Fachwortindex

 

A B C D E F G H I J K L M N O P-Q R S T U V W XYZ


A


Abdomen: Bauchraum, Unterleib


Abklatschmetastase: Tumormetastase auf der dem ursprünglichen Tumor  gegenüberliegenden/ angrenzenden Organwand als Folge unmittelbarer Absiedlung

 

Abdominaltumor: raumfordernder Prozeß neoplastischer (verändertes Gewebe) oder entzündlicher Ursache ohne eine zunächst nähere Organzuordnung


Abstrich: Entnahme von Probenmaterial von der Oberfläche von Wunden, Schleimhäuten oder entzündeten Körperstellen mittels sterilen Tupfern zur weiteren Untersuchung der genauen Zellart oder vorhandener Krankheitserreger (Bakterien, Pilze, Viren,…)


Abszess: abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe. Nicht immer sind Abszesse von außen sichtbar und können. Anzeichen können unter anderem sein: Rötung, Schwellung, Schmerzen, Spannungsschmerzen und Fieber


Abusus: Missbrauch/ unkontrollierte Einnahme von Medikamenten oder Genussmitteln


Adenokarzinom: Feingewebliche Unterform eines bösartig entarteten Adenoms (also eines drüsenbildenden Gewebes)


Adenom: Feingewebliche Unterform eines gutartigen Tumors in Form einer  Neu- bzw. Mehrbildung von Körpergewebe des oberen Zellverbands von Drüsengeweben vor allem  auch von Schleimhäuten des Darms, Magens und der Atemwege


Adjuvant: bezeichnet eine begleitende Therapie, häufig benutzt als adjuvante Chemotherapie/ Radiotherapie (Bestrahlung), nach kompletter chirurgischer Entfernung eines Tumors um eventuell verbliebene Krebszellen zu zerstören und einen Krankheitsrückfall zu vermeiden


Adenomatose: Ansammlung von mehreren Adenomen innerhalb eines Organs


Adenosarkom: Feingewebliche Unterform eines bösartige entarteten Adenoms, in diesem Falle eines Organs das viel Bindegewebe enthält


Adrenektomie: Operative Entfernung der Nebenniere


Afterloading: Bestrahlungsverfahren, bei dem über spezielle, medizinische Geräte zunächst ein Hohlkörper in den Tumor verbracht und anschließend (afterload) durch beschicken der Kapsel mit einer radioaktiven Substanz, diese auf diese Weise direkt an den Tumor gebracht werden kann. Nach abklingen der Strahlung wird der Hohlkörper zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt. Je nach Lage des Tumors ist dies ein sehr aufwendiges Verfahren, für das manchmal sogar eine kurze Narkose notwendig ist oder das im Zuge einer Operation durchgeführt wird


AFP (alpha-Fetoprotein): Wichtiger Tumormarker vor allem beim Hodenkarzinom, Ovarialkarzinom und Leberkarzinom


Aktinomycin D: Chemotherapeutikum das die Zellvermehrung verhindert  indem es die die Verlängerung der RNA bei der Transkription blockiert. Das bedeutet, dass die DNA nicht neu „geschrieben“ werden kann um neue Zellen zu bilden. Dementsprechend sind alle Zellen des Körpers betroffen. Die gleichzeitige Anwendung von Bestrahlung und Actinomycin D führt zu einer Wirkungsverstärkung in den bestrahlten Körpergeweben (Radiochemotherapie aber auch zum Erröten und Schmerzen der Haut und der Schleimhäute insbesondere der Schleimhäute die in dem Bestrahlungsgebiet liegen)


Akustikusneurinom: ein Neurinom besteht aus entartetem Nervengewebe. Das Akustikusneurinom ist der häufigste Kleinhirnbrückenwinkeltumor ausgehend vom Nervus Vestibulocochlearis (Gleichgewichtsnerv)


Allogen: von einem genetisch anderen Individuum derselben Art stammend z.B. Mensch-Mensch Transplantation oder der allogene Knochenmarkstransplantation.


Alopezie: Haarausfall, vor allem bestimmte Chemotherapeutika können zu Haarausfall führen, da die Zellen an der Basis der Haare zu den schnell teilenden (wie Tumorzellen) gehören. Aber nicht alle Chemotherapien führen letztendlich zu Haarausfall. Nach Absetzen der Medikamente beginnt das Haarwachstum in der Regel wieder sehr schnell


ALL (Akute lymphatische Leukämie): Schwerwiegende Form einer akuten Leukämie die vor allem bei Kindern auftritt


AML (Akute myeloische Leukämie): Schwerwiegende Form einer akuten Leukämie, die vor allem bei Erwachsenen auftritt


Ambulant: bezeichnet die medizinische Behandlung im Krankenhaus ohne Aufenthalt im Krankenhaus auf Station (stationär)


Anämie: Erworbene, Angeborene oder durch Verletzung/ Erkrankung verursachte Verminderung des roten Blutfarbstoffes und/oder der roten Blutkörperchen. Da diese die Sauerstoffträger des Blutes sind kann es in der Folge einer Anämie zu einer Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff kommen


Anästhesie: bezeichnet das medizinische (meist mittels Medikamenten) Ausschalten des Empfindens gegenüber Schmerzen, Temperaturen und anderen Körperempfindungen. Sie kann lokal (nur die Stelle wo ein Eingriff erfolgt wird betäubt) oder als Narkose (mit Ausschalten des Bewusstseins) erfolgen. So können Eingriffe und Operationen unternommen werden, ohne dass der Patient Schmerzen verspürt


Anamnese: Erfassen der Vorgeschichte und aktuelle Krankheitssymptome aus der Sicht des Patienten oder eines nahen Verwandten (Fremdanamnese)


Androgene: Hierbei handelt sich um Hormone die von den männlichen Keimdrüsen gebildet werden. Das hauptsächliche und bekannteste Androgen ist Testosteron


ANE-Syndrom: Als Nebenwirkungen der Zytostatika Therapie auftretende Symprome bestehend aus Anorexie (Gewichtsabnahme), Nausea (Übelkeit), Emesis (Erbrechen)


Angiogenese: Neubildung von Blutgefässen. Tumoren können durch bestimmte Stoffe die Neubildung von Gefässen einleiten um Ihre Versorgung wöhrend des Wachstums zu gewährleisten. Neue Therapieformen richten sich gegen diese Neubildungsmechanismen um den Tumor auf diese Weise „auszuhungern“


Angiographie: Röntgenuntersuchung von Blut- oder Lymphgefässen bei denen vorher Röntgenkontrastmittel gespritzt werden


Angiosarkom: eine bösartige Geschwulst (Tumor) in den Blutgefäßen


Anthrazykline: Krebs hemmende Chemotherapeutika (zum Beispiel Epirubicin, Doxorubicin) die auf die Teilung der Zellen Einfluss nehmen.Wegen des schnellen Wachstums von Krebszellen werden diese durch Anthracycline stärker gestört als gesunde Zellen. Da auch gesunde Zellen betroffen werden, müssen während einer Therapie mit Antrazyklinen die Funktionen der Organe, insbesondere des Herzens, überwacht werden


Antiemetika: Mittel gegen Erbrechen


Antigene: Als Antigene bezeichnet man alle Substanzen, die von außen kommen und dem Körper als „fremd" erscheinen. Diese Stoffe regen den Körper zur Bildung von Antikörpern an. Antikörper werden vom Immunsystem als Abwehrreaktion auf eingedrungene Fremdkörper gebildet um diese gezielt zu bekämpfen. Ausgenutzt wird dieser Mechanismus auch bei Impfungen (um den Körper auf die fremden Zellen „vorzubereiten“ oder als Antigen/ Antikörpertherapie


Antihistaminikum: Histamin wird von bestimmten Zellen zur Abwehr körperfremder Stoffe ausgeschüttet. Die Wirkung des Antihistaminkums schwächt diese Wirkung ab was vor allem zur Behandlung von allergischen Haut und Schleimhauterkrankungen eingesetzt wird. Bei Bluttransfusionen oder anderen Transfusionen auf die man allergisch reagieren kann, wird in der Regel im Rahmen einer Transfusionsreaktion Kortison anstatt Antihistaminka eingesetzt


Antikörper: Spezielle Eiweißmoleküle, die vom Immunsystem gebildet, genauer von den Plasmazellen) werden und Antigene binden können. Sie gehören zu den Immunglobulinen (Ig) und können in 5 Gruppen unterteilt werden: IgG, IgM, IgA, IgE, IgD (monoklonale Antikörper). Bei einem Plasmozytom kommt es zu einer Entartung einer dieser Plasmazellen mit dem entsprechender Überproduktion krankhafter Paraproteine


Antikörpertherapie: ist eine spezielle Art der Immuntherapie bei der Antikörper gegen bestimmte Rezeptoren auf den Krebszellen gegeben werden und diese so als krank „markiert“ werden und von der eigenen Immunabwehr zerstört werden können


Aphte: Eine Aphthe ist eine schmerzhafte, von einem entzündlichen Randsaum umgebene Erosion der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute. Sie stellen eine Nebenwirkung unter Chemotherapie da, wenn das Immunsystem supprimiert wird. Auffällig ist ein weißer Fibrinbelag der nicht mit einem Pilzbelag verwechselt werden darf. Treten multiple Aphten auf, die vom Herpes  Virus Typ 1 ausgelöst werden, spricht man von einer Stomatitis aphtosa


Aplasie: vollständiges Fehlen einer Zellart im Blut. Bezeichnet bei der Behnadlung von Tumoren die Patienten, die als Folge einer Chemotherapie eine extreme Verminderung der weißen Blutzellen (Leukozyten) haben, als aplastisch oder im Zustand der Aplasie befindlich


Apnoe: Atemstillstand


Apoptose: der in allen Zellen vorprogrammierte Zelltod. Bei den Tumorzellen scheint dieses Programm gestört zu sein, da die Zellen „vergessen“ haben zu sterben und sich so unkontrolliert auch weiter teilen und vermehren können


Arrosionsblutung: Blutung nach Schädigung eines Gefäßes z.B. durch einen Tumor


Aspergillose: Die Aspergillose ist eine Infektion durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus, zumeist Aspergillus fumigarus. Erkrankungsorte sind die Haut, die Ohren, die Nasennebenhöhlen und die Lunge. Letztere wird am häufigsten befallen. Selten werden auch Metastasen im Herzen, der Niere und des Zentralnervensystems gebildet. Im Rahmen einer Immunsuppresiven Therapie, wie der Chemotherapie, wird in der Regel eine Prophylaxe gegen Pilze als begleitende Therapie gegeben


Astrozytom: Gliome sind hirneigene Tumoren ausgehend von der Glia (dem „Stützgewebe“ des Gehirns.  Das Astrozytom entstammt vermutlich entarteten Zellen (Astrozyten) dieses StützgewebesDas Glioblastom ist das bösartigste höhergradigste Gliom. Der Grad der Bösartigkeit bestimmt somit auch wesentlich die Therapie und die Prognose. Betroffen sind vor allem Männer in mittleren und höheren Lebensjahren


Aszites: Wasseransammlung im Bauchraum


Aszitespunktion: Punktion des Bauchraumes zum Ablassen/ Entlasten einer Wasseransammlung im Bauchraum. Auch im Rahmen einer diagnostischen Ascitespunktion zur Bestimmung der Zusammensetzung des Ascites


Autologe Knochenmarktransplantation (KMT): Knochenmarktransplantation bei der das eigene Knochenmark zuvor genommen und aufbereitet wird und zu einem bestimmten Zeitpunkt der Therapie zurückgegeben wird (Eigenspende)


Axilar: zur Achselhöhle gehörend oder in ihr gelegen


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B


B-Lymphozyten: die B-Lymphozyten sind eine Unterform der Lymphozyten. Sie können nach Kontakt mit Antigenen zu Antikörper produzierenden Plasmazellen werden


B - Symptomatik: Begleiterscheinungen die häufig bei Krebserkrankungen auftreten, manchmal sind sie die ersten Hinweise auf eine Krebserkrankung. Zu den B Symptomen gehören (meist länger bestehend)  ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber ohne andere Ursache, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit


Beckenkammpunktion: Gewebeentnahme des Knochenmarks bzw. Knochenmarkszellen aus dem Beckenknochen mit einer speziellen Hohlnadel zur weiteren feingeweblichen Untersuchung


Benignität: Gutartigkeit


Bestrahlung: Es gibt verschiedene Arten und Anwendungen der Bestrahlung zur Behandlung bösartiger Erkrankungen. In der Regel erfolgt die Bestrahlung von außen mittels Linearbeschleuniger. Der eigentlichen Bestrahlung geht eine Bestrahlungsplanung voraus, bei der die verschiedenen Fachrichtungen den optimalen Bestrahlungstermin für den Patienten besprechen. Prinzip der Bestrahlung ist es durch gezieltes Bestrahlen des Tumorgebietes dessen Zellen zu zerstören oder zu schädigen. Mit energiereichen Strahlen lassen sich bösartige Zellen zerstören oder in ihrem Wachstum hemmen. Die Strahlen schädigen das Erbmaterial der bestrahlten Zellen. Da Krebszellen ein weniger gut arbeitendes Reparatursystem besitzen als gesunde Zellen, können sie Schäden, die durch die Strahlen hervorgerufen wurden, nicht mehr beheben – die Zelle stirbt ab. Die Bestrahlung kann auch direkt (Afterloading, Brachytherapie) durch Einbringen der radioaktiven Substanz in den Tumor oder kombiniert mit einer Chemotherapie als Radiochemotherapie durchgeführt werden wodurch der Tumor bereits durch die Chemotherapie geschwächt werden soll um die Wirkung der Bestrahlung zu erhöhen


β-HCG: Wichtiger Tumormarker vor allem beim Hodenkarzinom, Ovarialkarzinom und Leberkarzinom


Biopsie: Entnahme von kleinsten Gewebestücken aus Organen zur weiteren feingeweblichen Untersuchung. Diese kann im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs oder mittels Punktion mit speziellen Biopsienadeln von außen erfolgen


Bisphosphonate: Bisphosphonate sind aktive Hemmer des Knochenabbaus. Bei Knochentumoren oder Knochenmetastasen können die Bisphosphonate eine gute Knochen schützende und schmerzstillende Wirkung bieten. Außerhalb der Krebstherapie werden sie vor allem zur Behandlung von Osteoporose (vermehrter Knochenabbau im Alter) eingesetzt


Blastenkrise: Akute, massenhafte Produktion unreifer leukämischer Leukozyten bei der chronischen myeloischen Leukämie. Sie tritt relativ plötzlich nach einem beschleunigten Krankheitsverlauf oder auch direkt aus der chronischen Phase heraus auf. In der Blastenkrise ändert die Erkrankung ihren Charakter von einem chronischen, eher langsamen Verlauf zu einem Verlauf, der dem einer akuten Leukämie entspricht


Blastenzelle: Sehr unreife Zellen die im Knochenmark gebildet werden und noch nicht ganz ausgereift (differenziert) sind, wodurch sie teilungsfähig bleiben. Viele Patienten mit Leukämien haben diese Blasten. Ihre Anzahl und Art ist ein wichtiger Wert in Diagnose und Therapie


Blutausstrich: Die gleichmäßige, dünne Verteilung eines Tropfens Blut auf einem Objektträger zur Untersuchung unter dem Mikroskop wird als Blutausstrich bezeichnet


Blut-Hirn-Schranke: Die Blut- Hirn Schranke bildet eine Barriere zwischen dem im Körper zirkulierenden Blut und dem Gehirngewebe. Sie ist eine natürlich Schutzeinrichtung des Körpers, um gesundheitsgefährdende Stoffe oder Krankheitserreger von den empfindlichen Nervenzellen abzuhalten. Der Aufbau der Gefäßwand der Blutgefäße im Gehirn können bewirkt, dass fast keine Substanzen durch die Zellzwischenräume auf dem Weg aus dem Blut in das Hirngewebe eindringen


