21.06.2018

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 26. Kalenderwoche

Im Sommersemester bietet die Universität des Saarlandes wieder öffentliche Vortragsreihen an. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

1. Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung:
Montag, 25. Juni, 19 Uhr: „Rebellen? Neudeutungen Georg Büchners und Heinrich von Kleists nach 1968“

(Dr. Hermann Gätje, Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
 
Die mit der Studentenbewegung des Jahres 1968 verbundenen literarischen Strömungen haben eine neue charakteristische Sichtweise auf die literarischen Klassiker entwickelt. Dabei fällt auf den ersten Blick tendenziell auf, dass der Fokus von den Zentralgestalten der Klassik wie Goethe und Schiller auf als schwierig geltende Charaktere wie Kleist, Büchner oder Hölderlin verlagert wird. Der Vortrag möchte an einigen Beispielen darlegen, wie Büchner und Kleist wie auch deren Figuren zu Identifikationsgestalten wurden, die in einen neuen, von der 1968er Bewegung maßgeblich geprägten literarischen Kanon konzeptualisiert wurden. Diese Neudeutung spiegelt sich in alternativen Editionstechniken, Verfilmungen wie Volker Schlöndorffs „Michael Kohlhaas – Der Rebell“ (1969) oder Adaptionen wie Peter Schneiders Erzählung „Lenz“ (1973).

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Professor Dr. Sikander Singh, E-Mail: s.singh@sulb.uni-saarland.de,
http://literaturarchiv.uni-saarland.de/de/ringvorlesung/


2. Ringvorlesung zur Fußballkultur:
Montag, 25. Juni, 16 Uhr: „Der 1. FC Kaiserslautern und die deutsch-deutschen Beziehungen“

(Jens Reinke, Universität des Saarlandes)

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal III
Kontakt: Jörn Wüstenberg, Tel.: 0681 302-2203,
E-Mail: joern.wuestenberg(at)uni-saarland.de


3. Ringvorlesung über „Europäische Traumkulturen“:
Dienstag, 26. Juni, 18 Uhr: „Filmwissenschaft: Traumfabrik Kino: Träume(n) im Film – Kino als Traum“

(Prof. Dr. Stephanie Catani, Neuere deutsche Literaturwissenschaft/Medienwissenschaft)

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal II
Kontakt: Prof. Dr. phil Janett Reinstädler, Romanistik, Tel.: 0681 302-3514 (-2335),
E-Mail: reinstaedler@mx.uni-saarland.de
www.traumkulturen.de


4. Ringvorlesung über Fantastik:
Mittwoch, 27. Juni, 18.30 Uhr: „Where Are My Yoruban Goddesses? Representations of Women in Afro-futurist Visual Images in the US”
(Vortrag in englischer Sprache)
(Dr. Saskia Fürst, University of Salzburg)

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Str. 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Prof. Dr. Astrid M. Fellner und Svetlana Seibel, Tel.: 0681 302-2770,
E-Mail: amerikanistik@mx.uni-saarland.de, www.amerikanistik.uni-saarland.de/


5. Ringvorlesung „Erinnerung und Aufbruch. Das europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945“
Mittwoch, 27. Juni, 18 Uhr: „Aufbruch in die Gegenwart. Erinnerung an die Moderne. Gründung und Aufbau der Modernen Galerie“

(Dr. Roland Mönig, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Direktor Saarlandmuseum)

In der bundesdeutschen Museumslandschaft spielt die Moderne Galerie des Saarlandmuseums eine Sonderrolle, denn es ist das einzige Haus für die Kunst der Moderne auf deutschem Boden, dessen Gründung zumindest mittelbar französischem Einfluss zu verdanken ist. Mit dem Aufbau der einzigartigen, heute national und international renommierten Sammlung wurde 1952 begonnen, als das Saarland ein teilautonomer, wirtschaftlich und politisch mit Frankreich verflochtener Staat war, der von einer frankophilen Regierung geführt wurde. In der Modernen Galerie manifestiert sich mithin deutlich das Bestreben, nach Diktatur und Krieg einen europäischen Geist und eine demokratische Gesinnung zu installieren. Dabei wurde die von den Nationalsozialisten verfemte Kunst der Avantgarde als Ausdruck und Garant der Freiheit verstanden. Sie schien gleichermaßen Entlastung von der schweren Bürde der jüngsten Vergangenheit und Gelegenheit zur Wiedergutmachung zu bieten, wie sie Impulse für die Gestaltung der eigenen Gegenwart bereithielt. Aber nicht nur der wiedergewonnene Optimismus nach 1945 und der Wille zum Aufbruch spiegeln sich in der frühen Geschichte des Museums. In der hitzigen Debatte um seine Ankaufspolitik im Umfeld der Saarabstimmung 1955 kristallisieren sich auch die ungelösten politischen und gesellschaftlichen Konflikte jener Jahre.

Veranstaltungsort: Pingusson-Bau, Hohenzollernstraße 60/Keplerstraße 21, 66117 Saarbrücken
Kontakt: Salvatore Pisani, Institut für Kunstgeschichte, Tel. 0681 302-3317,
E-Mail: s.pisani@mx.uni-saarland.de


6. Ringvorlesung über „Macrons neues Frankreich”:
Donnerstag, 28. Juni, 18 Uhr: „Der Front National: Hintergründe und Entwicklung – Vergleich mit der AfD“

(Prof. Dr. em. Adolf Kimmel, St. Ingbert)

Vor der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr blickten Politiker und Bürger der EU-Mitgliedstaaten – auch Deutschlands – mit Sorge nach Frankreich. Würde Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National, in den Elysée-Palast einziehen? Grund für die Sorge waren die skeptischen bis offen ablehnenden Positionen der Partei gegenüber der EU, insbesondere gegenüber dem Euro.

Wann ist der FN entstanden und wie ist sein Aufstieg zu erklären? Welche außen-, innen-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Positionen vertritt die Partei? Welche Wählergruppen wenden sich ihm zu? Was bedeutet Marine Le Pens Strategie der „Entteufelung“? Wie ist die künftige Entwicklung der Partei einzuschätzen? - Diese und andere Fragen sollen im Vortrag erörtert und zur Diskussion gestellt werden.

Veranstaltungsort: Stadtarchiv Saarbrücken, Deutschherrnstr. 1, 66117 Saarbrücken
Kontakt: E-Mail: stadtarchiv@saarbrücken.de, Tel.: 0681 9051258.
Programm: https://www.uni-saarland.de/einrichtung/frz/veranstaltungen/vortragsreihe.html