Veranstaltungen zur Examensvorbereitung

Ein gutes Examen erfordert eine kontinuierliche Beschäftigung mit den prüfungsrelevanten Stoffgebieten. Aus diesem Grund stehen den Studierenden auch außerhalb der Vorlesungszeiten Examensvorbereitungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese zusätzlichen Angebote werden von den Studierenden in der für sie überaus wichtigen Phase des Erarbeitens des prüfungsrelevanten Stoffes sehr gut angenommen. Neben der allgemeinen Darstellung examensrelevanter Themengebiete zielt das Konzept der Universität des Saarlandes insbesondere auf eine Sensibilisierung der Studenten für die examensrelevanten Besonderheiten des saarländischen Landesrechts.


Examensvorbereitung während der Vorlesungszeit

Mehrmals wöchentlich vermitteln erfahrene Dozenten auf den Gebieten des Bürgerlichen Rechts (mit Nebengebieten), des Strafrechts und des Öffentlichen Rechts komprimiert das erforderliche Examenswissen. Dies geschieht meistens durch die Einübung examensrelevanter Probleme anhand von Fällen, die sich zugleich an aktuellen Streitfragen orientieren. Darüber hinaus kann das erlernte Wissen unter realistischen Prüfungsbedingungen im samstäglichen Examensklausurenkurs praktisch angewandt werden. So wird den Studenten eine freiwillige Selbstkontrolle eröffnet. Die nachfolgende Besprechung der korrigierten Arbeiten erlaubt es den Teilnehmern, vorhandene Wissenslücken im direkten Gespräch mit dem Dozenten zu schließen.


Examensvorbereitung während der vorlesungsfreien Zeit

Die oben vorgestellten Kurse werden während der vorlesungsfreien Zeit fortgeführt: Dies geschieht einerseits durch Blockveranstaltungen, so genannte "Ferien-Crashkurse zur Examensvorbereitung", in denen der prüfungsrelevante Stoff aller Rechtsgebiete gezielt wiederholt wird. Andererseits wird der wöchentliche Examensklausurenkurs als "Ferienklausurenkurs" fortgeführt. Schließlich werden in den Schwerpunktbereichen Crash-Kurse angeboten. Diese Kurse richten sich an alle Studenten, die in Kürze eine Schwerpunktbereichsprüfung absolvieren wollen. Zugleich wird Einsteigern ein guter und umfassender Überblick über die jeweilige Materie, z. B. im Presse- und Rundfunkrecht, eröffnet.


Vorbereitung auf das mündliche Examen

Zur Abrundung der Examensvorbereitung bietet die Universität des Saarlandes die Möglichkeit einer Simulation der mündlichen Examensprüfung an. Anhand großer Fälle mit Bezügen zur aktuellen Rechtsprechung soll der Umgang mit der Prüfungssituation im mündlichen Examen trainiert werden. Bei der sich anschließenden Analyse liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung von Antwortstrategien. Auf diese Weise können sich alle Teilnehmer eine gewisse Routine für die Prüfungssituation aneignen.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet den Kandidaten für den Pflichtfachbereich der ersten juristischen Prüfung ein ganzjähriges Angebot zur Examensvorbereitung. Dem Ansatz der praxisorientierten Ausbildung folgend werden die Veranstaltungen nicht nur von Professoren, sondern auch unter Beteiligung namhafter Persönlichkeiten aus der Praxis durchgeführt. Die Veranstaltungen folgen fächerübergreifend demselben Muster und setzen sich zusammen aus den Repetitorien während des Semesters, dem ganzjährigen Klausurenkurs und den Crash-Kursen in der vorlesungsfreien Zeit. Zusätzlich besteht im Rahmen der Zertifikatsausbildung "Schlüsselkompetenzen für Juristen" die Möglichkeit, an simulierten mündlichen Prüfungen durch die Professorenschaft teilzunehmen.