Boostbestrahlung: Die Boost-Bestrahlung ist eine Variante der Bestrahlung. Nach Operationen dient die Boost-Bestrahlung ist eine zusätzliche Bestrahlung auf das Tumorbett, also auf die Stelle, wo vor der Operation der Tumor saß. Es kann aber auch je nach Art des Tumors ein kleiner Zielbereich oder in dem Bereich in dem der Tumor sich befindet „aufgeboostert“ werden. Das bedeutet dass das umliegende Gewebe mit einer niedrigeren Strahlung als der Tumor selbst bestrahlt wird


Brachytherapie: Im Gegensatz zur Afterloadtherapie (s.o) wird bei dieser Form die radioaktive Substanz direkt während des Eingriffs in den Tumor verbracht und zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt


Bronchiallavage: Während einer Bronchoskopie wird eine Flüssigkeit in die Lunge eingebracht und darauf wieder abgesaugt. So kann man auch Zellen gewinnen die aufgrund der kleinsten Atemwege nicht zugänglich wäre. Das gewonnene Material wird unter dem Mikroskop auf verdächtige Zellen untersucht


Bronchoskopie: Zur Untersuchung von Teilen oder des gesamten Lungenbereiches wird die Bronchoskopie angewandt. Bei der flexiblen Bronchoskopie wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera über die Nase in die Lunge eingeführt. Gleichzeitig zu den so erhaltenen Bildern können auch Proben entnommen werden oder Bronchiallavagen durchgeführt werden. Bei der starren Bronchoskopie kann mittels spezieller Lagerung und einem starren Bronchoskoprohr der obere Teil der Atemwege inspiziert werden


Blutplättchen: Thrombozyten (Normwerte sind 150.000–380.000 pro µL Blut)


Burkitt-Lymphom: gehört zu den hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen* (NHL) und tritt in Europa eher selten auf. Maligne Lymphome sind bösartige Tumoren, die aus Lymphozyten, also Zellen des lymphatischen Gewebes, bestehen. Umgangssprachlich werden Lymphome heutzutage oft als Lymphdrüsenkrebs bezeichnet. Die Prognose hängt vom Krankheitsstadium ab. In frühen Stadien kann das Burkitt-Lymphom mit Chemotherapeutika gut behandelt werden. Ausgelöst wird es vermutlich durch Viren, insbesondere wahrscheinlich durch das Epstein-Barr Virus (EBV)


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C


Ca: häufige Abkürzung in der Medizin für Carcinom oder Calcium


Carcinom: Bösartige Geschwulst, die von verschiedenen Organen ausgehen kann. Die Zellen dieser Geschwulst vermehren sich schneller und nicht nach den „Regeln“ der normalen Zellen. Sie können über die  Grenzen des befallen Organs hinauswachsen (infiltrativ) und so auch das umliegende Gewebe zerstören. Außerdem können sie sich über den Blut- oder Lymphstrom im Körper verteilen und  in anderen Organen absiedeln. Da diese Zellen sehr teilungsfähig sind wachsen sie dort weiter und zeigen ssich in Form von Metastase


Carcinomna in Situ (CIS): Frühstadium einer Krebserkrankung, bei der der Tumor bestimmte Zellverbandstrukturen noch nicht durchbrochen (nicht invasiv) hat und daher nicht gestreut (metastasiert) haben kann


CEA: Ein Eiweiß, das vor allem bei Tumoren des Magen-Darm-Traktes erhöht im Blut nachweisbar sein kann und so als Tumormarker für den Verlauf, als Hinweis oder zur Diagnosesicherung, nicht aber für die Diagnose selbst verwendet werden kann


Cephalgie: Kopfschmerz


Chemotherapie: Behandlung mit chemischen Substanzen (Zytostatika). Es gibt viele verschiedene Chemotherapeutika, die meist in die Zellteilung der Zellen eingreifen und so deren Vermehrung und weiters Wachstum verhindern sollen. Da sie nicht nur die Zellvermehrung der kranken Zellen sondern auch der schnell wachsenden gesunden Zellen stören, kann es zu Begleiterscheinungen führen (Übelkeit, Schleimhautschäden, Erbrechen,etc.) gegen die aber Medikamente zur Verminderung gegeben werden können und die nach der Therapie wieder abklingen. Jede Therapie ist so gewählt dass die gesunden Zellen möglichst wenig Schaden nehmen.


Chromosom: Gesamtheit der Erbinformation die sich im Zellkern befindet


CLL (Chronisch lymphatische Leukämie): ist der häufigste Leukämietyp der  vorwiegend ältere Menschen betrifft


CML (Chronisch myeloische Leukämie): die chronische Form der Leukämie ist anfänglich symptomarmen oder symptomfrei (chronische Phase), der später in eine aggressive Verlaufsform übergeht(siehe auch Blastenkrise)


Colitis: Darmentzündung im Bereich des Dickdarm


Colonkarzinom: Darmkrebs


Computertomographie: Ein bildgebendes Verfahren bei dem mittels Röntgenstrahlen Schnittbilder des menschlichen Körpers erstellt werden können. Zur genauen Diagnostik,  und Verlaufsbeurteilung bei einigen Tumoren notwendig. Für einige Fragestellungen wird die CT-Untersuchung heute durch eine  MRT-Untersuchung ersetzt oder ergänzt, da bestimmte Gewebe in den verschiedenen Techniken besser oder schlechter erkannt werden können.


Cortison: Hormon, dass in den Nebennieren produziert wird. Cortison wird häufig bei Krebserkrankungen als Medikament zur Unterstützung der Therapie verabreicht


CT: Abkürzung für Computertomographie


Cystitis: Entzündung der Harnblase


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D


Darmflora: Im Darm befinden sich neben den körpereigenen Sekreten und der Nahrung auch eine Vielzahl von Bakterien, die aber dem Menschen nicht schaden sondern den Körper unterstützen die Nahrung zu verdauen, da nicht alle Stoffe durch unseren Körper selbst verwertet und genutzt werden können. Diese „guten“ Bakterien sind in der Regel nicht gefährlich für den Menschen, können aber wenn die in den Blutkreislauf gelangen auch Erkrankungen auslösen. Gestört wird diese natürliche Darmflora durch Darminfekte und viele in der Krebstherapie verwendete Medikamente (v.a Antibiotika). Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist kann es zu starken Durchfällen kommen.


Darmspiegelung: Untersuchung der Darmschleimhaut mit Hilfe eines beweglichen Schlauches indem sich ein optisches System (Endoskop) befindet das zur direkten Beurteilung der Darmwand verwendet werden kann. Wenn auffällige Bereiche entdeckt werden können direkt Gewebsproben mit Hilfe einer kleinen Biopsiezange durchgeführt werden. Die Untersuchung erfolgt in der Regel in einer leichten Narkose.


Darmstoma: künstlicher Darmausgang


Dauerkatheter: Ein über die Harnröhre in die Harnblase eingeführter Schlauch zum Abfließen des Urins


Dekubitus: Dabei handelt es sich um ein Aufliege-Geschwür, das vor allem bei lange bettlägerigen Patienten und Querschnittgelähmten vorkommt.


Deletion: Verlust von einem Teil eines Chromosoms. Durch den Verlust kann es zu einer Störung im „Programm“ der Zelle kommen.


Dendritische Zellen: Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Form weißer Blutzellen, die Antigene so präsentieren, dass das Immunsystem darauf reagieren kann. Es erkennt sie also als fremd.


De-novo Karzinom: Tumor der nicht über die Vorstufe eines Polypen (zum Beispiel bei Darmkrebs) entsteht


Depotpräparate (Retard): sind Medikamente, die unter die Haut oder in einen Muskel gespritzt und von dort langsam und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum ins Blut aufgenommen werden. Die Wirkung hält dann über Wochen bis Monate an. Die langsame Aufnahme ins Blut wird durch spezielle Verarbeitung der Substanz selbst oder des Trägherwirkstoffs erreicht.


Dermatitis: Entzündung der Haut die akut oder chronisch auftreten kann. In der Krebstherapie ist die Bestrahlungsdermatitis in Form von einer schmerzhaften Rötung der Haut relativ häufig.

 

Desmoid: Langsam wachsende, nicht metastasierende Bindegewebsgeschwülste, die meist in der Bauchdecke auftreten, nennt man Desmoide.


Diagnostik: Die Gesamtheit der Untersuchungen, die der Feststellung oder genaueren Abklärung einer Erkrankung dienen, bezeichnet man als Diagnostik.


Diagnose: Auf Grund genauerer Beobachtungen und Untersuchungen abgegebene Beurteilung über die genaue Art und Ausbreitung/ Stadium (Fortschreitung) einer Krankheit.


Diarrhoe: Durchfall


Diabetes mellitus: Umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet. Dabei kann der Körper kein Insulin mehr bilden was er zur Verwertung des Zuckers braucht. Mit bestimmten Medikamenten und einer strengen Kontrolle der Blutzuckerwerte kann man ihn heute gut behandeln.


Differentialdiagnose: Da viele Erkrankungen die gleichen Symptome machen können werden die wahrscheinlichsten zu Beginn der Untersuchungen als Differentialdiagnosen in Erwägung gezogen. Durch Untersuchungen und Ausschluss der wahrscheinlichsten Erkrankungen kann so die endgültige Diagnose gefunden werden.


Differentialblutbild: Bei einem Differentialblutbild werden die verschiedenen Zellen des Blutes mikroskopisch bestimmt um Ihren Anteil an den Gesamtzellen zu bestimmen. Dabei wird auf Menge, Form und Verteilung geachtet. Das Differentialblutbild ist eine der wichtigsten Untersuchungen zur Beurteilung von krankhaften Prozessen des Körpers und eine der wichtigsten Untersuchungen in der Hämatologie und bei Tumoren des Blut und Immunsystems.


Differenzierung:  da Tumorzellen in ihrer Entwicklung verändert (entartet) sind ist die Differenzierung das Maß für den Ausreifungsgrad von Tumorzellen im Vergleich zu normalen gesunden Zelle. Gut differenzierte Tumorzellen sind den normalen, reifen Zellen vergleichsweise ähnlich. Undifferenzierte Krebszellen hingegen weisen kaum noch Ähnlichkeiten mit dem Ursprungsgewebe auf.


Differenzierungsgrad: Beurteilung des Malignitätsgrades bösartiger Tumoren anhand der Art der Veränderungen der Krebszelle im Vergleich zur gesunden Zelle. Je stärker die Zelle verändert (je undifferenzierter sie) ist desto höher ist der Malignitätsgrad.


Diffus: verteilt, zerstreut, ohne genaue Abgrenzung


Dignität: Gut- oder Bösartigkeit eines Tumors/ Gewebsveränderung


Dilatation: ist die dauerhafte Ausweitung eines Hohlorgans durch übermäßigen Druck von innen oder übermäßige Volumenbelastung bzw. Schädigung der Wandelemente. In der Therapie wird die Technik der Dilatation zur Aufweitung verengter Gefäße durchgeführt. Ist jedoch eines der Organe dilatiert - zum Beispiel eine dilatierte Blase – ist dies ein Anzeichen für einen krankhaften Prozess.


Diuretikum: Umgangssprachlich „Wassertabletten“. Mittel, die durch direkte Wirkung an der Niere die Ausscheidung von Wasser steigern. Da dabei auch wichtige Elektrolyte (Salze) des Körpers verloren gehen gibt es verschieden Arten von Diuretika die keinen Verlust bestimmter Salze verursachen.


Dissektion: Entfernen (Resizieren) von Weichteilen in einem Stück/ als Ganzes (medizinisch en- bloc Resektion) bezeichnet aber auch das Zerreißen eines Aneurysma.


Divertikel: meist sackförmige Wandausstülpung eines Hohlorgans, insbesondere in der Speiseröhre (Ösophagus) und dem Magen-Darmtrakt. Wenn sich diese entzünden (meist eine größere Anzahl bei bestimmten Erkrankungen die man dann Divertikulose nennt) spricht man von einer Divertikulitis.


DNS: Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure; die DNS ist bei den meisten Lebewesen Träger der Erbinformation und liegt meist als Doppelstrang vor. Sie bestimmt was bestimmte Zellen für Aufgaben haben und was sie produzieren sollen (Programm der Zelle). Ein Fehler in der DNS führt deshalb zu „falschen“ Ausführungen und kann sich als Krankheit bemerkbar machen.  Sie ist vorwiegend im Zellkern vorhanden.


Donor: Organ- oder Zellspender bei Transplantationen nennt man Donor


Doppelbefundung: Eine Beurteilung von Untersuchungsergebnissen wie z.B. Röntgenbildern durch zwei unabhängig voneinander diagnostizierenden Ärzte. In großen Studien wird dies meist durch auf bestimmte Erkrankungen spezialisierte Ärzte im Rahmen der Referenzbegutachtung durchgeführt.


Dosis: Menge eines Medikaments. Wenn man die Dosis erhöht spricht man von Dosiseskalation wenn man die erniedrigt von Dosisreduktion.


Down-Staging: Um den Erfolg einer kompletten Resektion eines Tumors (komplette Entfernung) zu erhöhen, kann man eine präoperative (vor der Operation) Chemo- oder Radiotherapie durchführen durch die der Tumor verkleinert („downgestaged“) werden soll.


Drainage: Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen über Schläuche oder Röhrchen meistens nach außen. Sie werden auch vorbeugend bei Operationen im Operationsgebiet gelegt um die nachfließende Wundflüssigkeit abzuleiten. Sie dienen so auch der Kontrolle von Nachblutungen die man an der Menge und Art der „drainierten“ Flüssigkeit erkennen kann.


Ductus: Gang oder Kanal. In der Anatomie werden bestimmte Gefäßverbindungen mit Ductus bezeichnet.


Duodenum: Zwölffingerdarm


Dysfunktion: Funktionsstörung


Dysphagie: Schmerzen beim Schlucken; z.B. durch Tumoren in der Speiseröhre, Schleimhautreizung (während der Bestrahlung) und/oder Pilzinfektionen (die während der Bestrahlung und der Chemotherapie gehäuft auftreten)


Dyspnoe: Atemnot


Dysplasie: bezeichnet allgemein die Fehlbildung einer Zelle oder eines Gewebes (Gewebsdysplasie) vom normalen Zell oder Gewebebild. Dysplasien können Krebsvorstufen (Präkanzerosen) sein.


Dysurie: schmerzhafter Harndrang mit erschwerter, gestörter Blasenentleerung


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E


EEG: bezeichnet das Elektroenzephalogramm, das bedeutet die Untersuchungen der Hirnstromwellen mit Hilfe von Elektroden, die auf der Kopfhaut angebracht werden. Auf diese Weise kann die Funktion des Gehirns auf eventuelle Störungen sehr schonend und einfach untersucht werden.


Eigenspende: Gewinnung körpereigenen Bluts oder Knochenmarks (durch Entnahme mittels Punktion) eines Patienten zur späteren Rückübertragung (autologe Knochenmarktransplantation).


Einflussstauung: Behinderung des Blutabflusses zum Herzen z.B. durch Tumoren in der Lunge, die auf die Gefäße drücken. Damit trotzdem genug Blut an die Bestimmungsorte kommt können kleinere Gefäße den Bluttransport übernehmen, dadurch dicker werden und auf der Haut sichtbar werden.(Kollateralkreisläufe). Wenn sich das Blut zu lange zurückstaut können auch die Gefäße davor zu groß werden und Probleme bereiten. Ziel ist es meist daher dien Grund für die Einflussstauung zu beseitigen.


