Prof. Dr. Gustav Horn

"Ökonomie und Rechtspopulismus"

Zeit: 23.06.2021, 18-20 Uhr

Wie konnte es soweit kommen ist eine Frage, der man sich stellen muss, wenn man den Aufstieg des Rechtpopulismus beklagt. Im Vortrag wird die These vertreten, dass der Neoliberalismus und die mangelhafte Reaktion etablierter  politischer Strömungen an der Wiege des Rechtspopulismus standen. Die Überhöhung des Marktes durch den Neoliberalismus zum dominierenden gesellschaftlichen Steuerungsprinzip war weder wirtschaftlich noch politisch tragfähig. Denn sie beraubte viele Menschen objektiv wie subjektiv gesellschaftlicher Schutzmechanismen, auf die sie sich zumindest angewiesen fühlen. Das provozierte eine Gegenreaktion, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Corona Krise wichtig ist zu verstehen.  

Vor diesem Hintergrund und in dramatischer Weise durch die aktuelle Corona Krise bestätigt, stellt sich die Frage: Wie geht es wirtschaftspolitisch weiter? Wie sieht eine künftige Wirtschaftspolitik aus, die den Menschen wieder mehr Schutz verspricht? Ist der starke Nationalstaat die Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft? Welche Form der Globalisierung wünschen wir uns? Antworten auf diese Fragen skizzieren  führen zu einer im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten spürbaren Kurskorrektur in der Wirtschaftspolitik.

Gustav Horn ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Er gründete und war von 2005 bis 2019 wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Gustav Horn oft als einer der „führenden Keynesianer Deutschlands“ bezeichnet, er ist Gründungsmitglied der Keynes Gesellschaft und seit 2019 auch ihr Vorsitzende. 

Er war Von 2000 bis 2004 Leiter der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. 

Seit 1992 ist er im wirtschaftspolitischen Beraterkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig und von 2010 – 2017 Vorsitzender der Kammer für Soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), deren aktives Mitglied er heute noch ist. Seit Herbst 2019 ist  er Mitglied im Parteivorstand der SPD und leitet dort den Wirtschaftspolitischen Beirat.