Transnationale Kulturvermittlung

Perspektiven der Lehre und Forschung 

Künstlerischer und kultureller Austausch wird bereits seit langer Zeit als Möglichkeit wertgeschätzt, um das Verhältnis zwischen verschiedenen Gemeinschaften zu verbessern. In einer Welt, die immer reicher, aber auch zunehmend fragmentiert erscheint, in der gleichzeitig nationalistische und separatistische Bewegungen an Zulauf gewinnen, stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit die Frage: Welche Rolle kann Kultur als Vermittler zwischen verschiedenen nationalen Gemeinschaften spielen? Dies erfordert eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive, die sich auf die Zirkulation des Wissens und der Repräsentationen richtet und ebenso auf die Dispositive, in denen sie sich manifestieren: als bedeutungstragende und bedeutungsgenerierende Formationen von Dingen und Akteuren.

In welcher Weise trägt die Vernetzung von Kulturinstitutionen zwischen benachbarten Regionen dazu bei, eine gemeinsame kulturelle Identität zu schaffen? Wie können andererseits nationale oder regionale Gemeinschaften, die voneinander entfernt liegen, über Kulturereignisse (z.B. Europäische Kulturhauptstädte, Festivals, Aufwertung des Kulturerbes) ihre Verbundenheit deutlich machen? Der Untersuchungsansatz gilt Dispositiven – kulturellen Institutionen und Veranstaltungen, Netzwerken und Vermittlungsmethoden –, welche die Zirkulation der kulturellen Produktionen aktivieren, um verschiedene nationale Gemeinschaften miteinander vertraut zu machen und gemeinsame, transnationale Werte zu bilden.