Einlauf: Spülung des Darms zur Entleerung desselben


EKG: Abkürzung für Elektrokardiogramm. Kurvenförmige Aufzeichnung der Herztätigkeit


Ektoderm: Als Ektoderm bezeichnet man das äußere der drei Keimblätter während der Embryogenese (Entwicklung der befruchteten Eizelle). Aus dem Ektoderm entwickeln sich die Oberflächenstrukturen und Sinnesorgane sowie das Zentrale Nervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark aber auch Teile des Auges und anderer Organe gehören dazu).


Ektopisch: bezeichnet die Bildung von Hormonen außerhalb der dafür zuständigen Drüsen oder die Anteile eines Gewebes außerhalb des betreffenden Organs, bestimmte Tumoren können Hormone bilden was zu systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Beschwerden führen kann.


Elektrolyte: körpereigene Stoffe, die den Wasserhaushalt regulieren und an wichtigen Funktionen des Körpers beteiligt sind, die wichtigsten sind Natrium (Na), Kalium (K), Calcium (Ca) und Chlorid (Cl)


Elektrophorese: technische Trennung verschiedener Substanzen nach Richtung und Geschwindigkeit ihrer Wanderung im elektrischen Feld. Wichtig ist zum Beispiel die Eiweißelektrophorese bei der bestimmte Eiweißuntergruppen getrennt werden können und durch Veränderung ihrer Verteilung/ Menge Aufschluss über Krankheitsprozeße geben können.


Embolisierung/ Emolisation: Das Einspritzen Gefäß verstopfender Substanzen in Blutgefäße zur Unterbindung der Blutversorgung von Tumoren wird als Embolisation bezeichnet. Diese Methode wird häufig bei Lebertumoren angewendet. Sie können auch mit chemotherapeutischen Stoffen durchgeführt werden (Chemoembolisation).


Emesis: Erbrechen


Empyem: Eiteransammlung in vorgeformten Höhlen, z.B. in der Gallenblase


Endogen: bezeichnet das „im Körperinneren Entstehende“, das von innen kommende oder im Körper selbst produzierte (z.B. endogene Hormone -  werden im Körper selbst produziert)


Endokrinologie: Wissenschaft der Funktion/ Wirkung und Wechselwirkung von Hormonen/ Hormondrüsen/ Hormonregelkreisen


Endoskopie: Direkte Betrachtung von Organen durch spezielle, medizinische Geräte (Endoskope); z.B. Gastroskopie: Magenspiegelung; Bronchoskopie: Spiegelung der Luftröhre und deren Aufzweigungen; Koloskopie: Darmspiegelung; Laparaskopie: Betrachtung der Organe in der Bauchhöhle. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit Gewebeproben (Biopsie) für eine feingewebliche Untersuchung zu entnehmen.


Entartung: bezeichnet die Veränderung eines Gewebes. Wenn dies von gutartig zu bösartigen Zellen beschrieben ist bezeichnet man es als maligne Entartnung.


Enteral: enteral bedeutet den Darm betreffend


Enterale Ernährung: bezeichnet die Zufuhr von flüssigen Nährsubstraten als Trink- und Sondennahrung unter Einbeziehung des Magen-Darm-Traktes und wird als die physiologische Form der klinischen Ernährung angesehen.


Enteritis: Darmentzündung (Dünndarm)entzündliche Erkrankung des Dünndarms, meist wird der Begriff Gastro-Enteritis benutzt was als Entzündung von Magen und Darm definiert ist. Uraschen für eine Enteritis können durch Erreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, etc.), durch Medikamente oder toxisch (Umweltgifte) verursacht werden.


Enterostomie: operative Darmausleitung auf die Körperoberfläche die zeitlich begrenzt im Rahmen der Entlastung nachgeschaltet Darmabschnitte, oder dauerhaft angelegt werden können. Ein häufig genutzter Begriff in diesem Zusammenhang ist Anus praeter


Eosinophilie: Untergruppe der Granulozyten, häufig vermehrt bei allergischen Erkrankungen, Parasitenbefall und gelegentlich auch bei bestimmten Blut- oder Lymphknotenerkrankungen


Epithel: Im Organismus weit verbreiteter Gewebetyp an den Oberflächen von Geweben oder Gängen(Schleimhäute, Drüsen), ein maligner Tumor, der vom Epithelgewebe ausgeht wird als Karzinom bezeichnet.


Erhaltungstherapie: Die über einen längeren Zeitraum fortgeführte Chemotherapie, die den Erfolg der ursprünglichen ersten Therapie stabilisieren soll.


Erythem: entzündliche Rötung der Haut


Erythropoetin: Körpereigner Wachstumsfaktor, der die Bildung von Erythrozyten fördert. Erythropoetin steht auch als Medikament als EPO zur Verfügung und wird durch seine Fähigkeit die Produktion und das Wachstum der Erythrozyten anzuregen zum Doping eingesetzt.


Erythrozyt: Rote Blutkörperchen, sie enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin und sind für den Sauerstofftransport und Gasaustausch con Kohlendioxid und Sauerstoff essentiell notwendig. Einen Mangel/ Funktionsverlust an/der Erythrozyten nennt man Anämie (Blutarmut).


Ewing-Sarkom:  Dabei handelt es sich um eine Form von Knochenkrebs die vor allem im jugendlichen Alter auftritt und häufig die langen Röhrenknochen betrifft.


Exemplarisch: beispielhaft, häufig auch benutzt wenn man eine Therapieoption zunächst auf den Nutzen/ Wirkung testet.


Extremitätenperfusion: Therapie bei der ausschließliche eine Extremität selektiv (Arm/ Bein) mit Zytostatika oder Antibiotika behandelt wird. Damit gelangt das Chemotherapeutikum/ Antibiotikum nicht in den ganzen Kreislauf, wirkt also nicht systemisch.


Exposition: bedeutet, der Einwirkung von äußeren Bedingungen und Einflüssen ausgesetzt zu sein, z. B. gegenüber Strahlen, Krankheitserregern oder Chemikalien.


Exsikkose: Austrocknen des Gewebes beziehungsweise Verminderung des Körperwassers durch entweder, verminderte Flüssigkeitszufuhr oder starken Flüssigkeitsverlust wie zum Beispiel bei einer Magen Darmgrippe mit Durchfall.


Extirpation: Entfernung eines veränderten Gewebebereiches oder ganzer Gewebeteile wie Tumore (der Tumor wird exstipiert, häufiger wird jedoch resisziert (Resektion) verwendet.


Exulzeration: Aufbrechen eines Tumors mit entzündlichen Veränderungen und Zerfall von Gewebe.


Exzision: Herausschneiden (exzidieren) von Gewebe mittels chirurgischen Eingriffs, meistens ist hier jedoch nur ein kleiner Hautschnitt bei oberflächlichen Eingriffen gemeint.


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F


Facies:  die äußere Gestalt, das äußere Erscheinungsbild


Fascie: bindegewebige Hülle, die einzelne Organe und besonders Muskeln umgibt


Fascialisparese: Bei der Fascialisparese ist der Nervus Fascialis (7. Hirnnerv) geschädigt was einen Ausfall der mimischen Muskulatur zur Folge hat. Eine Fascialisparese kann durch Viren oder Bakterien hervorgerufen, meistens ist aber die Ursache unbekannt. Tumoren wie das Akustikusneurinom oder Cholesteatom können durch ihr Wachstum ebenfalls den Fazialisnerven schädigen. Eine Streuung von Tumorzellen in die Hirnhäute (Meningeosis neoplastica) kann auch zu einer Fazialisparese führen.


Faktor V Leiden Mutation: Angeborene Veränderung (Mutation) im Gen für den Gerinnungs-Faktor V, die zu einer verstärkten Blutgerinnung und Neigung zur Thrombosen bzw. Embolien einhergeht.


Fatigue:  Als Fatigue bezeichnet man eine besonders quälende Form von Müdigkeit die bis zur völligen Erschöpfung gehen kann. Nach dem Schmerz ist Fatigue das am stärksten belastende Symptom bei Tumorerkrankungen.


Febril:  fieberhaft, fiebrig (bei der Körpertemperatur spricht man von febrilen und subfebrilen Temperaturen wenn diese erhöht sind.


Feinnadelbiopsie: Die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) durch Ansaugen mit einer dünnen Hohlnadel wird als Feinnadelbiopsie bezeichnet. Meist wird diese unter Bilddarstellender Kontrolle mit dem Ultraschallgerät durchgeführt. Es handelt es sich um ein risikoarmes und einfaches Verfahren.


Fernmetastase: Tochtergeschwülste (Gewebeabsiedlungen des Primärtumors/ Ersttumors) in einem entfernt vom Ersttumor gelegenen Organ oder Körperteil nennt man Fernmetastasen.


Fertilität: Die Fruchtbarkeit oder die Fähigkeit, Kinder zu zeugen und zu bekommen, nennt man medizinisch Fertilität.


Fibrin: Faserstoff des Blutes der bei der Gerinnung (Blutstillung) eine wichtige Rolle spielt.


Fibrinogen: im Blutplasma vorhandenes Protein, Blutgerinnungsfaktor


Fibroadenom: Ein Fibroadenom ist ein gutartiger Knoten in der weiblichen Brust (Mamma), der bei etwa 30 Prozent aller Frauen vor den Wechseljahren auftritt. Meist handelt es sich um einen einzelnen Knoten, in wenigen Fällen können jedoch auch mehrere entstehen. Ein Fibroadenomknoten setzt sich vor allem aus Binde- und Brustdrüsengewebe zusammen.


Fibroblast: Die Zellen, die das Bindegewebe aufbauen/ bilden, nennt man Fibroblasten. Schädigung des Gewebes stimuliert die Proliferation von Fibroblasten und verstärkt die Abgabe von Zytokinen, die wiederum positiv auf die Reparatur der Verletzung einwirken.


Fibrose: Fibrose ist eine krankhafte Vermehrung des Bindegewebes beziehungsweise einer Umwandlung von Fibroblasten zu Myofibroblasten die vermehrt Bindegewebe bilden. Klinisch zeigen sich Fibrosen oft organspezifisch wie zum Beispiel der Lunge, der Leber, der Niere oder des Herzens, die zur Funktionseinschränkung führen. Im Bereich der rheumatischen Entitäten können Fibrosen entstehen, die mehrere Organe betreffen, wie zum Beispiel die Sklerodermie, die neben einer Hautverdickung auch die Lungen und kleine Nierengefäßwände verändert.


Fistel: Eine Fistel ist eine nicht natürlich vorbestehende (präformiert/ natürlich angelegt), röhren- oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und anderen Organen oder der Körperoberfläche. Insoweit wird zwischen inneren (zum Beispiel Magen-Dickdarm-; gastro-kolisch) und äußeren (zum Beispiel Darm-Haut-; entero-kutane Fisteln unterschieden.


Fixateur: Ein Fixateur kann entweder extern oder intern angebracht werden. Dabei handelt es sich um ein Metallimplantat das chirurgisch an Knochen angebracht wird um diesen zu stabilisieren (z.B. bei Wirbelkörpermetastasen wo die Stabilität der Wirbelsäule geschwächt ist) oder bei Knocheninstabilitäten anderer Art. Als Transportfixateur wird er auch für Knochenverlängerungen während der Heilung zum Beispiel nach schwierigen Knochenbrüchen benutzt.


Fixation: Festigung, Befestigung


Flush: anfallsweise, spontan oder nach körperlicher Anstrengung auftretende heftige Hautröte mit Hitzegefühl


Fokal: zum Herd (z.B. einer Infektion) gehörend, bezeichnet eine begrenzte feste Struktur des Körpers von dem aus Krankheitsprozesse ausgehen können


Follikel: kleine Bläschen innerhalb von Organen und Drüsen in denen Stoffe gebildet, gespeichert beziehungsweise differenziert werden (z.B. Schilddrüsenfollikel - in denen die Schilddrüsenhormone gebildet und gespeichert werden oder Lymphknotenfollikel die in primäre und sekundäre Follikel unterteilt werden und in denen innerhalb des Lymphknotens wichtige Differenzierungen ablaufen)


Fontanellen: Zwei Knochenlücken am kindlichen Schädel, die vor allem während des Geburtsvorgangs eine essentielle Rolle haben, da so eine gewisse Verschieblichkeit des kindlichen Schädels möglich ist.


Fraktioniert: Unterteilt, aufgeteilt. In der Strahlentherapie bedeutet dies, dass eine Krebsgeschwulst mit einer bestimmten Gesamtmenge an Strahlen behandelt werden muss. Diese Gesamtmenge wird normalerweise nicht auf einmal gegeben, sondern in einzelne, kleinere Mengen über mehrere Tage aufgeteilt (= fraktioniert) gegeben.


Fraktionierung: Dabei handelt es sich um die Aufteilung einer gesamten Strahlendosis auf bestimmte Einzeldosen bei der Strahlentherapie.


Fungizid: Pilze abtötend


Fungämie: Das Vorkommen von Pilzen im Blut


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G


Gastritis: Die Entzündung der Magenschleimhaut wird als Gastritis bezeichnet


Gastrointestinaltrakt: Die medizinische Bezeichnung für den Magen-Darm-Trakt (Gaster=Magen, Jejunum=Zwölffingerdarm, Ileum=Dickdarm, Colon=Dickdarm, Rektum=Enddarm) ist der Gastrointestinaltrakt


Gastroskopie: Die endoskopische Untersuchung des Magens nennt man Gastroskopie. Dadurch ist es möglich, das Innere der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gaster) und des Zwölffingerdarms (Duodenum) anzusehen. Auch können kleine Gewebeproben (Biopsien) aus der Schleimhaut für mikrobiologische Untersuchungen entnommen werden und kleinere Eingriffe z. B. mit Laser- oder Elektrokoagulation durchgeführt werden.


G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender-Faktor): Wachstumsfaktor, der die Produktion von Granulozyten im Knochenmark und deren Reifung fördert. Wird auch therapeutisch, z.B. zur Förderung der Granulozytenbildung nach Chemotherapie eingesetzt. Da die Granulozyten eine wichtige Rolle bei der Krankheitsabwehr spielt eignet sich G-CSF sehr gut um das Wachstum des Knochenmarks, v.a. auch nach Knochenmarktransplantationen, „anzustoßen“ oder „anzuregen“.


Granulozyten: Granulozyten werden unterscheiden in drei Untergruppen: die neutrophilen Granulozyten, die eosinophilen Granulozyten und die basophilen Granulozyten. Sind die neutrophilen Granulozyten stark vermindert, kann es zu schweren bakteriellen und Pilzinfektionen kommen. Daher wird ihre Produktion nach knochenmarksuppresiver Behandlung (bei der das Knochenmark angegriffen/ zerstört wird) mit G-CSF stimuliert (angeregt). Die Untergruppe der neutrophilen Granulozyten ist ein wichtiger Marker für die Regeneration des Knochenmarks und der Fähigkeit des Körpers Infektionen abzuwehren. Ist die Zahl zu niedrig muss der Patient vor Infektionen mit Hygienemaßnahmen geschützt werden.


Gestagene: Gestagene sind weibliche Geschlechtshormone, die für die Vorbereitung und Erhaltung der Schwangerschaft und in der Steuerung des Monatszyklus von Bedeutung sind. Wichtigstes Gestagen ist das Progesteron. Gestagene werden zusammen mit Östrogenen in der Hormontherapie/Hormonersatztherapie sowie zur Schwangerschaftsverhütung verwendet.


