26.04.2017

Vortrag: Die Wiederkehr der Bilder. Transformation und Reformation mittelalterlicher Heilsmedien in der Wittenberger Cranach-Werkstatt

Ringvorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance“, Teil 2

Dr. Christian Neddens (Saar-Uni)

Die Reformation ist eine Medienrevolution. Das „solo verbo“ macht Bilder des Heils obsolet. Das war lange die gängige Forschungsmeinung. Tatsächlich beginnt aber schon in der Phase der frühen Konsolidierung des Luthertums Ende der 1520er Jahre die Wittenberger Cranach-Werkstatt – parallel zur Formulierung von ersten Bekenntnistexten und Katechismen – mit der Erprobung alter und neuer visueller Medien zur Darstellung des neuen Glaubens. Dabei entstehen zum Teil erfolgreiche Bildprogramme (‚Gesetz und Gnade‘, ‚Kindersegnung‘, ‚Melancholia und Caritas‘).

Wenige Jahre später wird der erste gewaltige evangelische Wandelaltar aufgestellt. Wie konnte es kommen, dass gerade dieses vorreformatorische Medium, das so eng mit der alten Sakramentenlehre verknüpft war, plötzlich in das Zentrum des lutherischen Gottesdienstes rückte?

Beginn: 19 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken, Gustav-Regler-Platz 1, 66111 Saarbrücken. Der Eintritt ist frei.