Juniorprofessur für Philosophie des Geistes und der kognitiven Systeme

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Die Philosophie des Geistes bildet ein Kerngebiet der Theoretischen Philosophie. Sie beschäftigt sich mit der Natur geistiger oder mentaler Zustände und Prozesse, deren Ursachen und Wirkungen, sowie deren Verhältnis zu körperlichen oder physischen Zuständen und Prozessen. Zentrale Fragestellungen in der Philosophie des Geistes sind etwa: Was zeichnet mentale Prozesse wie Denken, Wollen, Glauben, Wahrnehmen, Empfinden, Fühlen etc. aus? Was unterscheidet solche mentalen Prozesse von physischen? Sind Geistiges und Körperliches letztlich identisch oder grundsätzlich verschieden? Welche Rolle spielen mentale Zustände und Prozesse in der physischen Welt und welche Rolle spielt Körperliches für geistige Prozesse? – Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Philosophie des Geistes vor einem genuin philosophischen Hintergrund.

Es gibt eine Reihe von Überschneidungen der Philosophie des Geistes mit anderen Teilbereichen der Theoretischen Philosophie. So fallen etwa Fragen nach dem Verhältnis von Körper und Geist auch in den Bereich der Metaphysik und die Erforschung der Rolle von Sprache für das Denken knüpft an die Sprachphilosophie an. Die philosophische Erforschung mentaler Zustände reicht in die Wissenschaftstheorie hinein und Debatten zu Willensfreiheit betreffen neben der Philosophie des Geistes auch die Ethik und Moralphilosophie. 

Die Philosophie der Kognitiven Systeme ist ein Forschungsfeld im Schnittbereich von Philosophie des Geistes und Wissenschaftstheorie sowie empirischer Forschung aus unterschiedlichen Teildisziplinen der Kognitionswissenschaft wie z.B. Informatik, Neurowissenschaft, Psychologie, Linguistik und Künstliche Intelligenz. Sie befasst sich vor allem mit Fragen rund um Kognition, kognitive Fähigkeiten bzw. kognitive Prozesse oder Phänomene. Hierzu zählen z.B. Lernen und Gedächtnis, Sprachverstehen, Aufmerksamkeit, Problemlösen und Entscheidungen. Die Philosophie der Kognitiven Systeme fragt nun spezifischer, was z.B. Kognition bzw. kognitive Systeme auszeichnet, ob es einen Unterschied zwischen kognitiven und geistigen Prozessen gibt, und wenn ja, worin dieser besteht. Weitere zentrale Fragen sind:  Wie können kognitive Prozesse von nicht-kognitive unterschieden werden? Wie lässt sich die Architektur kognitiver Systeme am besten beschreiben? Und unter welchen Umständen schreiben wir künstlichen Systemen, wie z.B. Robotern, korrekterweise kognitive Fähigkeiten zu?

Neben Fragen nach der Natur von Kognition und kognitiven Phänomenen stehen Fragen bezüglich Implementation, sowie nach der Erklärung und Entdeckung implementierender Mechanismen: Wann haben wir eine gute Erklärung für eine kognitive Fähigkeit? Welche Arten von Experimenten tragen zur Entdeckung der physiologischen Grundlagen von Kognition bei? Welche Rolle spielt das biologische Gehirn? Und wie lassen sich Handlungen und Entscheidungen eines kognitiven Systems oder Agenten erklären oder vorhersagen?

beschäftigt sich u.a. mit der Natur geistiger oder mentaler Zustände, deren Ursachen und Wirkungen, sowie deren Verhältnis zu körperlichen oder physischen Zuständen. Sind mentale Prozesse mehr, als komplexe neurophysiologische Prozesse oder sind sie mit ihnen identisch? Besteht der Geist vielleicht aus einer gänzlichen andere Substanz, als der Körper es tut? Oder können wir Mentales auf Physiologisches reduzieren? Und welche Rolle spielen Gehirn, Körper und Umwelt für mentale Zustände und Prozesse? – Vertreter unterschiedlicher philosophischer Grundpositionen im Bezug auf das sog. Leib-Seele Problem liefern verschiedene Antworten auf diese Fragen. Welche sind am überzeugendsten? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft für die Erforschung des Geistes?