Gewebsverträglichkeit: Die Übereinstimmung wichtiger Strukturen (Oberflächenmerkmale) auf der Oberfläche von Zellen nennt man Gewebsverträglichkeit. Sie sind bei jedem Menschen unterschiedlich, Hauptgruppen können aber unterscheiden werden. Nicht gewebsverträgliches Fremdgewebe (z.B. transplantierte Organe oder Hautpartien) verursachen oft Abstoßungsreaktionen des Immunsystems (Host-versus-Graft Reaktion (HvGD)) und im Falle von Knochenmarktransplantationen (Graft-versus-Host-Disease=GvHD).


Glia: Die Glia ist das vom Ektoderm abstammende Zellgewebe des Nervensystems, das die Räume zwischen den Nervenzellen und den Blutgefäßen ausfüllt. Sie sind betroffen bei malignen Entartungen des Gehirns als so genannte Astrozytome ,Astrozyten bilden den Hauptteil der Gliazellen, und Glioblastome bei höhergradigen Veränderungen.


Glioblastom: Beim Glioblastom handelt es sich um einen sehr bösartigen Hirntumor, der vornehmlich im Erwachsenenalter aber auch im Kindesalter aiftreten kann. Betroffen sind die Gliazellen, die beim Glioblastom äußerst entartet sind.


Gliom: Als Gliom bezeichnet man einen Tumor, der aus dem Binde- und Stützgewebe des Nervensystems hervorhegt.


Glossitis: Glossitis ist die Entzündung der Zungenschleimhaut die bis hin zu Ulzerationen (als eine mögliche Nebenwirkung einer Chemotherapie) führen kann.


Grading: Unter Grading versteht man die Einteilung von Tumorzellen und Tumorgeweben nach ihrem „Reifegrad". Der Wert (meist G1 bis G4) beschreibt, wie stark die Krebszellen von gesunden Zellen abweichen. Man schließt daraus die Bösartigkeit des Tumors.


Graft-versus-host-Reaktion (GvHD): Diese Reaktion wird auch Transplantat-gegen-Wirt oder Empfänger-Reaktion genannt und kann nach Knochenmark- oder Stammzelltransplantation auftreten, d.h. der Körper stößt das als fremd erkannte Gewebe ab.


Gray (GY): Gray ist die Maßeinheit, die die bei einer Bestrahlung verabreichte Dosis angibt.


Gynäkologie: Gynäkologie ist die Frauenheilkunde.


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H


Haarzell-Leukämie: Die Haarzell-Leukämie gehört zu der Gruppe der Lymphome und ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die sehr langsam fortschreitet. Die Zellen der B-Lymphozyten sehen unter einem Mikroskop betrachtet aus wie kleine, dünne Haare. Sammeln sich diese Haarzellen in der Milz und im Knochenmark an, wird die Bildung von gesunden Blutzellen erheblich beeinträchtigt oder sogar verhindert, wodurch es zu den typischen Verminderungen der gesunden Blutzellen kommt.


Hand-Fuß-Syndrom: ist eine mit schmerzhafter Schwellung und Rötung einhergehende Hautveränderung an den Handflächen und Fußsohlen, die insbesondere als Begleitreaktion einer antineoplastischen Chemotherapie auftreten kann. Auch sensorische Störungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl werden beobachtet. In schweren Fällen kann sich die Haut ablösen. Die Pathogenese ist ungeklärt; die Behandlung beschränkt sich daher auf symptomatische Maßnahmen, relativ typisch ist das Hand-Fuss Syndrom bei Anwendung der Zytostatika 5-Fluorouracil und Capecitabine (Prodrug von 5-Fluorouracil).


Hautkrebs: Wie bei anderen Tumorerkrankungen auch ist Hautkrebs ein Oberbegriff. Je nach betroffener Zellart der Haut die von Gewebsveränderungen betroffen ist lassen sich verschiene Arten von Hautkrebs beschrieben. Ist das Hautepithel betroffen spricht man vom „Weißer Hautkrebs"  während beim „Schwarzer Hautkrebs" die Pigmentzellen betroffen sind. Die häufigste Form des schwarzen Hautkrebs ist das maligne Melanom, das aufgrund seiner schnellen Metastasierung früh erkannt werden muss. Weitere Untergruppen sind: Fibrosarkome (Bindegewebszellen); Schweißdrüsen- und Talgdrüsenkarzinome; Angiosarkome (Gefäßzellen); Myosarkome (Muskelzellen); und sehr selten  Merkelzellkarzinome (Merkelzellen sind eine Art Drucksensoren der Haut).


Hämangiom: Ein Hämangiom ist ein gutartiger Tumor, bestehend aus erweiterten Blutgefäßen. Auf der Haut erscheinen sie als die umgangssprachlichen Blutschwämmchen oder Feuermale. Prinzipiell können Hämangiome aber in jeder Körperregion entstehen. In der Leber gehören Hämangiome zu den häufigsten gutartigen Tumoren. Sie werden oft als Zufallsdiagnose in der Sonographie entdeckt. Sie sind ungefährlich. Nur oberflächlich gelegene Hämangiome können rupturieren, eine Entartung tritt nicht auf.


Hämatemesis: Ist das Erbrechen von Blut wobei nach der Farne des Blutes unterscheiden werden kann ob es aus dem oberen (helles Blut) Teil der Speiseröhre oder Magenbereich (dunkles Blut) kommt. Die rote Farbe ist durch das Hämoglobin hervorgerufen. Kommt das Hämoglobin mit der Magensäure in Verbindung wird aus dem Hämoglobin Hämatin, das dunkel ist. Bei dieser Form spricht man auch vom „Kaffeesatzerbrechen“. Blut das die Lunge als Blutungsquelle hat, ist ebenfalls dunkler als die oberen Ösophagusblutungen und ist zumeist auch schaumig.


Hämatogen: Über den Blutweg entstanden; Verteilung von bösartigen Gewebezellen eines Organs über den Blutweg in ein anderes Organ wird als hämatogene Streuung bezeichnet. Je nachdem in welchem „Abstromgebiet“ des Blutweges der Tumor liegt kann man auf die typische Metastasierungsstationen schließen. Zum Beispiel beim Nierenzellkarzinom bei dem die nächsten durchströmten Organe die Leber und die Lunge sind, ist eine hämatogene Streuung in diese Organe typisch.


Hämatologie: Hämatologie bezeichnet die Lehre von den normalen Eigenschaften (Physiologie) und krankhaften Veränderungen (Pathologien/ Pathophysiologie)des Blutes und der blutbildenden Organe.


Hämatokrit:  Das ist der Anteil der Menge aller roten Blutkörperchen im Gesamtblut. Der Hämatokrit kann stark erhöht sein, wenn abnorm viele Zellen gebildet werden oder erniedrigt wenn die Synthese von neuen Blutzellen gestört ist. Je höher der Hämatokrit ist, desto geringer ist auch die Viskosität (Fliesseigenschaft) des Blutes.
Normwerte:
Männer: 43,2 - 49,2 %
Frauen 36,8 - 45,4 %
Neugeborene bis 7 Tage: 40 - 70%
Neugeborene bis 14 Tage: 38 - 70 %
Neugeborene bis 21 Tage: 38 - 60 %
Neugeborene bis 7 Wochen: 36 - 46 %
Neugeborene bis 12 Wochen: 30 - 38 %
Säuglinge bis 10 Monate: 30 - 43 %
Säuglinge bis 13 Monate: 35 - 43 %
Kinder bis 4 Jahre: 32 - 43 %
Kinder bis 9 Jahre: 32 - 41 %
Kinder bis 10 Jahre: 32 - 44 %
Kinder bis 14 Jahre: 34 - 44 %
Jungen bis 17 Jahre: 38 - 49 %
Mädchen bis 17 Jahre: 35 - 43 %

(Quelle: Analytik Klinische Chemie Universitätsklinik Hamburg- Eppendorf)


Hämatopoese: Die Blutbildung wird als Hämatopoese bezeichnet. Die Hämatopoese ist ein komplexer biologischer Prozess, der sich physiologisch (normalerweise) zum größten Teil im Knochenmark abspielt und die kontinuierliche Versorgung mit Blutzellen sicherstellt. Bei der Hämatopoese werden durch Zellteilungen und zunehmende Differenzierung aus multipotenten hämatopoetischen Stammzellen reife Blutzellen (z.B. Erythrozyten).


Hämatom: Medizinische Bezeichnung für einen Bluterguss.


Hämaturie: Als Hämaturie wird die Blutausscheidung im Harn bezeichnet. Unterscheiden wird eine Mikrohämaturie bei welcher der Urin normal aussieht, aber im Urinsediment(Ablagerung von festen Bestandteilen im Urin) oder mittels Teststreifen (U-Stix) lässt eine erhöhte Zahl von Erythrozyten nachweisen lässt. Bei der Makrohämaturie besteht eine sichtbare Blutbeimengung (Rotfärbung des Urins).


Hämoccult-Test: Mit diesem Test wird der Stuhl auf Blut untersucht (occult = versteckt, da das Blut im Stuhl nicht durch eine Rotfärbung erkennbar ist) und dient der Früherkennung bei Darmkrebs.


Hämochromatose: Die primäre Hämochromatose gehört zu den Eisenspeicherkrankheiten (Siderosen). Durch Überladung des Organismus mit Eisen aufgrund einer Störung der (normalerweise begrenzten) Aufnahme von Nahrungseisen über den Verdauungstrakt kommt es zu einer Schädigung der Organe. Die Folgen einer unbehandelten Hämochromatose können von Ermüdungserscheinungen über Diabetes mellitus bis hin zum Lebertumor reichen. Die Therapie erfolgt mithilfe von Aderlässen oder mit Medikamenten, welche die Ausscheidung von Eisen fördern. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie ist die Lebenserwartung und -qualität kaum beeinträchtigt.


Hämodialyse: Kann der Körper durch eine Erkrankung insbesondere der Niere oder der Leber die ausscheidungspflichtigen nicht mehr abbauen oder ausscheiden entstehen hohe Konzentrationen von schädlichen Substanzen im Blut. In diesem Fall muss durch eine „Blutwäsche“ (Hämodialyse) das Blut außerhalb des Körpers von diesen Substanzen befreit.


Hämodilution: Blutverdünnung


Hämoglobin: Hämoglobin ist der eisenhaltige, rote Farbstoff in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Es ermöglicht den Sauerstoff-Transport im Körper. Daher ist der Hb (Hämoglobin) Wert ein wichtiger Wert in Diagnose und Therapie. Eine Verminderung tritt bei Anämie, eine Erhöhung bei. Polyglobulie auf. Der Hb Wert ist entscheidend für die Transfusionspflicht eines Patienten.
Normwerte:
M: 14,0-17,5 g/dl
F: 12,3-15,3 g/dl
Neugeborene bis 7 Tage: 15,0-24,0 g/dl
Neugeborene bis 14 Tage: 12,7-24,0 g/dl
Neugeborene bis 24 Tage: 12,7-18,7 g/dl
Säuglinge bis 38 Tage: 10,3-17,9 g/dl
Säuglinge bis 51 Tage: 9,0-16,6 g/dl
Säuglinge bis 3 Monate: 9,2-15,0 g/dl
Kinder bis 4 Jahre: 10,1-13,1 g/dl
Kinder bis 11 Jahre: 11,1-14,7 g/dl
Kinder bis 13 Jahre: 11,8-15,0 g/dl
Kinder bis 16 Jahre: 12,8-16,8 g/dl

(Quelle: Analytik Klinische Chemie Universitätsklinik Hamburg- Eppendorf)


Hämolyse: Abbau/ Zerstörung der roten Blutkörperchen. Pysiologischerweise ist im Rahmen der Blutneubildund auch der Abbau der roten Blutkörperchen physiologisch. Wenn das Gleichgewicht von neu gebildeten gegenüber abgebauten Blutkörperchen verschoben ist, kommt es zur Anämie. Eine Hämolyse kann durch eien Vielzahl von Vorgängen ausgelöst werden wie zum Beispiel im Rahmen von Infektionen, durch toxische Substanzen, als Autoimmuner Prozess (das eigene Immunsystem greift die roten Blutkörperchen an)oder im Rahmen einer Transfusion, wenn eine Blutgruppenunverträglichkeit besteht.


Hämoptoe: Bezeichnet das Husten von Blut. Meistens tritt es nach Schädigung eines Blutgefässes im Rahmen einer chronischen oder akuten Lungenerkrankung, Gefäßveränderungen der Lunge oder Lungentumoren auf.


Hämorrhagisch: auf eine Blutung zurückzuführen (z.B. der hämorrhagische Schock als Schock nach einer Blutung oder ein hämorrhagischer Infarkt mit Einblutung in das durch den Infarkt untergangene Gewebe, daher wird der hämorrhagische Infarkt auch als „roter Infarkt“ bezeichnet.


Hemiparese: Halbseitige Lähmung (einer Körperhälfte)mit inkompletter Kraftminderung infolge eines Schlaganfalls oder Hirnblutung, bei dem das betroffene Areal im Gehirn auf der gegenüberliegenden Seite betroffen ist.


Hemiplegie: Eine Hemiplegie ist die komplette Lähmung einer Körperseite


Hepatisch: die Leber betreffend


Hepatom: Ist ein medizinischer Oberbegriff der die primären Neubildungen der Leber zusammenfasst, wozu neben den bösartigen (malignen) auch die gutartigen (benignen) Neubildungen (Neoplasien) der Leber gehören.


High Grade: bezeichnet einen hohen Grad im Sinne der Einteilung (Staging) von Tumoren


Hirndruck: Der durch die Hirnflüssigkeit (Liquor) herrschende Druck im Gehirn. Das Hirnwasser wird ständig neu gebildet und zirkuliert durch die Ventrikel und das Rückenmark. Wird durch Störungen des Abflusses oder der Resorption infolge von Entzündungen, Infarkten, Traumen oder Tumoren ein Abfluss verhindert kommt es zum Anstieg des Hirndrucks und einem zusammendrücken (Komprimierung) des Gehirns, da der knöcherne Schädel nicht nachgibt. Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen und Benommenheit bis hin zur Ohnmacht. Ein erhöhter Hirndruck kann an dem Augenhintergrund durch eine Stauungspapille festgestellt werden, da hier eine physiologische (normale)Öffnung des Schädels besteht und der Druck die Papille nach außen drückt. Eine Entlastung ist durch ein Ventil möglich über das das Hirnwasser nach außen oder in den Bauchraum geleitet wird. Bei Neugeborenen bei den der Schädelknochen noch nachgeben kann führt ein ständig erhöhter Hirndruck zum sogenannten Hydrocephalus (Wasserschädel).


Histamin: Histamin ist ein körpereigenen Stoff, der im Organismus als Gewebshormon und Neurotransmitter wirkt. Histamin eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist an der Abwehr körperfremder Stoffe (Immunsystem) beteiligt.


Histologie: Die Histologie ist die Lehre vom Feinbau der Körpergewebe und der mikroskopischen Beurteilung von speziell angefertigten und gefärbten Gewebeschnitten. Die Präparate werden durch Operation oder Probebiopsie gewonnen und unbehandelt (nativ) oder fixiert (in Paraffin) in dünne Scheiben geschnitten und mit verschiedenen Färbemethoden behandelt. So stellen sich die Charakteristika der Zellen da und der Pathologe kann gesunde von krankhaften Zellen unter dem Mikroskop unterscheiden. In der Onkologie ist eine immunhistochemische Färbung von Bedeutung bei der die Schnitte mit Antikörpern behandelt werden, die bei Bindung an Zellen Hinweise auf krankhafte Veränderungen geben. Eine besondere Untersuchung ist der Schnellschnitt, bei dem ein Teil des Tumors noch während der Operation direkt histologisch untersucht wird und je nach Befund (maligne oder benigne) das weitere operative Vorgehen festgelegt wird.


