Sunday, 22. September 2019

Die Zeit ist reif: Deutscher Germanistentag in Saarbrücken zum Thema ‚Zeit‘

26. Deutscher Germanistentag

Ein dichtes und vielfältiges Programm mit zahlreichen Workshops und über 450 Vorträgen bietet der 26. Deutsche Germanistentag vom 22. bis 25. September 2019 an der Universität des Saarlandes (Gebäude B4 1). Mit dem Thema ‚Zeit‘ untersuchen die Hochschulgermanistinnen und -germanisten sowie Deutschlehrerinnen und -lehrer eine Dimension, die Sprache und Literatur, aber auch deren Vermittlung in Schule und Universität auf allen Ebenen betrifft. Der Kongress, den der Deutsche Germanistenverband alle drei Jahre ausrichtet, wird durch ein Rahmenprogramm mit einer öffentlichen literarischen Lesung, Vorträgen und bildungs- und wissenschaftspolitischen Diskussionen auch 2019 zu einem Ereignis für alle, die sich für Literatur, Sprache und ihre Vermittlung interessieren.

22. bis 25. September, Campus Saarbrücken, Audimax-Gebäude B4 1

Die Medien sind herzlich eingeladen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen für Interviews und Pressegespräche gerne zur Verfügung. Anmeldung bitte bei Dr. Anne Meyer-Klose (Telefon: 0681/302-6621, E-Mail: info@germanistenverband.de) von der Geschäftsstelle des Germanistenverbandes.

Mehr Informationen, Programm und Anmeldung für Interessierte: www.germanistentag2019.de


„Kann man Zeit erzählen, diese selbst, als solche, an und für sich?“ Diese Frage lässt Thomas Mann seinen Erzähler im Zauberberg stellen. Der Deutsche Germanistenverband rückt das vielschichtige Thema Zeit in den Mittelpunkt seiner diesjährigen Fachtagung. Die Germanistinnen, Germanisten, Deutschlehrerinnen und -lehrer nähern sich der Zeit aus verschiedenen Perspektiven: Wie wird Zeit aus dem Blickwinkel der Grammatik- und Erzählforschung sprachlich dargestellt? Wie wirken sich die Konsequenzen fehlender Zeit im Deutschunterricht in bildungspolitischer Perspektive aus? Wie entwerfen literarische Utopien und Untergangsszenarien Zukunft und: Stoßen sie womöglich auch reale Veränderungs-prozesse in der Zeit an?

„Zeit ist eines der zentralen Themen der Germanistik – auch als Teil einer Gesellschaft, die Zeit als knappes Gut bespricht und in der Zeitvorgaben den wissenschaftspolitischen Diskurs mehr und mehr bestimmen“, sagt Nine Miedema. Die Professorin für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität des Saarlandes organisiert als Erste Vorsitzende der Gesellschaft für Hochschulgermanistik den diesjährigen Germanistentag auf dem Saarbrücker Campus.

Als grundlegende Dimension betreffe Zeit sämtliche Gebiete der Germanistik: „Sprache und Literatur finden nicht nur in der Zeit statt und werden dadurch Teil von Sprach- und Literaturgeschichte. In ihnen wird Zeit auch sprachlich und textuell organisiert und repräsentiert – etwa als grammatische Kategorie, als ‚erzählte Zeit‘, als lyrische Präsenz“, erläutert Miedema. Damit würden Theorien von Zeit für die Sprach- und Literaturwissenschaften sowie die Didaktik des Deutschen unmittelbar relevant. „Zugleich ist Literatur als ästhetisches Medium in besonderer Weise geeignet, den ambivalenten Charakter von Zeit zwischen scheinbar objektiver Messbarkeit und subjektiver Wahrnehmung darzustellen und zu diskutieren“, erläutert die Saarbrücker Germanistin. Darüber hinaus stehe bildungspolitisch die Frage im Raum, wie viel Zeit für welche Prozesse im Leben der Lernenden zur Verfügung stehen soll und wie Curricula mit zeitlichen Ressourcen in Einklang gebracht werden können.

Eröffnet wird der diesjährige Germanistentag am Sonntag, dem 22. September 2019, um 18 Uhr, im Audimax (B4 1) mit einem Vortrag des Soziologen Hartmut Rosa, der zum Thema „Alltagszeit, Lebenszeit, Weltzeit – eine resonanz- und beschleunigungstheoretische Perspektive auf Literatur und Gesellschaft“ sprechen wird. Am Montag (23. September, 20 Uhr) wird die Autorin Esther Kinsky im Staatstheater Saarbrücken aus eigenen veröffentlichten und unveröffentlichten Werken zum Thema ‚Zeit‘ lesen. In zwei prominent besetzten bildungs- und wissenschaftspolitischen Podiumsdiskussionen werden am Dienstag (24. September 2019, 16:30 Uhr, die Themen „Zeit für Bildung“ (B4 1, R. 0.19) sowie „Der Weg zur Professur. Die Situation des germanistischen Nachwuchses“ (B4 1, R. 0.18) debattiert.


Der vierte saarländische Deutschlehrertag
bietet mit Workshops und Vorträgen im Rahmen des Germanistentages Gelegenheit zum praxisorientierten Austausch zwischen Wissenschaft und Schule. Geleitet wird dieser von der Didaktikerin und Expertin für digitale Bildungsangebote Professor Julia Knopf von der Universität des Saarlandes.

Der Deutsche Germanistenverband (DGV) ist die Fachgesellschaft für die an Schulen, Hochschulen, Fortbildungsstätten und Forschungseinrichtungen beruflich tätigen Germanistinnen und Germanisten. Der Verband gliedert sich in die ‚Gesellschaft für Hochschulgermanistik‘ und den ‚Fachverband Deutsch‘ für die Deutschlehrerinnen und -lehrer an Schulen. Die beiden Fachgruppen veranstalten alle drei Jahre gemeinsam den Deutschen Germanistentag als Forum der wissenschaftlichen und öffentlichen Auseinandersetzung mit den Zielen der Germanistik in Forschung und Lehre.

Kontakt für die Medien:
Dr. Anne Meyer-Klose, Koordinatorin der Geschäftsstelle des Deutschen Germanistenverbandes: Telefon: 0681/302-6621, E-Mail: info@germanistenverband.de

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