28.04.2012

Ein Fest für kleine Nasen

Saarbrücker Zeitung


Unserer Nase entgeht fast nichts. Dass aber auch elektronische Geräte riechen können, und wie man ihnen das beibringen kann, haben die jungen Studenten am Mittwoch bei der Kinder-Uni gelernt.


Von SZ-Redaktionsmitglied
Anke Bauer

Saarbrücken. Zitrone, Mandel, Orange und Apfel – bei der ersten Vorlesung der Saarbrücker Kinder-Uni in diesem Semester schwebten viele gute Gerüche durch den größten Vorlesungssaal der Saar-Uni. Aber auch ganz schön eklige: Professor Andreas Schütze ließ die rund 400 Kinder nämlich auch künstlichen Schweißfußgestank schnuppern.

Die jungen Studenten staunten nicht schlecht, als der Professor ihnen erzählte, dass manche Menschen freiwillig an verschwitzten Schuhen riechen, weil es ihr Beruf ist. „Schuhhersteller sind immer auf der Suche nach Material, das keine Stinkfüße macht“, erklärt der Professor. Dafür muss man forschen und eben auch an den getragenen Schuhen riechen.

Dass können zum Glück aber auch Maschinen übernehmen, haben die Kinder gelernt. Professor Schütze bringt sogenannten elektronischen Nasen das Riechen bei. Das kann sehr hilfreich sein, erzählt er, denn sie erkennen beispielsweise auch verdorbene Lebensmittel oder können Brände frühzeitig entdecken. Unsere Nase wird hingegen schnell müde. Muss sie ununterbrochen Düfte riechen, erkennt sie manche nach einiger Zeit nicht mehr. Bei den elektronischen Geräten sind es Sensoren, die Gase und Gerüche erkennen, bei unserer Nase sind es die Sinneszellen, erfahren die Kinder-Studenten. Aber woher weiß ein Sensor eigentlich, was er gerade riecht? „Das müssen wir ihm beibringen“, erklärt der Professor. Dazu nutzt man ein sogenanntes sensorisches Panel. Das sind Versuchspersonen, die einen Geruch bewerten und ihn dem Sensor als Vorgabe weitergeben, damit er ihn später wiedererkennen kann.

Ob das funktioniert, haben die jungen Studenten bei der Kinder-Uni selbst getestet. Professor Schütze hat seiner Maschine morgens bereits Gerüche wie Zitrone, Mandel, Vanille und Apfel „beigebracht“. Sechs Kinder durften sich dann bei der Vorlesung in Laborkitteln an einen Tisch setzen und mussten an Wattestäbchen mit verschiedenen Gerüchen riechen. Anschließend wurde der gleiche Geruch in einer kleinen Spielzeugeisenbahn unter einem Sensor hindurchgefahren. Der sollte dann denselben Geruch erkennen wie die Kinder. Die ersten beiden Gerüche hat die „Güterbahnhof“ nicht erkannt, der Jubel im Audimax war umso größer, als der Sensor dann Orange und Vanille richtig anzeigte.

Am Schluss der Vorlesung gab es dann noch eine ganz besondere Überraschung für die kleinen Nasen: Die Kinder-Studenten durften über 100 Luftballons platzen lassen, die mit ganz verschiedenen Düfte gefüllt waren.

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Quelle: Saarbrücker Zeitung