Hirnödem: Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe. Nach Entzündungen, Operationen, im Bereich von Hirntumoren oder bei bestimmten systemischen Erkrankungen kann es zum Hirnödem kommen. Durch Diuretika (entwässernde Medikamente) kann das Hirnödem therapiert werden. Bei einer Bestrahlung des ZNS kommt es in der Folge ebenfalls zu Hirnödemen die mit Hilfe von Kortisongabe vor der Bestrahlung reduziert werden können.


HLA: Humanes Leukozyten Antigen - vererbte und damit genetisch festgelegte antigene Oberflächen-Struktur der Leukozyten (Charakteristisches Antigen auf der Oberfläche der Leukozyten) und anderer Zellen. Wichtig in der Transplantationsmedizin, wo die HLA-Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger (HLA-Ident.) Voraussetzung für eine Annahme des Transplantats (z.B. Knochenmark) durch den Empfänger ist. Die Untersuchung des Patienten und des Spenders im Bezug auf die HLA Übereinstimmung nennt man HLA-Typisierung.


Hochdosis-Chemotherapie:  Die Hochdosis-Chemotherapie ist eine Behandlungsmethode, die davon ausgeht, dass mittels einer hohen Dosierung der Medikamente (Zytostatika) eine größere Wahrscheinlichkeit besteht, den Krebs zu besiegen. Dabei handelt es sich um eine Form der Chemotherapie mit insgesamt sehr hohen Dosen, die wegen starker Nebenwirkungen auf die Blutbildung und das Immunsystem in der Regel nur mit Blutstammzelltransplantation durchführbar ist.


Hochfrequenzchirurgie: Bei der Hochfrequenz (Diathermie oder Elektrokauterisation) wird Wechselstrom mit hoher Frequenz durch den menschlichen Körper geleitet, um Gewebe gezielt zu schädigen bzw. zu schneiden. Der Vorteil der Methode liegt in der geringeren Blutung von Gewebe, da die Gefäße durch den Elktrokauter direkt verschlossen werden können. ist, dass gleichzeitig mit dem Schnitt eine Blutungsstillung durch Verschluss der betroffenen Gefäße erfolgen kann. In Anlehnung an das herkömmliche Skalpell wird der Elektrokauer auch Elektroskalpell genannt.


Hodenkarzinom: Bösartige Neubildungen des Hodens werden nach den entarteten Zelltypen unterteilt. Zu 95 % sind die entarteten Zellen Keimzellen, die restlichen 5 % der Tumoren bilden sich aus dem Binde- und Stützgewebe. Die Keimzelltumoren werden unterschieden in Nicht-Seminom und Seminom. Die Krankheitszeichen beim Hodenkrebs sind nicht sehr typisch und damit tückisch, weil sie häufig verharmlost werden oder aus Scham nicht berichtet werden. Die eigene Untersuchung ist da es der häufigste maligne Tumor bei 20 – 30 jährigen ist und auch schon jüngere Männer und Jugendliche betrifft extrem wichtig. Die auffälligsten Zeichen sind eine schmerzlose Schwellung oder eine Verhärtung eines Hodens, was immer der Abklärung durch einen Arzt bedarf. Insgesamt ist die Prognose von Hodentumoren auch wenn sie bereits metastasiert haben recht gut.


Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin): Morbus Hodgkin ist eine seltene Krebsart, die das Lymphsystem befällt. Die Ursache von Lymphdrüsenkrebs ist relativ unbekannt. Bei etwa 40 bis 60 Prozent der Patienten ist das Epstein-Barr-Virus nachweisbar, daher wird eine Beziehung zu dieser Virusinfektionen vermutet.


Hormon: Ein Hormon ist ein in geringer Konzentrationen wirksamer Botenstoff, der sich nach Ausschüttung durch eine Hormondrüse oder durch Zellen (Zellhormone) im Körper verteilt und bestimmte Funktionen übernimmt. Für seine Signale sind nur die Organe empfänglich, deren Zellen entsprechende Empfänger (Hormonrezeptoren) tragen.


Host-versus Graft Reaction: Eine durch Lymphozyten vermittelte Reaktion auf allogen oder fremdtransplantiertes Gewebe. Die natürliche Abwehr des Körpers richtet sich gegen das körperfremde Gewebe. Diese Reaktion ist auch als Transplantatabstoßung bekannt. Mann kann durch das medikamentöse Unterdrücken des Immunsystems diese Reaktion verhindern.


Hyper-: über, oberhalb - entspricht dem lateinischen super (z.B. supraklavikulär – über dem Schlüsselbein, Hyperaktivität = Überaktivität)


Hyperglykämie: erhöhter Zuckerwert gegenüber dem altersentsprechenden Normwert


Hyperplasie: Unter Hyperplasie versteht man die überschießende, gutartige Zellvermehrung eines Gewebes.


Hyperthermie: Unter Hyperthermie versteht man die Überwärmung eines Körperteils oder des ganzen Körpers, die in manchen Studien zur Wirkungssteigerung von Chemotherapie oder Strahlentherapie eingesetzt wird.


Hyperthyreose: Die Hyperthyreose ist die Überfunktion der Schilddrüse mit erhöhter Produktion und Sekretion von Schilddrüsenhormonen.


Hypertonie: Blutdruck der höher als das altersentsprechende Mittel liegt


Hyperviskositätssyndrom: Verdickflüssigung des Blutes durch Vermehrung bestimmter Blutbestandteile wie bei der Polyglobulie oder durch Vermehrung von Immunglobulinen bei einem Plasmozytom. Gefahr von Durchblutungsstörungen und Thrombosen.


Hypo-: unter, unterhin – entspricht dem lateinischen sub (z.B. subfebril = unter der Fiebertemperatur, Hypoglykämie = unter dem normalen Zucker)


Hypoglykämie: niedrigerer Zuckerwert gegenüber dem altersentsprechenden Normwert


Hypopharynx: Medizinische Bezeichnung des unteren Schlundbereich


Hypopharynxkarzinom: Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor im unteren Schlundbereich.


Hypophyse: Die Hypophyse ist die Hirnanhangdrüse, eine etwa kirschgroße, an der Schädelbasis gelegene Hormon bildende Drüse, die in der Regelung des Hormonhaushalts eine zentrale Rolle spielt.


Hypophysenadenom: sind gutartige Tumoren aus den Zellen des Hypophysenvorderlappens (Adenohypophyse) oder des Hypophysenhinterlappens (Neurohypophyse). Da die Hypophyse eine hormonbildende Drüse ist kommt es durch ein Hypophysenadenom zur Überproduktion von Hormonen. Welches Hormon betroffen ist richtet sich demnach nach der betroffenen Zellart der Hypophyse. Sind verschiedene hormonbildende Zelltypen betroffen bezeichnet man es als Mischtumor. 10–15 % aller intrakraniellen Neubildungen (Neoplasien)sind Hypophysenadenome.


Hypotonie: Niedrigerer Blutdruck als der altersentsprechende mittlere Blutdruck


Hysterektomie: Unter Hysterektomie versteht man die Entfernung der Gebärmutter auf drei unterschiedliche Arten: chirurgisch durch einen Bauchschnitt (abdominale Hysterektomie); durch die Scheide (vaginale Hysterektomie) und mit Hilfe von durch kleine Schnitte eingebrachte optischen Instrumenten innerhalb der Bauchhöhle (laparaskopische Hysterektomie).


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I


Ileostoma: Ein Ileostoma ist ein künstlicher Ausgang des unteren Dünndarms durch die Bauchdecke. Ein Ileostoma kann angelegt werden wenn zum Beispiel durch ein Tumor die Passage durch das Ileum verhindert wird, es zu einer Belastung des Patienten durch Stuhlverhalt oder auch zur Entlastung nach Operationen kommt. Ein Ileostoma kann temporär zur Entlastung (insbesondere nach Operationen) als auch permanent (endgültig) angelegt werden.


Ikterus: Umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet. Gelbverfärbung der Haut, Schleimhäute und der Augen (genauer der Skleren), bedingt durch einen Anstieg des freien Bilirubins im Blut. Ein Ikterus kann als physiologischer Neugeborenenikterus normal sein. Jenseits der Neugeborenenperiode liegen dem Ikterus jedoch ursächlich verschiedenste Erkrankungen wie Infektionen, Hämolyse, insbesondere aber  Leberfunktionsstörung oder Leberschädigungen zugrunde.


Ileus: Darmverschluss


Immunglobuline: Immunglobuline sind Eiweiße (Proteine) die spezifisch gegen bestimmte Antigene auf körperfremden Zellen oder Erregern gerichtet sind. Sie werden bei der natürlichen Immunantwort des Körpers von Plasmazellen (differenzierte B-Lymphozyten) gebildet. Sie spielen auch eine wesentliche Rolle bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen. Zu diesem Zweck können Immunglobuline dem Patienten auch direkt durch Injektion zugeführt werden (substituiert werden).


Immuntherapie: Der Begriff der Immuntherapie ist sehr weit gefasst und umfasst zum Beispiel auch Impfungen oder Immunsuppressionen bei Transplantationen. Die Onkologie unterscheidet bei den unterschiedlichen Therapieansätzen zwischen der aktiven und der passiven Immunisierung, sowie der adoptiven Immuntherapie. Das allgemeines Prinzip der Immuntherapie beruht darauf, dass es sich bei Tumoren um verändertes körpereigenes Gewebe handelt, dass dadurch Antigene (Oberflächenstrukturen der Zellen) ausbildet die vom Immunsystem als fremd erkannt werden und somit bekämpft werden. Die Immuntherapie kann auf der Stimulierung körpereigener Abwehrzellen beruhen (aktive Immuninisierung) bei der durch die Bekämpfung des Tumors durch das Immunsystem eine Zerstörung oder Wachstumshemmung des Tumors erreicht werden soll, oder durch speziell entwickelte Antikörper und Antikörperfragmente die dem Patienten injiziert werden und direkt and en Tumor „andocken“ und ihn so für das Immunsystem markieren damit sie durch das Immunsystem zerstört werden können. Eine dritte Möglichkeit bezeichnet man als adoptive Immuntherapie, bei dem Patienten Leukozyten entnommen, ex vivo (außerhalb des Körpers) kultiviert (spezifisch für die Tumorantigene verändert) und anschließend wieder dem Patienten wieder zurückgegeben werden.


Impfungen: Bei einer Impfung wird dem Patienten eine abgeschwächte Form oder nur ein Teil eines Virus injiziert. Das Immunsystem erkennt diese Struktur als körperfremd und bildet Antikörper gegen diese Strukturen. Infiziert sich der Patient mit dem geimpften Virus kann so ein Ausbruch der Erkrankung durch eine schnelle Antwort des Immunsystems verhindert werden. Wegen ihrer eingeschränkten Immunfunktion sind Tumorpatienten durch Infektionskrankheiten stärker gefährdet als Gesunde. Von einer vorherigen Impfung profitieren sie daher besonders, da der Körper sich während der Therapie nicht selbst gegen Infektionen wehren kann. Totimpfstoffe (Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Hepatitis B) können problemlos jederzeit geimpft werden. Besonders werden die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken (Pneumonie = Lungenentzündung) empfohlen.
Es sollte daher möglichst vor einer immunsupprimierenden Therapie geimpft werden. Dann ist die Impfung auch mit Lebendimpfstoffen (Masern, Mumps, Röteln, Varizella Zoster(Windpocken)) möglich. Nach Chemotherapie oder schwachem Immunsystem sind Lebendimpfstoffe nicht anwendbar. Zu beachten ist, dass Masern oder Windpocken für Tumorpatienten lebensgefährlich sein können.
Nach Abschluss der Therapie ist eine Impfung bei Patienten in Remission (nach 12 Monaten) auch mit Lebendimpfstoffen möglich, wenn die Leukozytenzahl über 1500/ml liegt.


Intensitätsmodulierte Radio-Therapie: Bei der Intensitätsmodulierenden Radio-Therapie wird die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes dem Gewebe angepasst. Dazu findet aufgrund von vorausgegangenen Bildgebung eine Bestrahlungsplanung statt, bei der die Intensität der Strahlen für verschiedenen Bereiche und Gewebe innerhalb des Strahlenfeldes festgelegt werden. Der Tumor kann so mit einer weitaus größeren Intensität bestrahlt werden, während das umliegende Gewebe geschont wird. 


Indikation: Grund/ Ursache eine medizinische Maßnahme zu ergreifen (zum Beispiel ist ein bakterieller Infekt eine Indikation für eine antibiotische Therapie)


Indiziert: wörtlich übersetzt angezeigt, übertragen auf die Medizin bedeutet indiziert medizinisch sinnvoll (z.B. bei unklaren Lungenbeschwerden ist eine Bildgebung (Röntgen, CT oder MRT) indiziert


Induration: Verhärtung


Infaust: Bezeichnung für einen Verlauf einer Erkrankung der nicht mehr zur Heilung führen kann


Infiltrativ / invasiv: Der Begriff invasiv wird in der Medizin verwendet, um diagnostische oder therapeutische Maßnahmen zu charakterisieren, die in den Körper eindringen, d.h. seine Integrität verletzen. In der Onkologie bezeichnet man ein invasives Wachstum, wenn ein Tumor über die Organgrenzen des betroffenen Ursprungsortes, in das umliegende Gewebe einwächst und dieses zerstört. Unter infiltrierendem Wachstum versteht man ein einbrechendes und durchdringendes Wachstum eines Tumors in benachbartes Gewebe.


Informed consent: Dieser aus dem Englischen stammende Begriff bedeutet so viel wie „informiertes Einverständnis" im deutschen auch als „Patientenaufklärung“ und bezeichnet die Einwilligung eines Patienten in ein Diagnose- oder Behandlungsverfahren (z.B. bei Transfusionen, Transplantationen, Chirurgischen Eingriffen, Anästhesie und Radiotherapien), nachdem er ausführlich über alle Vor- und Nachteile sowie über mögliche unerwünschte Wirkungen aufgeklärt wurde.


Infusion: Die intravenöse oder arterielle Zufuhr von Flüssigkeiten und Medikamenten nennt man Infusion. Diese können als Dauerinfusionen bei denen der Körper über einen langen Zeitraum „infundiert“ wird oder als Kurzinfusionen verabreicht wird. Auch die Gabe von alleiniger Flüssigkeit ohne Medikamentenzusatz ist eine Therapieform.


Ingestion: Als Ingestion beschreibt man die Aufnahme eines Stoffes über den Mund (oral) bzw. über den Verdauungstrakt (enteral).


Initialtherapie: Als Initialtherapie werden Ersttherapien unmittelbar nach Diagnose einer Erkrankung bezeichnet.


Injektion: Das Einspritzung von Medikamenten in den Körper mittels Spritze oder Kanüle nennt man Injektion.


Inkontinenz: Die verschieden stark ausgeprägte Funktionsverlust beziehungsweise Funktionseinschränkung von Schließmuskeln (Sphinktern). Vor allem im Bezug auf die Unfähigkeit Harn oder Stuhl zu halten bezogen. Eine Inkontinenz kann neurogen (Nervenschaden), muskulär (Muskelschwäche), oder iatrogen (durch die ärztliche Versorgung zum Beispiel im Rahmen einer Operation bedingt sein).


Innervation: Mit Innervation wird einerseits die Versorgung von Organen, Muskeln und anderen Zielstrukturen mit Nerven sowie die Erregung der Nerven selbst verstanden. Sowohl die Nervenerregung durch Impulse von außen zur Wahrnehmung von Reizen (Sensorik) als auch die Weiterleitung von Impulsen vom Gehirn als zentrale Schaltstelle oder vom zentralen Nervensystem zur Auslösung von Bewegungen und anderen Körperfunktionen (Motorik) wird als Innervation bezeichnet. Diese kann bewusst gesteuert (Willkürmotorik) oder automatisch und unbewusst (autonomes Nervensystem z.B. die Bewegung des Darms oder die Aktivierung der Atemmuskulatur) erfolgen.


