuhalten, Rücksicht zu nehmen und Problemlagen zu meistern, mit denen wir noch nie zuvor konfrontiert waren.

Angesichts all dieser Schwierigkeiten und auch des Leids und der Not, die das Corona-Virus über die Menschheit gebracht hat, kann der Rückblick auf dieses besondere Jahr nur sehr nachdenklich ausfallen. Ich möchte deshalb auch nicht die in normalen Zeiten übliche Rückschau halten auf wissenschaftliche Leistungen und Erfolge, die trotz aller widrigen Umstände auch in diesem Jahr erzielt werden konnten; hierzu wird an anderer Stelle noch Gelegenheit sein. Stattdessen ist es mir ein großes, persönliches Anliegen, Ihnen allen sehr herzlich dafür zu danken, dass Sie den schwierigen Weg des Jahres 2020 mit uns und miteinander gegangen sind. 

Damit soll nicht gesagt sein, dass wir alle immer einer Meinung gewesen sind. Im Gegenteil, zu den großen Herausforderungen dieses Jahres gehörte es auch, Uneinigkeit und Dissens gemeinsam zu bewältigen. Den einen gingen die Pandemie-Maßnahmen zu weit, den anderen längst noch nicht weit genug; über die Zweckmäßigkeit der Maßregeln wurde intensiv und auch kontrovers diskutiert. Für uns im Präsidium war es außerordentlich schwer, in dieser Situation das richtige Maß zu finden, und immer wieder neu Entscheidungen zu treffen in Kontexten großer Unsicherheiten und teils auch widersprüchlicher Erwartungen. Ich möchte Sie daher auch heute um Verständnis bitten dafür, dass die getroffenen Entscheidungen nicht immer allen Interessen gerecht werden und nicht alle Mitglieder unserer Universität zufrieden stellen konnten. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir uns die Aufgabe nicht leicht gemacht haben und dass uns stets das Bestreben geleitet hat, alle Aspekte soweit wie möglich im Blick zu behalten. Mit Dankbarkeit und mit Stolz aber haben wir erlebt, welches Engagement, welche Kreativität und welchen Teamgeist Sie alle an den Tag gelegt haben, um unsere Universität in allen ihren Bereichen, von der Forschung über die Lehre bis zu Verwaltung und Dienstleistung, weiter am Laufen zu halten. Das ist Ihnen in großartiger und keineswegs selbstverständlicher Weise gelungen, und dafür möchte ich Ihnen im Namen des Universitätspräsidiums, aber auch ganz persönlich sehr, sehr herzlich danken!

Durch die Entwicklung erster Impfstoffe gegen das neuartige SARS-CoV-2 Virus, zu der erfreulicherweise ehemalige Angehörige unserer Medizinischen Fakultät ganz maßgeblich beigetragen haben, besteht zum Glück inzwischen berechtigte Hoffnung auf eine effiziente Eindämmung der Pandemie. Dennoch muss uns allen bewusst sein, dass der Kampf gegen das Corona-Virus noch bei weitem nicht gewonnen ist und dass uns auch an der Universität der Umgang mit dem Virus noch längere Zeit beschäftigen wird. Wir werden starke Einschränkungen zweifellos das gesamte Wintersemester hindurch aufrechterhalten müssen, und auch das Sommersemester 2021 wird uns noch keine Rückkehr zur gewohnten Normalität erlauben. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass es uns auch in den kommenden Monaten in gemeinsamer Anstrengung gelingen wird, unsere Universität gut durch diese außergewöhnliche Krise zu bringen und die negativen Folgen für Studierende, Lehrende und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.

Liebe Universitätsmitglieder, das bevorstehende Weihnachtsfest und die Feiertage zum Jahreswechsel werden anders aussehen, als wir es gewohnt sind. Ich hoffe sehr, dass es Ihnen dennoch gelingt, an diesen Tagen Zeit für Entspannung, für Besinnung und für frohe Momente im Kreis Ihrer Familien zu finden. Von Herzen wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und Gesundheit und Glück für das neue Jahr.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Manfred Schmitt



English version

Dear members of staff, dear colleagues, dear students,

2020 has been a year full of developments that no one could have expected and no one could have imagined. With Christmas approaching, I want to reach out to you today to send season’s greetings to all of you; and I am doing this, as I am sure you will all understand, with a very peculiar feeling.

This year has challenged us all in a very special way, because it was not about solving complex research questions, about ambitious teaching projects or efficient processes in the university’s administration and service units, as is usually the case. Instead, it was about making sacrifices, accepting restrictions, showing respect and consideration, and overcoming problems that we have never had to face before.

In view of all these difficulties and the suffering that the coronavirus has brought upon humanity, looking back on this past year inspires reflection. For this reason and unlike other years, I do not want to focus on reviewing the scientific achievements and successes achieved in 2020 despite all the difficult circumstances. There will be opportunities to do this some other time. Instead, it is a great personal concern of mine to thank you all very sincerely for contributing your time and energy to our university and to each other during these difficult times.

This does not mean that we have all always been of one mind. On the contrary, one of the great challenges this year was to overcome disagreement and dissent. For some, the measures taken to fight the pandemic went too far, for others not far enough; there were animated and controversial discussions centred on the question if the measures taken were appropriate. It was extremely difficult for the members of the University Board to find the right balance and to take decisions time and again in situations of great uncertainty in which we were confronted with divergent expectations. Today, I would therefore like to ask for your understanding that the decisions taken did not always satisfy all interests and not all expectations could be met. However, I can assure you that we have not taken the easy way out and that we have always been trying to bear all aspects in mind. But I am grateful and proud of the commitment, creativity and team spirit that you have all shown in order to keep all areas of our university running: in research and teaching as well as in the administrative and service units. You have made all of this possible with your exceptional commitment, and for this I would like to thank you very, very much on behalf of the entire University Board! 

Thanks to the development of the first vaccines against the new SARS-CoV-2 virus, to which, as I am proud to say, former members of our Faculty of Medicine have contributed significantly, we may now hope that the spread of the coronavirus will be contained efficiently. However, we must all be aware that the battle against the coronavirus is far from over and that also at the university, we will have to continue to deal with the virus for quite some time. We will undoubtedly have to maintain severe restrictions throughout the winter semester, and the summer semester of 2021 will not yet allow us to re-establish normal operations. However, I am convinced that in the coming months, our joint efforts will permit us to successfully steer our university through this crisis and to limit any negative consequences for students, teaching staff and employees to a minimum.

Dear university members, the upcoming holidays will be different from what we are used to. I sincerely hope that you will nevertheless find time for relaxation, reflection and joyful moments with your loved ones. I wish each and every one of you a very Merry Christmas and a Happy and Healthy New Year.

With best regards
Manfred Schmitt