 

Bürgerliches Recht

 

Das Gemeinschaftsrepetitorium im Zivilrecht will den Examenskandidaten in einer gemeinsamen Anstrengung der Professoren der Abteilung eine eingehende Vorbereitung auf das Examen anbieten. Die Veranstaltung ist auf ein ganzes Jahr angelegt und mit ihren vier Semesterwochenstunden passend zur Gewichtung des Zivilrechts innerhalb des Examens das umfangreichste der drei Repetitorien der Fakultät. Dabei werden die Kernbereiche des Zivilrechts nicht abstrakt abgehandelt, sondern nach Ansprüchen aus den jeweiligen Kernbereichen gegliedert. Hier bilden naturgemäß die Ansprüche aus Vertrag den wichtigsten Themenblock (18 Sitzungen) neben den dinglichen (19 Sitzungen) und den deliktischen Ansprüchen (8 Sitzungen). Schließlich werden auch die Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung (6 Sitzungen) und aus Regress sowie der Geschäftsführung ohne Auftrag (zusammen 4 Sitzungen) behandelt. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass der komplexe Prüfungsstoff nicht abstrakt behandelt, sondern stets in den Kontext der Rechtsanwendung eingebettet wird. Die Vermittlung des Stoffes in Fällen verstärkt diesen Effekt. Dieses Konzept ist allein für die Nebengebiete des Handels, Gesellschafts- und Zivilprozessrechts durchbrochen, da hier im Examen typischerweise nicht konkretes Einzelwissen, sondern der Überblick über die wesentlichen Grundstrukturen abgeprüft wird.

Flankiert wird die Examensvorbereitung durch das Angebot von insgesamt vier zivilrechtlichen Examensklausuren, die im Rahmen des Examensklausurenkurses gestellt, korrigiert und besprochen werden. Die Examenskandidaten bekommen so die Möglichkeit, unter annähernd realen Bedingungen eine Prüfung abzulegen und so die Entwicklung ihres Leistungsstands laufend zu überprüfen. Diese Möglichkeit wird durch weitere zivilrechtliche Klausuren im Rahmen des Ferienexamensklausurenkurses für Examenskandidaten auch während der vorlesungsfreien Zeit angeboten.

Die Vorbereitung während der vorlesungsfreien Zeit wird ergänzt durch den Crash-Kurs im Zivilrecht, der in einer zweiwöchigen Veranstaltung in ganztägigen Sitzungen einen Querschnitt durch das gesamte examensrelevante Zivilrecht abbildet und damit besonders geeignet ist, das im Grundstudium erworbene Wissen als Vorbereitung für das Gemeinschaftsrepetitorium im Zivilrecht zu bündeln.

 

Öffentliches Recht

 

Das neue „Repetitorium im Öffentlichen Recht“ bereitet die Examenskandidatinnen und -kandidaten ab dem Wintersemester 2015/16 in einem Jahreskurs auf die Erste juristische Prüfung vor. Unter der Anleitung prüfungserfahrener Hochschullehrer und Dozenten erwerben die Kandidatinnen und Kandidaten das examensrelevante Wissen über das Staats- und Verwaltungsrecht sowie das europäische Unionsrecht. Sie verbessern zugleich ihre im Studium erlernten Fähigkeiten, dieses Wissen bei der Lösung von Rechtsfällen methodisch korrekt anzuwenden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Repetitorium besteht aus zwei miteinander inhaltlich und didaktisch verzahnten Elementen:

  • Systematische Wissensvermittlung: Eine wöchentlich drei Zeitstunden umfassende Unterrichtseinheit ist der thematisch gegliederten Wissensvermittlung gewidmet (Montag, 13.00 bis 16.00 Uhr, während der Vorlesungszeit; Dozenten: Prof. Dr. Klement, Prof. Dr. Wendt, Dr. Feld, Metzler, Dr. Meyer). Ausgewählte Fragen werden exemplarisch vertieft. Die Argumentationstechnik wird anhand von Beispielsfällen geschult und der Sinn für die Bezüge von Spezialgebieten zum Allgemeinen Verwaltungsrecht, zum Verwaltungsprozessrecht, zum Verfassungsrecht und zum Unionsrecht geschärft. Auch die Besonderheiten des Landesrechts des Saarlands werden ausführlich dargestellt. Anhand eines Skripts haben die Kandidatinnen und Kandidaten die Möglichkeit, die Lehrveranstaltungen vor- und nachzubereiten. Ihnen werden dort auch sorgfältig ausgewählte Lesehinweise zu Rechtsprechung und Literatur gegeben.