Inselzelladenom: ist eine sehr seltene, gutartige Geschwulst des Inselorgans der Bauchspeicheldrüse. Wie das Hypophsenadenom, ist es hormonell aktiv und verursacht dann entsprechende klinische Symptome. Wenn keine Symptome durch Hormonaktivität besteht wird das Adenom meist nur als Zufallsbefund diagnostiziert. Zu den Hormonen die durch ein Inselladenom gebildet werden können, gehören auch das Insulin und das Glukagon, die für die Regulierung des Blutzuckers eine wesentliche Rolle spielen.


Inselzellkarzinom: Wie das Insellzelladenom hormonbildend. Jedoch handelt es sich hier um einen sehr selten aber malignen Tumor der schnell metastasiert.


Insufflieren: Einblasen


Interleukine: Interleukine werden von den verschiedenen Zellen des Immunsystems gebildet und ausgeschüttet und vermitteln als Transmitter (Botenstoffe) zwischen verschiedenen Zellen des Immunsystems (inter – zwischen; leukos – weiß = zwischen weißen Bluttplättchen (Leukozyten) Wie die Interferone werden sie aufgrund ihrer immunmodulierenden (das Immunsystem verändernden = aktivierend oder hemmend) Wirkung in der Therapie insbesondere bei Tumorerkrankungen und Entzündungsreaktionen eingesetzt. Ebenso wie die Interferone können sie bei intravenöser Gabe erhebliche Nebenwirkungen haben).


Interne Bestrahlung: Das Einbringen eines radioaktiven Materials an/in den Tumor mit dem Ziel, diesen zu zerstören, nennt man interne Bestrahlung.


Intestinal: zum Darm gehörend


Interferon: Interferone oder sogenannte Zytokine sind als Zellhormone ein wichtiger Bestandteil unseres Abwehrsystems. Virusinfizierte Zellen schütten sie als eine Art "Hilferuf" an das Immunsystem aus. Die verschiedenen Interferone spielen auch bei vielen anderen Abwehrmechanismen als biologische Antwort unseres Körpers auf Viren, Tumore, Mikroben und Antigene als Signalstoffe eine Rolle. Sie aktivieren Zellen des und sie sorgen dafür, dass kranke Zellen "markiert" werden. Interferone verbessern nicht nur im allgemeinen die Immunreaktion, sie haben auch direkt eine wachstumshemmende Wirkung gegen Tumore. Mit dem gentechnisch hergestellten Interferon konnten Heilerfolge bei verschiedenen Tumorerkrankungen erzielt werden. Bei der Haarzell-Leukämie können 70-90 Prozent der erkrankten Menschen geheilt werden. Da die Interferone bei der Abwehrreaktion eine wichtige Rolle spielen, sind auch die Nebenwirkungen bei der Therapie mitunter beträchtlich. 
Viele Patienten weisen Symptome auf, die denen eines grippalen Infekts ähneln, zum Beispiel Fieber, Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Abgeschlagenheit und Kopf- oder Gelenkschmerzen.


Interdisziplinär: Behandlung eines Patienten bei der Ärzte verschiedener Fachbereiche (Disziplinen) zusammen das Behandlungskonzept erarbeiten und durchführen (z.B. Onkologe, Strahlentherapeut, Radiologe, Chirurg, psycho-soziales Team)


Interstitielle Radiotherapie: Gehört zu den Afterloading-Verfahren bei dem mittels Hohlnadeln die Strahlenquellen computergesteuert an den soliden Tumor herangebracht werden.


Intoleranz: Unverträglichkeit


Intoxikation: allgemein: Vergiftung, wenn ein Stoff in zu hoher Konzentration im Körper (in der Regel von außen zugeführt) vorliegt und diesen schädigt spricht man von einer Intoxikation


Intubation: Einführen eines Schlauchs durch Mund oder Nase bis hinter die Stimmlippen wo dieser dann mit Luft geblockt wird und so die Luftröhre verschließt. Auf diese Weise kann ein Patient bei Operationen oder bei fehlender/ eingeschränkter Atmung aufgrund einer Erkrankung künstlich beatmet werden.


Intravenös: Die Verabreichung eines Medikamentes in eine Vene (Ader) bezeichnet man als intravenös.


Invasiv: Als invasiv bezeichnet man alle Vorgänge, die eingreifend oder eindringend in den Körper sind, das heißt die Integrität/ Unversehrtheit des Körpers verletzen. Chirurgische Maßnahmen sind daher invasiv, während die Sonographie ein nicht-invasives Verfahren ist.


Ionenbestrahlung: Der Vorteil der Ionenbestrahlung besteht in der Tatsache, dass das Energiemaximum beziehungsweise die Entladung der Energie gezielt auf einen kleinen Bereich (z.B. direkt am Tumor) gebracht werden kann Während in dem Therapieerfolg zur konventionellen Bestrahlung keine Unterscheide zu verzeichnen sind, ist das Nebenwirkungsspektum geringer, da weniger umliegendes Gewebe von der Bestrahlung betroffen ist. Arten der Ionenbestrahlung ist die Protonenbestrahlung oder das Gamma-Knife bei dem niedrigdosierte Kobalt-Strahlen mit einer Genauigkeit im Zehntel-Millimeter-Bereich in einem einzigen Punkt gebündelt werden. Die dort erreichte therapeutisch wirksame Gesamtstrahlendosis kann bei minimaler Beeinträchtigung des umliegenden Gewebes zur Zerstörung des Krankheitsherdes führen.


Irreversibel: die nicht umkehrbar oder rückgängig zu machen


Irrigation: Die Spülung eines Hohlorgans (z.B. des Darms) mit einer medikamentenhaltigen Lösung nennt man Irrigation.


Ischämie: Eingeschränkte oder fehlende Durchblutung eines oder mehrerer Gefäße (Arterien, Venen). Die Folge ist die Unterversorgung der nachfolgenden oder des zu versorgenden Organs, Organteils oder Gewebes, die zu Funktionsstörungen führt. Zu den wichtigsten Ursachen der Ischämie zählt die Arteriosklerose.


Ischämisch: nicht durchblutete Strukturen


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J


Jejunum: Auch als Leerdarm bezeichnet, ist der Teil des Dünndarms der das Duodenum (Zwölffingerdarm)und Ileum (Krummdarm)verbindet.


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K


Kachektisch: synonym für abgemagert oder ausgezerrt


Kachexie: Unter einer Kachexie versteht man eine krankhafte, sehr starke Abmagerung unter einem Body Mass Index (BMI) von 18. Die Auszehrung/Abmagerung des Körpers mit einhergehendem Kräfteverfall und zunehmender Störung der Organfunktionen entsteht meist aufgrund von konsumierenden Erkrankungen oder chronischen Erkrankungen. Häufig ist es eine Begleiterscheinung oder Folge bei fortgeschrittenen Tumorleiden, chronischer Mangelernährung, Stoffwechselerkrankungen und chronischen Infektionen.


Kanzerogen/ Karzinogen: Krebsauslösende oder die Entstehung eines Tumors begünstigende Stoffe nennt man Kanzerogene. Viele Umweltgifte sind kanzerogen. So belegen zum Beispiel epidemiologische Studien, dass das Zigarettenrauchen für den Menschen mit einem erhöhten Risiko assoziiert ist, an Tumoren zu erkranken, da in Zigarettenrauch mindestens 70 krebserregende Substanzen enthalten sind.


Karzinoid: Karzinoide sind Tumoren des so genannten neuroendokrinen Systems (dazu gehören Thymus, Bronchialsystem, Rektum etc.). Sie sind durch ihre meist niedrige Malignität gekennzeichnet, da die Zellen sehr hoch differenziert sind (das heißt ihre Entartung ist minimal gegenüber gesunden neuroendokrinen Zellen), weswegen die Prognose in vielen Fällen recht gut ist. Sie können aber auch maligne Formen annehmen. Die Symptomatik der Karzinoide entsteht vor allem durch ihre Produktion des Gewebshormons Serotonin und erste Anzeichen sind anhaltende Durchfälle und eine Flush-Symptomatik.


Kapillaren: Kleinsten Blutgefässe in denen der Austausch von Nährstoffen und Gasen zwischen Blut und versorgendem Gewebe stattfindet.


Kaposi-Sarkom: Dabei handelt es sich um einen Tumor der meistens HIV assoziiert ist und der die Haut und Bindegewebe befällt. (In späteren Stadien auch unter Beteiligung von Schleimhäuten, Organen und Lymphknotenbefall). Die Therapie wird recht erfolgversprechend mit Interferonen durchgeführt.


Karnofski-Index: Ist ein internationaler Index zur Beschreibung der Lebensqualität insbesondere von Tumorpatienten. Einschränkungen von Fähigkeiten des Alltagslebens/ Selbstständigkeit  durch die Erkrankung und Grad der Pflegebedürftigkeit/ Bettlägerigkeit werden in zehn Stufen von 0 bis 100 Prozent erfasst, wobei 100 Prozent (keinerlei Einschränkungen) bis zu 0 Prozent (Tod) bedeutet.


Karzinogenese: Die schrittweise Entstehung/ Entwicklung von Tumoren beziehungsweise Tumorprozessen in zeitlicher wie auch ursächlicher Hinsicht.


Karzinom: Bösartige Geschwulst die von Deckgeweben (Epithelien) d.h. Haut, Schleimhaut oder Drüsengewebe ausgeht. Karzinome werden nach Erscheinungsbild der Zellen und ihrer Herkunft weiter unterschieden (Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom, Bronchialkarzinom etc.), da sie von verschiedenen Organen ausgehen können. Die Zellen dieser Geschwulst vermehren sich schneller und nicht nach den „Regeln“ der normalen Zellen. Sie können über die  Grenzen des befallen Organs hinauswachsen (infiltrativ/ invasiv)) und so auch das umliegende Gewebe zerstören. Außerdem können sie sich über den Blut- oder Lymphstrom im Körper verteilen und  in anderen Organen absiedeln. Da diese Zellen sehr teilungsfähig sind wachsen sie dort weiter und zeigen sich in Form von Metastase.


Kausalzusammenhang: Eine direkte Beziehung zwischen zwei Erscheinungen, in der Medizin steht zum Beispiel eine Temperaturerhöhung in einem Kausalzusammenhang mit einer Infektion und Entzündungsreaktion.


Kastration: Die medizinische Entfernung der Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke) durch Operation oder Unterdrückung der hormonellen Funktion durch Medikamente wird als Kastration bezeichnet.


Kasuistik: Fallbeschreibung, die Beschreibung eines Einzelfalls eines bestimmten Fachgebietes, in der Medizin meistens eines Krankheitsbildes


Katecholamine: Oberbegriff für eine Gruppe von Hormonen vor allem Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin (die auch künstlich hergestellt als Medikamente verfügbar sind) Adrenalin, das im Inneren der Nebenniere (Nebennierenmark) gebildet wird, wird besonders ausgeschüttet bei Anstrengung, Angst, Kälte, Hitze, Schmerzen, Sauerstoffmangel, Blutdruckabfall und Stresssituationen. Es mobilisiert die Energiereserven in den Fettpolstern des Körpers, steigert Kraft und Tempo des Herzschlags, verbessert die Muskelleistung, erweitert die Luftröhre und die Pupillen, verengt die Arterien und führt dadurch zu einer Blutdruckerhöhung. Noradrenalin wird ebenfalls im Nebennierenmark gebildet und wirkt ähnlich wie Adrenalin. Außerdem dient es als Überträgerstoff in den Nerven und bewirkt hier eine Aktivitäts- und Leistungssteigerung. Katecholamine spielen vor allem in der Intensivmedizin eine wichtige Rolle da sie zu einer Stärkung der Herzleistung führen. Die Applikation von Katecholaminen über längere Zeit ist Dömane der Intensivmedizin da die Applikation sehr kontrolliert geschehen muss. Ausgescheiden werden Katecholamine in Form der Produkte Vanillinmandelsäure und Metanephrin. Bei Verdacht auf Phäochromozytom (Kartecholaminproduzierender Tumor) ist die Bestimmung von freien Metanephrinen im Harn notwendig, da diese Tumore meist große Mengen Noradrenalin produzieren. Die Bestimmung der Metanephrine erfolgt dabei im Urin, der über 24 Stunden gesammelt wurde. (Sammelurin). Zusätzlich wird meist eine Bestimmung im Blutserum vorgenommen. Vanillinmandelsäure und Homovanillinmandelsäure dienen ebenfalls als Tumormarker beim Neuroblastom.


Katheter: Ein vorübergehend gelegter schlauchförmiger Zugang zu Gefäßen oder Hohlorganen ist ein Katheter (z.B. Zentraler Venenkatheter zur Verabreichung von Medikamenten; Blasenkatheter zur Ableitung des Urins). Die Form und Art der Katheter wird in der Regel den Bedürfnissen der Therapie angepasst. So bieten sich bei langandauernden Therapien Broviac oder Portsysteme an, da diese auch während der Therapiepausen im Körper belassen werden können, während ein zentraler Venenkatheter über die V. jugularis oder subclavia nach kurzer Zeit aufgrund des Infektionsrisikos wieder entfernt oder neugelegt werden müssen. Bei den Port und Broviack Systemen ist dagegen eine kurze Operation in Vollnarkose notwendig während v. subclavia und v. jugularis Katheter in örtlicher Betäubung gelegt werden können.


Keimzelltumor: Ein von den Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden) ausgehender Tumor wird im Allgemeinen als Keimzellentumor bezeichnet – siehe auch Hodentumor.


Kernspinntomographie: (auch Magnetresonanztomographie, MRT) Diese nichtinvasive Untersuchungsmethode mittels eines röhrenförmigen Geräts, in dem starke, veränderliche Magnetfelder erzeugt werden, eignet sich besonders gut zur Darstellung von Weichteilen und verursacht im Gegensatz zum CT (Computertomographie) keine Strahlenbelastung. Die Bilder werden in einer Schichtdicke von wenigen Millimetern angefertigt, so dass sich ein dreidimensionales Bild des Körpers erstellen lässt. Sie kann auch als Bildgebung mit Kontrastmittelgabe erfolgen, bei der sich das Anreicherungsverhalten biologischer Substanzen an bestimmten Regionen ausgenutzt wird und entscheidend für die Tumordiagnostik ist. Da bei den Aufnahmen der Patient vollkommen still über einen längeren Zeitraum liegen muss, wird die Untersuchung wie auch beim CT, von agitierten (unruhigen, aufgeregten, ängstliche) Patienten oder Neugeborenen und kleinen Kindern unter einer leichten Narkose durchgeführt.


