"Europa(-Welten) im Umbruch – Grenz(ziehung)en im Wandel" (5.–7. Oktober 2022)

Gemeinsame Tagung der Deutschen Akademie für Landeskunde (DAL), der Arbeitsgruppe Europastudien (Jun.-Prof. Dr. Florian Weber) und des Clusters für Europaforschung (CEUS) vom 5. bis 7. Oktober 2022 in Saarbrücken. Interessierte können sich bis zum 30. April 2022 mit einem Vortragsthema über ein Online-Registrierungsformular bewerben.

Bereits die Begriffsgeschichte "Europas" ist durchaus "spektakulär": Der griechischen Mythologie folgend wurde die Königstochter "Europe" von Zeus in Stiergestalt nach Kreta entführt und verführt – der Ausgangspunkt zur Benennung der umgebenden Region. Europa wurde im Verlauf der Geschichte zum Abendland des Christentums mit diffusen und sich regelmäßig verschiebenden Grenzen. Nach dem Epochenbruch der beiden Weltkriege ist die Konstitution bzw. (Re-)Produktion Europas zunehmend mit dem Weg hin zur Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten "vom Westen Europas" ausgehend verbunden. Hinzu kommen weitreichende nationalstaatliche Neuordnungen mit raumbezogenen Konflikten und sich wandelnden Regionalisierungsprozessen.

Damit ergeben sich vielfältige Ansatzpunkte und Fragestellungen zu "Europa-Welten" im Mehrebenengeflecht von "Europa in der Welt" bis zum Lokalen – und dies mit einem Blick "von innen", aber auch "von außen" auf europabezogene Umbrüche. In den letzten Jahren erlangten Aushandlungsprozesse um den BREXIT und die so bezeichnete "Flüchtlingskrise" besondere Aufmerksamkeit, womit gerade die Außengrenzen der EU in den Fokus rückten. Seit dem Frühjahr 2020 stehen nunmehr auch die europäischen Binnengrenzen unerwartet im Scheinwerferlicht: Mit der COVID-19-Pandemie wurden im "Herzen Europas" in Teilen verstärkte Grenzkontrollen bzw. Grenzschließungen umgesetzt, was im Schengen-Raum eine Zäsur für die scheinbare Gewissheit offener Grenzen bedeutete und Fragen nach Entwicklungsperspektiven für grenzüberschreitende Kooperationen stellt.

Für die forschungsbezogene Auseinandersetzung ergeben sich vor dem skizzierten Hintergrund mehrere zu diskutierende Themenfelder und hochaktuelle Fragestellungen:

  • Auf theoretisch-konzeptueller Ebene geht es um eine Positionsbestimmung der European Studies innerhalb der Area Studies und der "Verortung" geographisch-raumbezogener Zugänge. Hinzu kommen Fragen nach disziplinären und interdisziplinären Zugriffen und aktuellen Impulsen.
  • In etwas stärker "anwendungsbezogener" Ausrichtung soll dem Werden "Europas", den sich transformierenden Beziehungen Europas "zur Welt" sowie der heutigen Europäischen Union Aufmerksamkeit geschenkt werden, dabei auch den Diskussionsprozessen um das Europa der Regionen und Regionalisierungsprozessen.
  • Zudem – und damit eng verbunden – wird vielfältigen Grenz(ziehung)en Beachtung zuteil: Mit den Border Studies haben sich mit konstruktivistischer Ausrichtung verstärkt seit den 1990er Jahren Forschungsausrichtungen auf "Grenzen" jenseits einer einfachen territorialen Fokussierung ergeben, die für "europabezogene" Fragestellungen in hohem Maße fruchtbar gemacht werden können.

 

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Zur Anmeldung


Für die Tagung wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 60 Euro für Vollzahler*innen und 45 Euro für Bachelor- und Masterstudierende erhoben. Bitte überweisen Sie nach erfolgter Anmeldung den Beitrag auf nachfolgendes Konto:

DEUTSCHE AKADEMIE FÜR LANDESKUNDE E.V. 
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Verwendungszweck: "DAL Tagung Saarbrücken 2022" für Vollzahler*innen bzw. "DAL Tagung Saarbrücken 2022 reduziert" für Bachelor-/Master-Studierende.