mercredi, 19. juin 2019

Ringvorlesungen der Universität des Saarlandes in der 26. Kalenderwoche

Im Sommersemester bietet die Universität des Saarlandes öffentliche Vortragsreihen an, die allen Interessierten offen stehen. Der Eintritt ist frei.

1. Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung „Narren, Clowns, Spaßmacher“

Montag, 24. Juni, 19 Uhr: Die Narrenfigur im postmodernen Roman (Umberto Eco „Baudolino“, Thomas Pynchon „Vineland“, Daniel Kehlmann „Tyll“)

(Dr. Hermann Gätje, Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Auch wenn die Definition der Postmoderne umstritten und unscharf ist, herrscht weitgehend Übereinstimmung, dass Ironie, Spiel und Maskerade konstituierende Merkmale der durch sie inspirierten Literatur sind. Diese Eigenschaften legen eine Affinität zur Figur des Clowns und Spaßmachers nahe. Die Vorlesung will entsprechende strukturelle Beziehungen am Beispiel dreier ausgewiesen postmoderner Romane, in denen literarische Narren- beziehungsweise Schelmenfiguren eine exponierte Rolle spielen, exemplarisch untersuchen und herausarbeiten. Während Ecos „Baudolino“ (2000) und Kehlmanns „Tyll“ (2017) ihre Helden vor dem Hintergrund des ebenfalls für die Epoche charakteristischen historischen Romans gestalten, nimmt Pynchon in „Vineland“ (1990) mit den skurrilen Späßen seines Protagonisten, des Althippies Zoyd Wheeler, die Jahre unter dem Präsidenten Ronald Reagan in den USA aufs Korn.

Detailliertes Programm: https://literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung/

Veranstaltungsort: Festsaal des Rathauses St. Johann, Rathausplatz 1, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Dr. Katharina Meiser, k.meiser@mx.uni-saarland.de, Tel.: 0681 302-4511
und Prof. Dr. Sikander Singh, s.singh@sulb.uni-saarland.de, Tel.: 0681 302-3327


2. Ringvorlesung „Bio-Logisch!“

Mittwoch, 26. Juni, 18.30 Uhr: „Strukturbiologie – Leben im atomaren Detail“

(Prof. Dr. Roy Lancaster, Strukturbiologie, Homburg)

Die Strukturbiologie liefert unter anderem die Grundlagen für die Entwicklung wichtiger Arzneimittel. Wissenschaftlern dieses Fachgebiets wurden schon zahlreiche Nobelpreise zuerkannt. Im Vortrag werden verschiedene Proteinstrukturen vorgestellt, die für Gesundheit und Krankheit relevant sind. Proteine sind biologische Makromoleküle, die unseren Zellen nicht nur Struktur, sondern als „molekulare Maschinen“ vielfältige lebenswichtige Funktionen verleihen. Um deren Funktionsweise auf atomarer Ebene zu verstehen, ist es unverzichtbar, ihre räumliche Struktur zu bestimmen. Dieses kann beispielsweise mithilfe der Elektronenmikroskopie oder der Proteinkristallographie erfolgen.

Prof. Dr. Roy Lancaster habilitierte im Fach Biochemie; 2008 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Strukturbiologie in Homburg an. Gemeinsam mit seinem Team erforscht er die Wirkungsmechanismen von Membranproteinen und weiteren lebenswichtigen Proteinen auf der Basis von experimentell möglichst genau ermittelten dreidimensionalen Strukturen. Für Arbeiten auf diesem Gebiet erhielt er 2007 den Boris-Rajewsky-Preis für Biophysik. Seit 2002 ist er Koordinator einer überregionalen Großnutzergruppe am europäischen Synchrotron in Grenoble. Seit 2011 ist er geschäftsführender Leiter des Zentrums für Human- und Molekularbiologie.
Detailliertes Vortragsprogramm: http://zhmb.uni-saarland.de/bio-logisch/

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Zentrum für Human- und Molekularbiologie, Tel.: 06841 16-26184,
E-Mail: zhmb@zhmb.uni-saarland.de
und: Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken / Abt. Film und Wissenschaft, Christel Drawer, Tel.: 0681 93674-13, E-Mail: christel.drawer@saarbruecken.de


3. Filmreihe „Künstliche Intelligenz im Kino“

Donnerstag, 27. Juni, 18.30 Uhr: Science-Fiction-Thriller „Ghost in the Shell“ (USA, 2017)

(Dr. Soenke Zehle, Hochschule der Bildenden Künste Saar und K8 Institut für strategische Ästhetik)

Major Mira Killian, gespielt von Scarlett Johansson, ist ein Roboter in Frauengestalt und der jüngste Beweis, dass im Japan der Zukunft der Unterschied zwischen Mensch und Maschine immer geringer wird. Ihr Bewusstsein stammt aus dem Gehirn eines echten Menschen und wirkt nun in einem Körper, den ein Technologie-Konzern hergestellt hat. So soll sie in einer staatlichen Spezialeinheit dienen, die Cyberterroristen jagt. Bei einem Einsatz trifft sie auf einen Gegner, der menschliches Bewusstsein hackt und damit für Killian mehr als nur gefährlich wird. Schritt für Schritt deckt sie Geheimnisse auf, die auch ihre Vergangenheit betreffen. Neben Scarlett Johansson brillieren Darsteller wie Juliette Binoche und Pilou Asbæk. Der 2017 in Neuseeland und Hongkong gedrehte Film basiert auf dem gleichnamigen Manga von Masamune Shirow und ist damit auch eine Neuverfilmung des gleichnamigen Animes von 1995, das inzwischen Kultstatus genießt. An diese Vorlage knüpft die Realverfilmung auch mit einer atemberaubenden Visualisierung an.

Dr. Soenke Zehle wird im Anschluss den Film kommentieren. Er unterrichtet Medientheorie an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und leitet als Ko-Geschäftsführer gemeinsam mit Julia Hartnik das Saarbrücker K8 Institut für strategische Ästhetik. Dort beschäftigt er sich mit der Mensch-Maschine-Thematik auch im Rahmen des bereits angelaufenen, gemeinsam mit dem Historischen Museum Saar und dem Ministerium für Bildung und Kultur durchgeführten Kulturerbe-Projektes „Maschinenräume: Technologie, Selbstbestimmung und Ordnungssehnsucht 2020/1920“. Es verbindet die industrielle Vergangenheit des Saarlandes mit dessen technologischer Zukunft.

Die Filmreihe „KI im Kino“, veranstaltet vom Filmhaus Saarbrücken zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Informatik und dem Deutsch-Amerikanischen Institut, umfasst acht Filme.
Weitere Informationen: www.filmhaus-saarbruecken.de und http://maschinenraeume.eu/

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Gordon Bolduan, Wissenschaftskommunikation, Kompetenzzentrum für Informatik,
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de, Tel.: +49 681 302 70741