Motiviertes selbstreguliertes Lernen im Lateinunterricht

Typ

Dissertationsprojekt

 

Finanzierung

Graduiertenförderung der Universität des Saarlandes

 

Mitarbeiter

Daniela Wagner
Prof. Dr. Franziska Perels

 

Kurzbeschreibung

Die Bedeutsamkeit selbstregulativer Fähigkeiten ist für das schulische Lernen besonders hoch. Die stetig steigende Verfügbarkeit weltweiten Wissens sowie die immer komplizierter und unbeständiger werdenden Aufgaben der Berufswelt verlangen entsprechende Kompetenzen und erfordern Eigenverantwortung, Flexibilität und Selbstregulation beim Lernen. Daher erscheint es zunehmend unabdingbar, Schüler frühzeitig zu selbstreguliertem Lernen anzuleiten. Selbstreguliertes Lernen wird definiert als „eine Form des Lernens, bei der die Person in Abhängigkeit von der Art ihrer Lernmotivation selbstbestimmt eine oder mehrere Selbststeuerungsmaßnahmen (kognitiver, metakognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art) ergreift und den Fortgang des Lernprozesses selbst überwacht“ (Schiefele & Pekrun, 1996).


Der Lateinunterricht, der Tradition und Bewahrung der europäischen Wurzeln repräsentiert, steht ständig vor der Herausforderung, die kulturelle Distanz zwischen der modernen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und der der Antike zu überbrücken, sich an das veränderte Lernverhalten anzupassen sowie eine inhaltliche und methodische Öffnung des Unterrichts zu vollziehen.


Es soll überprüft werden, inwiefern die Fähigkeiten, die im Lateinunterricht erworben werden (gründliches Lesen, analytische Texterschließung, komplizierte Zusammenhänge überblicken, regelmäßiges Lernen und Wiederholen) mit den Inhalten der Selbstregulation vereinbart werden können. Im Lateinunterricht wird viel Wert auf das gründliche Lesen (vgl. PISA 2000) und Erfassen anspruchsvoller Texte gelegt. Dieses Verhalten überträgt sich vielfach auf andere, nicht nur schulische Lernbereiche.


Mit dem Projekt „Motiviertes selbstreguliertes Lernen im Lateinunterricht“ (MOSELLA) sollen Möglichkeiten zur Implementierung einer Kombination aus Selbstregulationsstrategien und fachspezifischen Strategien (Übersetzungsstrategien) in den regulären Lateinunterricht der zehnten Klassenstufe analysiert werden. Zu diesem Zweck sollen im Rahmen eines Schülertrainings verschiedene Interventionsmöglichkeiten in einem 2x2-Design systematisch variiert werden. Theoretische Grundlage der Intervention bildet das Rahmenmodell des selbstregulierten Lernens (Pintrich, 2000), bei dem der Lernprozess in vier Phasen unterteilt wird.


Ziel soll sein, die entwickelten Ideen und Konzepte zur Förderung selbstregulierten Lernens im regulären Unterricht des Gymnasiums zu nutzen, um den Lehrkräften einen umfangreichen Fundus von Übungen, Anschauungsmaterialien, Trainingsunterlagen sowie Unterrichtmaterialien mit entsprechenden Instruktionen zur Verfügung zu stellen.