DFG-Projekt SÜB - Latein

Saarbrücker Übersetzungsbibliographie – Latein

Erstellung einer elektronischen lateinisch-deutschen Übersetzungsbibliographie
nichtfiktionaler Texte

Ein Projekt des Lehrstuhls für Romanische Übersetzungswissenschaft (LRÜ),
finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

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Den dritten Newsletter vom 27.05.2013 finden Sie hier.
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Rahmendaten

Geschäftszeichen: GI 354/5-1 sowie AT 159/2-1 und GI 354/5-2

Projektzeitraum: 01.04.2011-30.04.2014
Auch nach Projektabschluss stehen wir Ihnen weiterhin
für Rückfragen zur Verfügung!

 

Seit 01.04.2012 Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Vahram Atayan (Professor
für Übersetzungswissenschaft: Französisch am Seminar für Übersetzen und
Dolmetschen der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg).

Kontakt:       Projektleitung: Prof. Dr. Alberto Gil (Universität des Saarlandes)

                    Prof. Dr. Vahram Atayan (Universität Heidelberg)
Projektkoordination: Anne Weber
Universität des Saarlandes

Lehrstuhl für Romanische Übersetzungswissenschaft

Postfach 15 11 50

66041 Saarbrücken
Tel.: +49 (0) 681 / 302 2550

E-Mail: anne.weber (at) mx.uni-saarland.de

Vor Ort:        Projektbüro: Campus, Geb. A2 2, Zimmer 1.23

Online finden Sie uns hier.

Den Projektflyer können Sie hier downloaden.


Das Projekt wurde bisher bei folgenden Tagungen vorgestellt

XXXII. Deutscher Romanistentag in Berlin (Sept. 2011)
IANLS: Fifteenth International Congress in Münster (Aug. 2012)
VII. Internationale Arbeitstagung Romanisch-deutscher und innerromanischer Sprachvergleich in Innsbruck (Sept. 2012)
XXXIII. Deutscher Romanistentag in Würzburg (Sept. 2013)


Weitere Mitarbeiter

Daniele Moretti (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Als Studentische/Wissenschaftliche Hilfskräfte waren beteiligt:

Lina Beckmann, Stefan Eich, Bettina Fetzer, Viktoria Grzondziel, Mirja Hanke, Sabine Heinz, Evelyn Hertenberger, Sina Höcker, Irene Kunert, Manuel Langhans, Anne-Kathrin Lehmann, Carla Lombardo, Dorothea Melz, Daniel Möller, Lisa Piras, Andrea Ruffing, Sarah Rust, Bettina von Polenz

 
Beschreibung des Projekts

Ziel des Projekts war die Dokumentation der Kulturübertragung, das heißt einerseits die Verbreitung des Wissens aus dem Ausland im Deutschen, zum anderen die Verbreitung innerhalb Deutschlands (und in diesem Fall auf zwei Ebenen, zum einen durch die Zeit, zum anderen durch verschiedene gesellschaftliche Schichten).

Die Übersetzung innerhalb Deutschlands hat dazu geführt, dass Wissen von bestimmten begrenzten Kreisen (also etwa Politik, Wissenschaft) nach und nach für breitere Schichten zugänglich wurde. Dabei wurde die lateinische Sprache unterschiedlich lang verwendet: In Religion und Wissenschaft etwa teils noch bis ins 19. Jahrhundert hinein, in anderen Bereichen wurde sie hingegen seit der frühen Neuzeit nach und nach durch die Nationalsprachen ersetzt. Die Verbreitung der lateinischen Sprache war beachtlich: In den katholischen Teilen Deutschlands war zumindest Kirchenlatein weit verbreitet, und Latein galt insgesamt als Lingua Franca; für die höheren Schichten, Wissenschaftler und das, was man heute als Tourismusbranche bezeichnen würde, war Latein führendes Mittel der Kommunikation. Natürlich gab es auch verschiedene Varianten, also haben zum Beispiel Wissenschaftler anders geschrieben als Reisende oder als Kirchenleute.

Die Themen der lateinischen Texte umfassen entsprechend viele Bereiche: vor allem Religion, Medizin und Recht, aber auch Handwerk und andere Themen des Alltags sowie Chroniken. Und insbesondere die wissenschaftlichen Texte wurden teils auch lange Zeit später noch übersetzt. Hauptgrund für die Übersetzung war, dass das Wissen durch Übersetzung der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.

Die Idee zum Projekt entstand, weil wir uns als Übersetzungswissenschaftler natürlich auch für die Geschichte der Übersetzung interessieren. Übersetzungen beeinflussen anerkanntermaßen Sprache und Kultur, so können ja nicht nur einzelne Wörter, sondern ganze Dinge und Vorstellungen von einem Land in das andere übertragen werden, wie etwa das französische Hühnerfrikassee. Wenn man erforschen will, wie diese Einflüsse stattgefunden haben, dann muss man nicht nur einzelne bekannte Übersetzungen in ihrer Wirkung untersuchen, sondern auch verstehen, was in der Masse passiert ist, also welche Inhalte zwischen den Kulturen übertragen wurden. Latein, weil es in der Vergangenheit eine sehr wichtige Sprache war und die Grundlage der Romanischen Sprachen darstellt. Durch die Vorgängerbibliographie, in der wir die Daten zu Übersetzungen aus dem Französischen, Italienischen, Spanischen und Portugiesischen ins Deutsche gesammelt haben, konnten wir bereits breite Erfahrungen sammeln und haben etwa festgestellt, dass bis ins 17. Jahrhundert Französisch und Italienisch gleichermaßen einen starken Einfluss auf das Deutsche hatten. Danach wurde die französische Sprache immer dominanter und es gab fast die zehnfache Menge an Übersetzungen, das Italienische war allerdings etwa im Bereich Religion länger präsent. Insgesamt waren bis zum 17. Jahrhundert die Bereiche Religion, aktuelle Politik, Geschichte und Wissenschaften etwa gleich stark vertreten, dann jedoch nahmen die wissenschaftlichen Übersetzungen geradezu explosionsartig zu.

Der Inhalt unseres Projekts bestand nun also konkret darin, die Übersetzungen mit Original zu erfassen. Beginn der Erfassung war 1450, also mit Erfindung des Buchdrucks, Endpunkt der Erfassung war 1912. Die Ergebnisse unserer Arbeit sind online für jeden frei verfügbar. Vor allem hoffen wir, Wissenschaftlern eine Hilfe zu sein, die verstehen wollen, wie die Kommunikation in Europa damals stattgefunden hat und wie die europäischen Kulturen sich auf die Dauer gegenseitig beeinflusst haben. Zum einen können das Übersetzungsforscher sein, zum anderen aber auch durchaus Forscher in den einzelnen Fachgebieten, in denen übersetzte Werke verfasst wurden; da wir die Werke nach einzelnen Wissenschaften bzw. Sachgebieten geordnet haben, kann etwa jemand, der sich mit der Geschichte eines Faches befasst, bei uns auch unbekanntere Werke finden.

Die Vorgängerbibliographie, für die wir allerdings über umfassende Vorarbeiten verfügten, enthält im Endergebnis Einträge zu etwa 10300 Übersetzungen und über 9000 Originalen. Die Saarbrücker Übersetzungsbibliographie Latein enthält Angaben zu mehr als 8000 Übersetzungen und über 4200 Originalen.

 

Anmerkungen und Kommentare
sind uns auch nach Projektabschluss
jederzeit willkommen!