Klinische Studie: Die wissenschaftliche Forschungsarbeit zur Diagnose oder Behandlung von Krankheiten beim Menschen nach medizinischen und ethischen Regeln nennt man klinische Studie. Klinische Arzneimittelstudien werden in verschiedne Phasen eingeteilt:
Phase I: Prüfung der Verträglichkeit an gesunden Probanden oder an besonders betroffenen Patienten
Phase II: Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie Dosisfindung an wenigen Erkrankten. In Phase II Studien werden Erkenntnisse über die optimale Dosierung für die höchstmögliche Wirksamkeit des Wirkstoffs gewonnen. Darüber hinaus werden auch hier Informationen zur Sicherheit und Verträglichkeit des Medikaments gesammelt. Auch hier gilt: Treten schwere inakzeptable Nebenwirkungen auf oder bestätigen sich die Ziele der Wirksamkeit nicht, wird die Studie beendet und die Entwicklung des Medikaments eingestellt!
Phase III: Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit an größeren Patientenzahlen. In Phase III Studien sollen die Erkenntnisse, die man bereits in den früheren Phasen gewonnen hatte, bestätigt und nochmals überprüft werden. Meistens vergleicht man das neue Medikament mit einem anderen für dieses Krankheitsbild bereits eingesetzten Medikamente. Darüber hinaus werden auch erste Informationen zur Sicherheit und Verträglichkeit nach längerer Einnahme des Medikamentes gesammelt.
Nach Phase III Studien kann ein Zulassungsantrag für das neue Arzneimittel bei der zuständigen Behörde (in Österreich: BASG) eingereicht werden. Diese entscheidet nach einer Prüfung der im Labor und in den Phasen der klinischen Prüfung gesammelten Daten, ob das Medikament zugelassen wird oder nicht. Im Falle einer Zulassung ist das Medikament in den Apotheken erhältlich.
Phase IV: Prüfung nach der Zulassung
Weitere Studienarten die besonders in der Pädiatrie angewandt werden, sind Therapieoptimierungsstudien, in der etablierte und bewährte Therapien und Medikamente durch leichte Modifizierung auf eine bessere Wirksamkeit und Verringerung der Nebenwirkungen überprüft werden.


Knochenmarkdepression: Eine eingeschränkte Funktion des Knochenmarks, z. B. infolge einer Chemotherapie nennt man Knochenmarkdepression. Dabei fallen im Verlauf auch die Zellzahlen des Blutes da keine neuen Blutzellen produziert aber abgebaut werden.


Knochenmarktransplantation: Die Übertragung von Knochenmark gliedert sich in zwei Formen: autolog, d.h. die Entnahme und Rückübertragung von eigenem Knochenmark und allogen, d.h. die Übertragung von Knochenmark eines genetisch möglichst nah verwandten Individuums mit gleichen Gewebemerkmalen. Prinzip der Knochenmarktransplantation ist es, dass nach der Zerstörung des ursprünglichen kranken Knochenmarks, das neue Knochenmark anwächst und neue, gesunde Blutzellen und somit auch Abwehrzellen produziert.


Koagulation: Gerinnung von Blut oder Lymphe, im medizinische Sinne vor allem das Ausbilden eines roten Thrombus durch Einfangen von roten Blutkörperchen von bereits zusammenhängenden (aggregierten) Thrombozyten und Fibrinnetzen, die den roten Thrombus bilden. Das „Verhacken, vernetzen oder verklumpen“ (medizinisch: Thormbozytenaggregation) von weißen Blutkörperchen wird weißer Thrombus genannt.


Kock-Pouch: Ein Kock-Pouch ist eine Erstazblase oder ein künstlicher Blasenersatz. Dabei wird aus dem Dünndarm ein Beutel geformt, der unter die Bauchdecke gelegt wird und eine Entleerung über einen Katheter nach außen ermöglicht (Selbstkatheterisierung möglich).


Kolik: Krampfartige Schmerzen die durch unwillkürliche Kontrakturen der glatten Muskulatur der inneren Hohlorgane ausgelöst werden (z.B. Gallenkolik, Darmkolik etc.)und die sich mit Phasen der Beschwerdefreiheit abwechseln. Die Schmerzen können jedoch einen so hohen Beschwerdegrad erreichen, dass Nebenwirkungen wie Tachykardie (Herzrasen), Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, bis hin zum Kreislaufkollaps auftreten. In der Regel können sie durch muskelentspannende (muskelrelaxierende) und schmerzlindernde Medikamente und Beseitigung des ursächlichen Grundes für die Kolik (zum Beispiel Gallen oder Harnwegssteine..) gut behandelt werden.


Kolon-Conduit: Anders als beim Kock Pouch, handelt es sich um eine spezielle Methode der künstlichen Harnableitung nach einer Blasenentfernung durch Einpflanzen der Harnleiter in eine als Harnreservoir dienende Darmschlinge. Die Entleerung erfolgt über eine in der Bauchhaut angelegte künstliche Öffnung (Stoma).


Kolonkarzinom: Ein Kolonkarzinom bezeichnet einen Tumor des Dickdarms. Das Kolonkarzinom gehört zu einem der häufigsten Tumoren und wird aufgrund seiner späten Symptomatik meist erst spät erkannt. Vorsorgeprogramme die von den Krankenkassen gefördert werden können die Früherkennung deutlich erhöhen und damit auch eine Verbesserung der Überlebensraten.


Koloskopie: Die endoskopische Untersuchung (Endoskopie) des Dickdarms bezeichnet man als Koloskopie.


Kolostoma: Kolostoma bezeichnet einen künstlichen Darmausgang in Höhe des Dickdarms


Kolostomiebeutel: Ein Plastikbeutel der über ein Stoma angebracht wird und zur Aufnahme des Stuhls aus dem künstlichen Darmausgang benutzt wird.


Komplikation: Eine durch im Verlauf der Therapie unvorhersehbare Verschlechterung einer Erkrankung z.B. durch das Auftreten einer zusätzlichen Erkrankung wie Infektionen oder Zweiterkrankungen. Im Rahmen von Therapien können aber auch Komplikationen wie zum Beispiel Schluckstörungen/ oder Schleimhautentzündungen bei Bestrahlungen oder starke Übelkeit und Erbrechen bei der Anwendung der Chemotherapie auftreten, wobei diese meist als Medikamentennebenwirkung beschrieben werden. Schwere Fälle von Komplikationen durch die Therapie die nicht zu erwarten oder theoretisch zu erwarten waren nennt man SAE (Severe adverse Event = schweres nachteiliges Ereignis) oder SUSAR (Suspected unsuspected severe adverse reaction = Erwartete aber eher unwahrscheinliche schwere nachteilige Reaktion) und sind meldepflichtig.


Konisation: Unter Konisation bezeichnet Entnahme einer kegelförmigen (Konus) Gewebeprobe aus dem Gebärmuttermund (Portio) zur Untersuchung von Gebärmutterhalskrebs.


Kontakttherapie: Oberbegriff für die Formen der Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle direkt an den Tumor herangebracht wird, entweder durch Einbringen von radioaktiven Implantaten (Brachytherapie) auch über Hohlnadeln die einen radioaktiven Strahler enthalten (interstitielle Therapie), oder mit dem After-loading-Verfahren.


Kontraindikation: Kontraindikationen bezeichnen Umstände die das Anwenden einer bestimmten Therapie oder Behandlung aufgrund der hohen Gefährdung des Patienten verbieten.


Kontrastmittel: Kontrastmittel sind chemische Substanzen zur Erhöhung des Kontrastes in Röntgenbildern oder anderen Bild gebenden Verfahren. Dadurch werden Strukturen sichtbar, die sich sonst kaum vom umgebenden Gewebe abheben. Tumoren nehmen Kontrastmittel auf und werden so häufig erst nach Kontrastmittelgabe sichtbar. Das Kontrastmittel wird vor der Untersuchung über die Vene injiziert. Bei der Darstellung des Ösophagus in einer Röntgenkontrastuntersuchung geschieht die Aufnahme des Kontrastmittels über eine spezielle Lösung die oral appliziert wird (getrunken wird).


Körperzellen: Kleinste lebensfähige und teilungsfähige Einheiten des Körpers mit dem Zellkern, der das Erbgut enthält. Die Zelle ist nach außen begrenzt durch eine permeable (für bestimmte Stoffe durchlässige) Membran Körperzellen sind meist in Geweben mit spezialisierter Funktion organisiert. Ist das „Zellprogramm von Entstehung, Teilung und Tod einer Zell gestört kann es zu einer unkontrollierten Vermehrung der Zellen kommen, einem Tumor oder Krebs.


Krebs: Als Krebs bezeichnet man allgemein das unkontrollierte und krankhafte Wachstum von Körperzellen. Bei Nichtbehandlung kann dieses Zellwachstum zum Tode führen. Krebserkrankungen führen in der Regel zu Tumoransiedlungen, die das normale, gesunde Gewebe überlagern oder in dieses eindringen. Im weiteren Wachstumsverlauf bilden sich oft Metastasen (Tochtergeschwüre). Eine Verschleppung von Tumorzellen als Mikrometastasen kann durch das Blut (hämatogene Streuung), durch Lymphe (lymphogene Streuung) mit Absiedlung in den Lymphknoten als sogenannte Lymphknotenmetastasen oder direkt in umliegendes Gewebe durch invasives Wachstum geschehen. Siedeln sich die Zellen nachdem sie über den Blutweg oder die Lymphe in andere Organe gelangt an, wachsen sie hier ebenfalls unkontrolliert weiter und bilden eine Metastase des Primärtumors (des Tumors von dem sie stammen). So kann eine Metastase eines Nierenzellkarzinoms in der Lunge gefunden werden, das unter dem Mikroskop Zellen des Nierenzellkarzinoms zeigt aber aus der Lunge gewonnen wurde. So kann manchmal erst nach der Untersuchung einer Metastase auf den Primärtumor geschlossen werden. Eine Lebermetastase die nach der histologischen Untersuchung melaninproduzierende Zellen zeigt, muss so eine ausgedehnte Suche nach einem malignen Melanom als Primärtumor nach sich ziehen. Kann kein Primärtumor identifiziert werden nennt man dies CUP (Cancer of unknown primary – Krebs unbekannter Ursprungs/ Ursprungortes).


Krebsregister: Wichtige Einrichtung zur Erfassung und Entwicklung der Tumorerkrankungen regional, national und international. Das Krebsregister ist die medizinische Datenbank zur statistischen Erfassung und Dokumentation von Krebserkrankungen. Häufigkeit der Erkrankungen und Todesfälle werden für jede Krebsart gesondert verzeichnet und ausgewertet. Das Medizinische Kinderkrebsregister befindet sich in Mainz.


Krukenberg-Tumor: Typische Metastasenlokalisation auf den Eierstöcken die von Tumorgewebe im Magen-Darm-Trakt ausgehen


Kurative Therapie: Als kurative Therapie bezeichnet eine Therapie, die eine restitutio ad integrum (Herstellung des ursprünglichen (gesunden)  Zustandes) also die Heilung des Patienten zum Ziel hat.


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L


Laparoskopie: Bei der Laparoskopie wird im Gegensatz zur Laparotomie durch kleine Hautschnitte mittels optischer Instrumente eine Untersuchung und auch chirurgischer Eingriff innerhalb des Bauchraums durchgeführt. Sie eignet sich vor allem für diagnostische Zwecke (explorative Laparoskopie) und Eingriffe die nach Abschätzung des Chirurgen mit dieser Methode durchgeführt werden können. In bestimmten Notfällen und bei großen operativen wird die Laparotomie vorgezogen. Bei der Laparotomie werden die optischen Geräte mittels Trokar in die Bauchhöhle eingeführt und die Bauchdecke durch Einströmen von Kohlendioxid angehoben so dass ein Operationsfeld entsteht. Je nachdem wie viele Trokare verwendet werden, entstehen kleine Hautnarben an den Einschnittstellen die aber in der Regel kosmetisch nicht stark auffallen. Dagegen sind die laparoskopischen Eingriffe komplikationsbehafteter als die laparotomischen. Entscheidend hierfür ist jedoch in jedem Einzelfall die Erfahrung des Chirurgen.


Laparotomie: Laparotomie ist die operative Eröffnung der Bauchhöhle zu Untersuchungszwecken oder therapeutisch im Sinne einer Bauchoperation.


Laser: Laser ist die Abkürzung für Light amplification [Lichtamplifizierung] by stimulated emission of radiation [durch stimulierte Emission der Strahlung]. Laserlicht ist scharf gebündeltes, sehr energiereiches Licht einer Wellenlänge). Beim Auftreffen auf Gewebe wird die Energie als Wärme frei. Laser können daher zum zielgenauen Verkochen (Koagulieren) oder Durchtrennen von Gewebe eingesetzt werden. Sie ist eine alternative zur Hochfrequenz-Chirurgie.


Läsion:  Als Läsion bezeichnet man Störungen, Veränderungen oder Verletzungen eines Organs oder Körperteils


Larynx: medizinische Fachbegriff für den Kehlkopf


Leberbiopsie: Bei einer Leberbiopsie wird Gewebeprobe direkt aus der Leber entnommen. Unter örtlicher Betäubung wird eine Hohlnadel durch einen kleinen Hautschnitt in die Leber eingeführt und Gewebe abgesaugt. Dies geschieht unter sonographischer Kontrolle und ist nicht sehr schmerzhaft da die Leber selbst nicht sensibel innerviert ist und so nicht schmerzempfindlich ist. Die gewonnene Probe histologisch (feingeweblich unter dem Mikroskopisch) untersucht und dient vor allem zur Diagnose von Lebererkrankungen. Eine Leberbiopsie kann aber auch im Rahmen einer Laparoskopie oder bei chirurgischem Eingriff des Abdomens gewonnen werden.


Leberentzündung: Hepatitis


Lebertumoren: Lebertumoren können entweder direkt von entarteten Leberzellen ausgehen (HCC) oder über den Blutstrom in die Leber gelangen. sich dort ansiedeln und als Metastase (Tochtergeschwulst) wachsen. Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist ein in Westeuropa selten vorkommender bösartiger Tumor der Leber, der in der Regel erst spät Beschwerden macht. Der Zusammenhang mit einer virusbedingten Leberentzündung (Hepatitis B) gilt als erwiesen, weswegen er in Asien und Afrika weitaus häufiger vorkommt. In den europäischen Ländern entsteht er meist auf der Basis einer Leberzirrhose. Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Antriebsschwäche und Schmerzen im rechten Oberbauch sind Warnsignale. Während das HCC schlecht auf Chemotherapie anspricht, kommt in bestimmten Fällen kommt eine operative Entfernung des Tumors in Betracht, gelegentlich ist auch eine Lebertransplantation möglich. Das Hepatozelluläre Karzinom darf keinesfalls mit Metastasen(Tochtergeschwülste) anderer Tumoren verwechselt werden, da in diesen Fällen können Chemotherapeutika, die auf den Primärtumor (Ersttumor) abgestimmt sind, das Leben des Patienten verlängern. In diesen Fällen können die Metastasen auch mit LITT und Chemotherapie angegangen werden. Das Hepatoblastom ist ein bösartiger (maligner) embryonaler Tumor der Leber. Es ist eine vornehmliche Erkrankung des Säuglings- und Kleinkindesalter und muss differentialdiagnostisch gegen das Rhabdomyosarkom der Leber im Kindesalter ausgeschlossen werden.


Leberperfusion: Die Durchblutung der Leber wird als Leberperfusion bezeichnet. Jedoch kann man auch die Durchspülung der Leber (in der Regel mit Chemotherapeutika bei Lebertumoren) als Leberperfusion bezeichnen.


Leukämie: (umgangssprachlich Blutkrebs) Erkrankung der weißen Blutkörperchen. Ist also eine Erkrankung des blutbildenden Systems und betrifft vor allem das Knochenmark und die Lymphknoten. Man unterscheidet zwischen akuten Leukämieformen, die schnell und heftig auftreten, und chronischen, die sich langsam entwickeln. Siehe auch Akute lymphatische Leukämie und Chronisch lymphatische Leukämie. Ein Übergang von einer akuten in eine chronische und umgekehrt ist dabei möglich.


