Tuesday, 12. March 2019

Universität der Großregion will mit mehreren Partnern „Europäische Universität“ werden

In einer Rede im September 2017 entwarf der französische Präsident Emanuel Macron seine Vision einer „Europäischen Universität“, die über mehrere Länder hinweg Hochschulen verbinden und die Europäer von morgen ausbilden soll. Jetzt konnten sich Hochschulverbünde erstmals bei der Europäischen Kommission für die begehrte Auszeichnung bewerben. Diese ist mit einer Förderung von bis zu fünf Millionen Euro über drei Jahre verbunden. Die „Universität der Großregion“ hat sich gemeinsam mit Partnern aus Südosteuropa und dem Baltikum beworben. Mit dem Projekt „EURCrossBorderAlliance“ will der Verbund zu den ersten zwölf Europäischen Universitäten gehören, die im Sommer bekannt gegeben werden.

Grenzregionen machen 40 Prozent der Europäischen Union aus, dort leben rund 30 Prozent der Bevölkerung. Sie sind Räume des Austauschs und der Vernetzung – sowohl kulturell als auch sprachlich, aber auch mit Blick auf ihre Geschichte und Handelsbeziehungen. Universitäten spielen in Grenzregionen eine besondere Rolle als Vorreiter, Grenzen jedweder Art zu überwinden. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist daher prädestiniert, den europäischen Hochschulraum mit innovativen Modellen voranzutreiben. Dies ist der Ausgangspunkt für die Vision einer Europäischen Universität, die der Hochschulverbund „Universität der Großregion“ entwickelt hat. In diesem Verbund haben sich vor zehn Jahren die Universität des Saarlandes, die Université de Lorraine sowie die Universitäten in Lüttich, Luxemburg, Trier und Kaiserslautern vernetzt. Als geographisch überschaubare Modellregion haben sie gemeinsam versucht, die vielen kleinen Hürden im Alltag zu überwinden, die den Austausch von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Hochschulpersonal behindern. Ihr vielfältiges Netzwerk soll nun erheblich weiterentwickelt werden und zugleich Hochschulen in anderen Grenzregionen als Vorbild dienen, um auch dort die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu intensivieren.

Als Brückenköpfe in zwei weiteren europäischen Grenzregionen wurden die bulgarische Universität St Kliment Ohridski in Sofia und die litauische Vytautas Magnus University in Kaunas ausgewählt. Gemeinsam wollen die Projektpartner Werkzeuge entwickeln, um auch in diesen Regionen die Mobilität der Studierenden zu vereinfachen und zu systematisieren. Zudem sollen der europäische Charakter ihrer Institutionen und Bildungsangebote gestärkt werden, damit sich bei allen Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine europäische Identität entwickelt.

Falls die Projektpartner von der Europäischen Union gefördert werden, könnten damit insgesamt 173 000 Studierende erreicht werden. Sie sollen dann durch vermehrte Mobilitätsphasen eine echte europäische Bildung erfahren, ihre Sprachkenntnisse verbessern und interkulturelle Kompetenzen erwerben können. Die physische Mobilität soll zudem durch eine virtuelle ergänzt werden. Bis zum Jahr 2025 sollen die Hälfte der Absolventen dieser Allianz in ihrem Studiengang an einer realen oder virtuellen Mobilitätsphase teilhaben.

Der Verbund „Universität der Großregion“ sieht sich im Rahmen des Projekts „EURCrossBorderAlliance“ als Katalysator und Modell für die Entwicklung neuer grenzüberschreitender Universitätsverbünde. Die Partner wollen damit neue Maßstäbe für die europäische Zusammenarbeit im Hochschulwesen und der Forschung setzen. Wenn das Projekt im Sommer den Zuschlag bekommt, wird es als „Europäische Universität“ bereits im kommenden Wintersemester seine Arbeit aufnehmen. Die Universität des Saarlandes hatte die Federführung in der Antragstellung und wird im Fall der Bewilligung das Projekt koordinieren.


Weitere Informationen:
Verbund “Universität der Großregion“: www.uni-gr.eu

Pilotvorhaben „Europäische Universitäten“: Ausschreibungstext

Pressefotos: www.uni-saarland.de/pressefotos

Fragen beantwortet:

Sonja Karb-Ressing
Stabsstelle Universität der Großregion und Internationales
Tel.: 0681 302-3316
E-Mail: s.karb-ressing(at)univw.uni-saarland.de


Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681 302-3610) richten.