Prof. Dr. Wolfgang Schroeder

"Rechtspopulismus in der Arbeitswelt"

Zeit: 02.06.2021, 18-20 Uhr

Die Gesellschaft nimmt die Kontroverse mit den Rechten auf. Eine partielle gesellschaftliche Enttabuisierung rechter Positionen sowie durch die intelligente Nutzung sozialer Medien ist auch in den Betrieben angekommen und hat eine neue Resonanzfähigkeit erhalten. Hinzu kommen Zukunfts- und Abstiegsängste, die in betrieblichen Arbeitskraftstrategien ihren Ursprung haben. Auch wenn die offen rechtspopulistischen Aktivitäten in den Betrieben ein Randphänomen darstellen, tragen sie zu einer Klimaveränderung in den Betrieben bei, in deren Konsequenz gewerkschaftliche Aktivitäten für eine universelle und solidarische Arbeitspolitik in die Defensive geraten, wenn sie keine adäquaten Gegenstrategien finden. Kritik an den DGB-Gewerkschaften zielt nicht mehr wie bei früheren Anti-DGB-Aktivitäten gegen deren Konfliktpolitik, sondern gegen deren Co-management. Gewerkschaften sind gefordert, sich damit auseinander zu setzen. 

Wolfgang Schroeder ist 1960 geboren. Er ist Professor an der Universität Kassel und leitet dort seit 2006 das Fachgebiet „Politisches System der BRD-Staatlichkeit im Wandel“. Von 2009-2014 war er Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg. Seit 2016 ist er Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und forscht in der Abteilung Demokratie und Demokratisierung.