09/08/2020

IT-Sicherheit im Fokus: Deutscher EDV-Gerichtstag findet erstmals virtuell statt

Wie bleiben Gerichte geschützt vor digitalen Angriffen? Wie können IT-gestützte Technik und Künstliche Intelligenz die Arbeit der Justiz erleichtern? Diese Fragen stehen vom 23. bis 25. September im Mittelpunkt des 29. Deutschen EDV-Gerichtstages. Erstmals treffen die Expertinnen und Experten virtuell zum bundesweit größten Fachkongress zum elektronischen Rechtsverkehr und der Rechtsinformatik zusammen. Die Teilnahme ist für alle Interessierte frei.

Hackerangriffe auf die Justiz sind heikel. Die Angreifer könnten versuchen, Daten in Prozessen zu manipulieren, in denen unabhängig und gerecht Recht gesprochen und Urteile gefällt werden sollen. Auch Informationen über Zeugen oder verdeckte Ermittler dürfen nicht in falsche Hände geraten. Es geht hier auch um das Vertrauen in den Rechtsstaat. Umso wichtiger ist es, Justitia gegen solche Gefahren zu wappnen. Dies ist eines der Hauptziele des Deutschen EDV-Gerichtstages, zu dem in „normalen“ Jahren annähernd 1000 Fachleute aus Justiz, Anwaltschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft auf den Saarbrücker Campus strömen.

In diesem Jahr findet der Kongress ganz im digitalen Raum statt: Zu den Workshops unter dem Motto „Digitalisierung grenzenlos – aber (nur) mit Sicherheit“ können sich alle Interessierten kostenlos auf der Konferenzplattform https://edvgt2020.expo-ip.com/ registrieren. Das Fachprogramm findet live im Zeitraum vom 23. bis 25. September statt. Die Fachvorträge werden hier noch bis zum 30. September abrufbar sein.

„Bei der digitalen Premiere geht es neben IT-Sicherheit außerdem um Digitalisierungsprozesse in der Justiz. Auch Künstliche Intelligenz wird ein großes Thema sein, diskutiert werden etwa ihre Einsatzmöglichkeiten im Gericht oder ihr Einsatz zur Überprüfung von Inhalten sozialer Netzwerke“, erläutert Professor Stephan Ory, Vorstandsvorsitzender des EDV-Gerichtstages, der die Veranstaltung leitet. Die Expertinnen und Experten aus Recht und IT beleuchten außerdem rechtliche Grenzen der IT-Sicherheitsforschung und der IT-gestützten Technik in der Anwaltskanzlei, neue Entwicklungen zu elektronischen Postfächern, E-Justice in Europa und auch Barrierefreiheit wird Thema sein.

Im Rahmen des Fachkongresses wird die Bund-Länder-Kommission für Informationstechnik in der Justiz ausgewählte IT-Projekte der Länder vorstellen. In ihren Vorträgen geht es unter anderem um Blockchain-Technologie für notarielle Vollmachten und Erbscheine, die Entwicklung des "Gemeinsamen Fachverfahrens" und die IT-Governance für die Justiz. Außerdem wird zum EDV-Gerichtstag der neue Internetauftritt des gemeinsamen Justizportals des Bundes und der Länder vorgestellt.

Die Firmenbegleitausstellung informiert bis 30. September über neue Produkte und Dienstleistungen rund um IT und Recht.

Eröffnet wird der virtuelle EDV-Gerichtstag am 23. September unter anderem mit einem Eröffnungsgespräch zwischen Professor Stephan Ory und Roland Theis, Staatssekretär im saarländischen Justizministerium. Thema ist die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf die Digitalisierungsprozesse in der Verwaltung. Im Anschluss wird Dirk Wedel, Staatssekretär im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des E-Justice-Rats, über das aktuelle Thema „Digitale Souveränität“ sprechen.

Weitere Informationen und Programm: https://www.edvgt.de/
Kostenlose Registrierung als Teilnehmer unter
https://edvgt2020.expo-ip.com/

Kontakt: Prof. Dr. Stephan Ory, Vorstandsvorsitzender des Deutschen EDV-Gerichtstages e.V.: Telefon: +49 (0)681 302-5511; E-Mail: edvgt@jura.uni-sb.de