Impressionen

Das ZelL aktuell!

Bericht eines aktuellen Mitarbeiters:  
 
Dr. Thomas Schmidtgall 

Gewachsene Managementherausforderungen und eine daraus resultierende Umstrukturierung haben im Januar 2019 zwei zentrale Einrichtungen der Universität des Saarlandes näher zusammenrücken lassen: das Zentrum für lebenslanges Lernen (ZelL) und das Zentrum für Schlüsselkompetenzen und Hochschuldidaktik (ZeSH). Unter einer gemeinsamen Leitung gestalten die beiden Einrichtungen seither gemeinsam die Herausforderungen der universitären wissenschaftlichen Weiterbildung, entwickeln innovative Programme und Angebote und fungieren als Mediator zwischen Universität und Gesellschaft in einer Zeit in der Wissensvermittlung und Wissenstransfer global zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

Mit der engeren Zusammenarbeit hat sich auch das gemeinsame Aufgabenspektrum von ZelL und ZeSH durch zahlreiche Synergieeffekte deutlich erweitert: Neben dem bereits etablierten Gasthörerstudium und der innerbetrieblichen Weiterbildung im ZelL zählen wie bisher auch das Schlüsselkompetenzen-Programm der Universität des Saarlandes und die Hochschuldidaktik im ZeSH zu den gemeinsamen Arbeitsbereichen der beiden Einrichtungen. Hinzu kommen vielfältige und innovative Querschnittsaufgaben, Weiterentwicklungen und Kooperationen zwischen den einzelnen Sektionen und Studienbereichen, aber auch mit weiteren universitätsinternen und -externen Partnern, die sich aus den umfänglichen Synergieeffekten und der Zusammenführung des jeweils gewachsenen Organisationswissens ergeben haben. Daraus sind wiederum innerhalb von zwei Jahren nicht nur neue Angebotsfelder entstanden, sondern haben auch zu einer nicht unerheblichen Potenzierung des Erfahrungshorizontes aller Mitarbeiter*innen im ZelL und ZeSH beigetragen und wertvolle Möglichkeitshorizonte eröffnet. In ebenfalls nicht unerheblichen Maßen haben die neuen Bereiche diesbezüglich auch z.B. vom bereits etablierten Qualitätsmanagementsystem des ZelLs profitieren können und im Gegenzug das ZelL z. B. von einer erweiterten Internationalisierungsperspektive, die Teil des organisationalen Wissens des ZeSH ist. 

Ein Ergebnis dieser erfolgreichen Zusammenführung ist die Etablierung neuer Studienbereiche im Gasthörerstudium, wie z.B. des nunmehr zahlenmäßig – im Sinne der Veranstaltungsangebote und der Teilnehmer*innen – stärkste Studienbereich „Europa, Interkulturelle Kommunikation und Politikwissenschaft“. Dieser spiegelt nicht nur den strategischen Schwerpunkt der „Europa-Universität“ wieder, sondern trägt mit seinen Veranstaltungsangeboten der besonderen Lage des Saarlandes in Europa Rechnung. Die ca. 25 Brückenkursangebote pro Semester, wechselnde Vortragsreihen und einzelne Gastvorträge ermöglichen es interessierten Gasthörer*innen sich mit aktuellen, aber auch historischen, spezialisierten und interdisziplinären sowie lokalen und globalen Fragen und ihren Wechselwirkungen auseinanderzusetzen und sich in diesen Bereichen weiterzubilden. Durch diese Erweiterung treten auch die Verankerung aktueller Mehrsprachigkeitskonzepte und eine spürbar stärkere Anbindung von ZelL und ZeSH an die internationale Wissenschaftsgemeinschaft deutlicher hervor. 

Auch das bereits zuvor bestehende Schlüsselkompetenzen-Programm im ZeSH, das die Förderung und Weiterentwicklung von Schlüsselkompetenzen für Persönlichkeit, Beruf und Alltag zur Aufgabe hat und sich primär an Studierende und Mitarbeiter*innen der UdS richtet, hat eine produktive Weiterentwicklung erfahren. Mit einer deutlich höheren Zahl an Veranstaltungsangeboten (derzeit ca. 30 Angebote pro Semester) deckt das Programm eine Vielzahl an Schlüsselkompetenz-Themen wie z.B. Interkulturelle Kompetenz, Führungskompetenz, Konfliktmanagement, Medienkompetenz, Projektmanagement etc. ab. Profitiert hat das Schlüsselkompetenzen-Programm auch von der Zusammenarbeit mit dem Gasthörerbereich, so dass sich nicht nur neue Veranstaltungsformate (z.B. im Bereich Bürgerkompetenz) etabliert haben, sondern auch dem Thema generationenübergreifendes Lernen mehr Raum eingeräumt wird. Eine stärkere Vernetzung innerhalb und außerhalb der Universität und damit neue (Er-)Möglichungsräume für innovative Kooperationsprojekte sind ebenso das Ergebnis einer sehr erfolgreichen organisationalen Synergie wie eine allgemeine Modernisierung und damit letztlich auch steigende Teilnehmerzahlen. 

 

Hochschuldidaktische Themen, inklusive eines Hochschuldidaktik-Zertifikates für Lehrende und eines Teaching-Assistant-Zertifikates für Studierende sind Gegenstand der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik, deren Aufgabe die Förderung und Entwicklung von Lehr-, Studier- und Weiterbildungskompetenzen umfasst. Interessierten Teilnehmer*innen können aus verschiedenen Angebots- und Themenprofilen wählen, die in modularisierten Veranstaltungsformaten angeboten werden. Von den umfangreichen Erfahrungen der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik profitieren können seit 2019 auch Gasthörer*innen, die z.B. in pädagogischen Berufen arbeiten und sich entsprechend weiterqualifizieren möchten. Weiterhin engagiert sich die UdS-Hochschuldidaktik auch in der allgemeinen akademischen Personalentwicklung und sorgt damit ebenfalls für eine thematisch breite Verankerung und Verflechtung von ZelL und ZeSH innerhalb der Universität des Saarlandes. 

 

Besonders hervorzuheben ist jedoch die rapide und äußerst erfolgreiche synergetische Annäherung der beiden Organisationskulturen und -strukturen, die nicht zuletzt der kollegialen Zusammenarbeit und Motivation aller Kolleg*innen – getragen und ermöglicht von einer adäquaten, situativen, aber auch bedachten und zielgerichteten Führungskompetenz der Leitung – zu verdanken ist. V. a. zu Beginn erforderte das Zusammenwachsen beider Einrichtungen nicht zuletzt auf Grund der strukturellen, inhaltlichen, aber auch logistischen Herausforderungen ein hohes Maß an Flexibilität, Belastbarkeit, aber auch Toleranz, Konsensorientierung und Teamgeist von allen Beteiligten. Als umso bedeutsamer erweist sich aus diesem Grund das Ergebnis: eine professionelle, gleichermaßen auf Effizienz und Effektivität ausgerichtete, aber auch am Menschen orientierte, starke und stabile Organisationskultur und -struktur des „neuen Zell/ZeSH“, das nunmehr für die internen, lokalen, nationalen und sogar globalen Zukunftsfragen und Kooperationen im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung gerüstet ist.