  •  Fallorientiertes Training: Anhand „echter“ Examensfälle mittleren bis hohen Schwierigkeitsgrades wird das erworbene Wissen in einem ebenfalls wöchentlich stattfindenden Kurs praxistauglich verknüpft (Mittwoch, 14.15 bis 16.00 Uhr, während der Vorlesungszeit; Dozent: Prof. Dr. Rixecker). Die Aufgaben sind durch das Landesprüfungsamt für Juristen zu Ausbildungszwecken freigegeben worden oder durch den Vortragenden selbst entwickelt worden. Woche für Woche werden abwechselnd Fälle vorgestellt, die als verwaltungsrechtliche oder verfassungsrechtliche Klausur erwartet werden können. Die Veranstaltung legt besonderen Wert auf die Vermittlung von Sicherheit in der Analyse der von einer Aufgabe aufgeworfenen Probleme und ihrer methodisch und systematisch klaren Behandlung.

Der Anspruch des Repetitoriums besteht darin, den Studierenden binnen eines Jahres die Sicherheit zu vermitteln, dass sie in der Ersten juristischen Prüfung im Wesentlichen Aufgaben begegnen werden, die ihnen aus dem Kurs bekannt sind – mag auch die „Einkleidung“ des Falles eine andere sein. Besondere Aufmerksamkeit wird den im Examen wichtigen geschichtlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bezügen des Rechts geschenkt.

 

Während des Semesters werden regelmäßig zwei Klausuren von Professoren des Öffentlichen Rechts angeboten, die korrigiert und später besprochen werden. Zusätzlich werden Klausuren aus dem Öffentlichen Recht mit Korrektur und Besprechung während der Semesterferien, im Rahmen des aus Kompensationsmitteln finanzierten Ferienklausurenkurses, angeboten. Dabei beteiligen sich regelmäßig auch Praktiker wie etwa zwei Richter des Verwaltungsgerichts, RiVG Dr. Wolfgang Kiefer und RiVG Christoph Schmit, oder Personen aus der Verwaltung und der Anwaltschaft. In den Semesterferien wird darüber hinaus ein einwöchiger Crashkurs im Öffentlichen Recht angeboten.

 

Prof. Dr. Christoph Gröpl bietet den Kurs „Öffentliches Recht Online“ an.

 

Strafrecht

 

Das Examensrepetitorium Strafrecht ist modular aus drei Elementen aufgebaut und auf 2 Semester ausgerichtet.

Modul 1 besteht aus einem Examens-Crash-Kurs, der in konzentrierter Form das examensrelevante Basiswissen wiederholt. Der Kurs wird in den Semesterferien von den wissenschaftlichen Assistenten des Lehrstuhls von Prof. Mansdörfer konzentriert in jeweils einer Woche gehalten und aus Kompensationsmitteln finanziert.

Modul 2 besteht aus der Vertiefungsphase während des Semesters. Hier wird anhand von ca. 25-30 Examensklausuren bzw. Ausschnitten aus originalen Examensklausuren der gesamte Stoff aus dem Allgemeinen Teil und dem Besonderen Teil des Strafrechts in klausurmäßiger Fallbearbeitung und Diskussionstiefe eingeübt. Im Wintersemester stehen dabei Fragen und Fallkonstellationen aus dem Allgemeinen Teil mit Verknüpfungen zum Besonderen Teil im Vordergrund. Im Sommersemester stehen vice versa die Tatbestände des Besonderen Teils mit ihren spezifischen Verknüpfungen zum Allgemeinen Teil im Vordergrund. Eine Kontinuität der Vorbereitung wird durch eine enge Absprache unter den Dozenten gewährleistet. Die Dozenten des Examenskurses werden vom saarländischen Prüfungsamt regelmäßig als Klausursteller in der Pflichtfach-Prüfung eingesetzt.

Modul 3 besteht aus den Klausuren im Examensklausurenkurs und bietet je nach Semester in der Regel zwei bis drei mal die Gelegenheit zur eigenständigen Anfertigung einer Klausurlösung auf Examensniveau einschließlich einer Korrektur durch examinierte Hilfskräfte. Der Examensklausurenkurs wird durch den während der Semesterferien angeboten Ferienklausurenkurs für Examenskandidaten, finanziert aus Kompensationsmitteln, ergänzt.