Leukapherese: Das Verfahren zur Gewinnung von weißen Blutzellen eines Spenders aus dem Venenblut nennt man Leukapherese. Die übrigen Bestandteile des Blutes werden in den Kreislauf zurückgegeben. Dafür wird dem Patient ein Zugang gelegt über den das Blut entnommen und auch wieder zurückgegeben werden kann (zwei Zugänge können notwendig sein). Mit dieser Methode können sowohl krankhaft hohe Leukozytenzahlen wie bei der Leukozytose minimiert werden, oder weiße Blutzellen und auch periphere (im Blut befindliche) Stammzellen gewonnen werden. Daher wird die Leukapherese häufig auch Stammzellsammlung genannt. Die gesammelten Blutzellen werden im Rahmen der Transfusionsmedizin gesammelt und bei Bedarf als Leukozytenkonzentrat transfundiert. Stammzellen werden für die Knochenmarkstransplantation gesammelt und dem zu behandelnden Patienten über die Vene nach Zerstörung des Knochenmarks gegeben worauf die Stammzellen sich im Knochenmark ansiedeln können (siehe auch Knochenmarkstransplantation).


Leukopenie: Als Leukopenie bezeichnet man einen zu geringe Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im BlutLeukoplakie: Die Leukoplakie ist eine Keratinisierungsstörung (Hautneubildung) mit zellulären und epithelialen Atypien (Veränderungen) und wird auch mit dem Begriff Weißschwielenkrankeit bezeichnet. Als Ursachen werden Nikotin- und Alkoholmissbrauch sowie mechanische Reize genannt. Betroffen sind Mund insbesondere Wangenschleimhaut, oberer Verdauungstrakt, Stimmlippen, aber auch im Genitalbereich. Die Leukoplakie gehört allgemein zu den fakultativen Präkanzerosen (Vorstufe zu einer bösartigen Krebserkrankung). Man findet weiße Beläge die sich nicht einfach abwischen lassen. Da die Gefahr einer bösartigen Weiterentwicklung besteht, sollten die Schwielen abgetragen werden. 


Leukozyten: Oberbegriff für die drei Gruppen der weißen Blutkörperchen: Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten. Bildungsort ist wie bei den roten Blutkörperchen auch das Knochenmark aus dem sie in die Blutbahn ausgeschwemmt werden. Die quantitative (mengenmäßige) Verteilung innerhalb dieser Gruppe wird im Differentialblutbild erfasst. Da diese Zellen eine bedeutende Rolle innerhalb des Immunsystems haben gehört Ihre Kontrolle zu den grundlegenden Untersuchungen in der Hämatologie. Der Abbau der Leukozyten findet in der Milz statt weswegen eine Erkrankung/ Vermehrung mit einem vermehrten Abbau  der weißen Blutkörperchen in der Milz, mit einer Milzvergrößerung (Splenomegalie) einhergehen kann. Leukozyten erfüllen spezielle Aufgaben in der Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Strukturen. Sie gehören zum Immunsystem und sind dort Teil der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr. Eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen wird als Leukämie bezeichnet.

Normwerte:
Erwachsene: 3,8 - 11,0 x 109/l
Neugeborene bis 1 Tag: 9,0-34,0 x 109/l
Säuglinge bis 1 Monat: 5,0-19,5 x 109/l
Kinder bis 3 Jahre: 6,0-17,5 x 109/l
Kinder bis 7 Jahre: 5,5-15,5 x 109/l
Kinder bis 13 Jahre: 4,5-13,5 x 109/l


Leukozytose: Die Vermehrung der Leukozytenzahl im Blut Werte über die unter Leukozyten angegebenen Grenzwerte nennt man Leukozytose. Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen tritt vor allem bei Infektionen, Entzündungen, Leukämie und bei Schwangerschaft, schwerer körperlicher Arbeit und Cortisontherapie auf.


Leukozyturie: Auftreten von weißen Blutzellen im Urin. Die Ausscheidung einer gewissen Anzahl von Leukozyten auf diesem Weg ist normal; ist sie stark erhöht, besteht der Verdacht auf Harnwegsinfekt (HWI) und andere entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege.


Linearbeschleuniger: Spezielle medizinische Anlagen, die verschieden intensive Röntgenstrahlung zur Bestrahlung von bösartigen Tumoren erzeugen können. Über die Intensität (Härte) der Strahlung kann die Eindringtiefe der Strahlung in den Körper gesteuert werden, damit das um die Geschwulst liegende gesunde Gewebe geschützt werden kann.


Lipom: Ein Lipom ist eine gutartige Neubildung des (Unterhaut-) Fettgewebes. Daher werden sie umgangssprachlich auch Fettgewebsgeschwulste genannt. Sie treten in Form von weichen oder prallelastischen Knoten an Armen, Oberschenkeln oder in der Bauchmitte auf. Sie gehören zu den gutartigen Tumoren und müssen wenn keine kosmetische Indikation besteht nicht zwangsläufig entfernt werden. Eine bösartige Form der Lipome ist das Liposarkom, das häufig durch ein schnelleres Wachstum und Druckdolenz (Druckschmerzhaftigkeit) und Rötung auffällt. Hier ist eine histologische (feingewebliche Untersuchung der Zellen) Sicherung zur Diagnose erforderlich.


Liposarkom: bösartiger Tumor des (Unterhaut) Fettgewebes wird als Liposarkom bezeichnet


Liquorpunktion: Entnahme von Gehirnwasser (Liquor), meistens mittels einer atraumatischen Hohlnadel die im Bereich der lumbalen Wirbelsäule eingestochen wird (Lumbalpunktion). Wenn ein Ventil oder Shunt (werden eingesetzt bei Erkrankungen die zu einer Druckerhöhung im Gehirn führen und über die das Hirnwasser abgeleitet werden kann) vorhanden sind, kann über diese Hirnwasser gewonnen werden. 


Liquorrhoe: Herauslaufen oder Herausträufeln von Gehirnwasser (Liquor) aus der Nase (Rhinoliquorrhoe) oder dem Ohr (Otoliquorrhoe). Die mit Abstand häufigste Ursache einer Liquorrhoe sind Schädelbasisfrakturen (aus der Nase) oder Frakturen des Felsenbeins (aus dem Ohr, häufig Blutung aus dem Gehörgang) im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas. Dabei entsteht traumatisch durch Einriss der Hirnhaut eine Kommunikation zwischen den Liquorräumen (Hirnwasserkammern) und der äußeren Umgebung. Nicht zu vergessen ist stets, dass auch neurochirurgische Eingriffe am Schädel zur Liquorrhoe führen können.


Logopädie: Sprachschulung (z.B. nach Verlust der Sprache durch Schlaganfall oder bei Sprachstörungen im Kindesalter, etc.) kann durch logopädische Schulung eine Verbesserung der Sprachqualität hergestellt werden.


Lokal: örtlich begrenzt


Lokalanästhesie: örtliche Betäubung


Lokalisation: Ort, Wachstumsort; der genaue Sitz des Tumors


Lokalrezidiv: Als Lokalrezidiv (Rückfall/ Wiederauftreten) bezeichnet man das Widerauftreten eines Tumors, einer Krankheit, einer psychischen Störung oder deren Symptome nach der zunächst erfolgreichen Behandlung. Im Falle von Tumoren kann ein Lokalrezidiv auch nach Jahren auftreten, aber auch schon unter Therapie. So kann zum Beispiel bei einem Nierentumor auch nach operativer Entfernung in dem sogenannten Tumorbett auch später ein erneutes Wachstum von verbliebenen Zellen zu einem Lokalrezidiv führen. Um diesem vorzubeugen wird in der Regel eine Bestrahlung oder Chemotherapie zusätzlich zur Operation durchgeführt.


Lumbalgie/ Lumbago: Schmerzen in der Lenden-Kreuzbeinregion, (synonym für Hexenschuss)


Lumbalpunktion: Bei einer Lumbalpunktion wird in einer bestimmten Lagerungsart ein Durchstich des Rückenmarkskanals vom Rücken her zur Entnahme von Hirnwasser bezeichnet. Wie der Begriff vermuten lässt ist die Punktionsstelle dabei der lumbale Teil der Wirbelsäule. Da das Hirnwasser durch die Ventrikel des Gehirns in das Rückenmark gelangt und somit zirkuliert, kann man durch Gewinnung und Untersuchung des Hirnwassers auf entzündlich, infektiöse oder tumoröse Prozesse des Gehirns und des Rückenmarks sowie auf bestimmte Blutungen schließen. Die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft, wird aber dennoch bei Kindern meist in einer Kurznarkose durchgeführt um die Verletzung des Rückenmarks durch plötzliche Bewegungen des Kindes zu vermeiden. In der Pädiatrie zählt die Lumbalpunktion zu einer wichtigen Untersuchung bei der Abklärung einer Meningitis.


Lungenembolie: Löst sich im Körper ein Blutgerinnsel  und verursacht dieses einen Verschluss eines Lungengefäßes, kommt es  zu Minderversorgung des betreffenden Lungenabschnittes und daraufhin zum Absterben des Gewebes dieses Lungenabschnittes. Bei Verschluss eines größeren Gefäßes und damit verbundenem Absterben eines größeren Lungenabschnittes, führt dies häufig zu einem akuten tödlichen Ausgang. Neben Thromben (Blutgerinnseln) können Embolien auch durch Lufteinbringung (Luftembolie), Fettaggregationen bei sehr hohen Anteilen von freien Fetten, insbesondere nach großen Knochentraumen wie zum Beispiel einem Beckenbruch, (Fettembolie) oder Tumorzapfen oder Tumorabsprengungen (Tumorembolien) im Blut bedingt sein.


Lungenkarzinom: maligner Tumor der Lunge (Bronchialkarzinom), genauer entartete Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen.


Lymphe: Sie ist eine wässerige, hellgelbe Flüssigkeit, die aus der Gewebsflüssigkeit (interzellulärer Flüssigkeit) entsteht. Über das Blut gelangen Nährstoffe und Flüssigkeit in den interzellulären Raum und umspülen die Zellen damit die Nährstoffe gegen „Abfallstoffe“ ausgetauscht werden können. 90% dieser Flüssigkeit gelangt wieder in die Blutbahn und wird über die Niere ausgeschieden, Während der Rest von 10% aufgrund Ihrer Größe nicht zurück in die Blutgefäße abfließen können und sich so in den Lymphbahnen sammeln. Die Lymphbahnen bilden übertragen gesehen ein großes Abfluss-System dessen Gefäße mit zunehmender Länge immer größer werden. Unterbrochen werden die Bahnen durch Lymphknoten, die wie Filterstationen fungieren und Bakterien und andere Krankheitserreger die von der Lymphe weitertransportiert werden direkt in den Lymphknoten abwehren können. Besteht eine Infektion ist diese Abwehrreaktion erhöht und die Lymphknoten schwellen an. Hat ein Tumor Anschluss an ein Lymphsystem, so werden auch die Tumorzellen die sich absiedeln und mit der Lymphe schwimmen in den Lymphknoten abgefangen. Hier wachsen sie unkontrolliert am Ort (lokal) weiter und es entstehen Lymphknotenmetastasen. Da das Lymphsystem bekannte Abflussstationen in den verschiedenen Körperregionen hat, ist die Untersuchung der Lymphknoten die im Abstrombereich eines Tumors liegen eine Standarduntersuchung (Suche nach Lymphknotenmetastasen).


Lymphadenektomie: Zur Diagnose die Entnahme eines (meist des größten) Lymphknotens zur Diagnose durch histologische Untersuchung). Die operative Entnahme von mehreren Lymphknoten, beispielsweise zur Untersuchung auf Tumorbefall im Rahmen des Stagings (Ausbreitung des Tumors, Befall des Körpers).


Lymphatisches System: Die Gesamtheit der lymphatischen Gewebe einschließlich aller Lymphknoten, der Milz, des Thymus und der Mandeln (Rachenmandel, Gaumenmandel, etc.) bilden das lymphatische System.


Lymphdrainage: Bei der Lymphdrainage handelt es sich um die Behandlung oder der Vorbeugung des Lymphödems, wobei die angestaute Lymphe durch vorsichtiges Ausstreichen zum Abfließen gebracht wird. Die Ursachen für ein Lymphödem können von einer Lymphostase (Ansammlung und Gerinnung der Lymphe) bis hin zu massiven Abflussbehinderungen (zum Beispiel Entfernung der gesamten Lymphknoten einer Region nach Tumorbefall) bedingt sein. Aber auch Infektionen und Entzündungen gehören zu den häufigen Ursachen.


Lymphknoten: Lymphknoten sind die „Filterstationen“ des  Lymphsystem. Jeder Lymphknoten ist für die Aufnahme und Filterung der Lymphe einer Körperregion zuständig. Lymphknoten gehören zum Abwehrsystem (Immunsystem) eines Organismus. Die Größe beträgt in der Regel 5 bis 10 Millimeter, sie sind glatt begrenzt und bohnenförmig oder oval. Regional (Leiste und am Hals) oder nach Entzündungen, wenn sie sich nicht zurückbilden,  können sie auch bis 20 Millimeter groß werden. Sind sie größer als 2 Zentimeter und nehmen eine kugelförmige Gestalt an, sind sie aktiviert. Nehmen sie weiter an Größe zu, werden sie nach Ausschluss infektiöser Ursachen in der Regel entfernt und unter dem Mikroskop untersucht um eine bösartige Erkrankung auszuschleißen. Vergrößerte, schmerzfreie Lymphknoten die nicht verschieblich (beweglich gegen das umliegende Gewebe) sind, müssen ärztlich abgeklärt werden.


Lymphknotenexstirpation: Operative Entfernung eines Lymphknotens zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung


Lymphödem: Als Lymphödem bezeichnet man das Anschwellen eines Körperteils durch Lymphstau, bzw. gestörten Lymphabfluss. Häufigste Ursache ist die operative Entfernung von Lymphknoten im Rahmen von Tumoroperationen.


Lymphokine: Substanzen, die von Lymphozyten produziert und abgesondert werden und andere Zellen aktivieren oder deren Funktion beeinflussen nennt man Lymphokine. Sie haben eine wichtige Funktion bei der Immunabwehr.


Lymphom: Ebenso wie bei anderen Tumorarten gibt es benigne und maligne Lymphome. Der Begriff Lymphom beschreibt zunächst nur die Schwellung eines oder mehrerer Lymphknoten ohne eine Zuordnung zu gutartig oder bösartig. Da heute der Begriff Lymphom meist für bösartige Tumoren verwendet wird, wurde zur Unterscheidung der Begriff Pseudolymphom für die benignen Lymphome geprägt. Unter dem Begriff der malignen Lymphome wird eine Vielzahl von bösartigen Erkrankungen zusammengefasst, die ihren Ursprung aus Zellen des lymphatischen Zellsystems nehmen. Früher war eine Einteilung in Hodgkin und Non-Hodgkin Lymphome (Nicht-Hodgkin), die aber einer, durch verbesserte Differenzierung (Unterscheidung) der Lymphome  im Bezug auf Ausreifung, Zellart und spezieller Oberflächenstrukturen, genaueren Zellbeschreibung weicht. Dies ist sinnvoll, Unter den malignen Lymphomen gibt es eine Vielzahl von Unterformen, da die große Zahl verschiedener Lymph- und Abwehrzellen  unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung („Reifung“) entarten und zu einer Krebserkrankung führen können. Die Therapie und Prognose hängt von dem jeweiligen Zelltyp und seiner Reifung und Charaktereigenschaften ab. Die häufigeren Formen wie Hodgkin-Lymphome, chronisch lymphatische Leukämie (häufigste maligne Lymphom und Leukämie bei Erwachsenen), das Immunozytom, das Multiple Myelom (Plasmozytom), follikuläre Lymphome, Mantelzelllymphome oder das diffuse großzellige B-Zell Lymphom, dass mit 1/3 aller Fälle zu den häufigsten Formen maligner Lymphome gehört, sind kurz in dem Fachwörterindex beschrieben.


Lymphozyten: Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die als Träger immunologischer Funktionen von zentraler Bedeutung für die körpereigene Abwehr sind. Die Vorläuferzellen stammen aus dem Knochenmark, die weitere Entwicklung erfolgt in den lymphatischen Organen.


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