Doktorandinnen und Doktoranden

Brian-Timmy Erbe, M. A.
Flora Hirt, M. A.

f.hirt(at)web.de

zur Person:

Geboren 1979

1998-2005 Magisterstudium der Neueren Geschichte, der Alten Geschichte und der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes

2002-2006 Mitarbeit am DFG-Projekt „Ländliche und städtische Sozialgemeinschaften in Alemannien/Elsaß im Spiegel ihrer prekarischen Grundbesitzgeschäfte bis 1300. St. Gallen, Weißenburg, Basel, Straßburg“ des Lehrstuhls für Geschichte des Mittelalters

Juli 2006-März 2007 Förderung durch den Forschungsausschuss der Universität des Saarlandes

Januar 2008 - Mai 2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Bearbeiterin des DFG-Teilprojektes „Prosopographische und topographische Vorarbeiten und Studien zur Erstellung eines digitalen Häuser- und Parzellenbuchs von Basel im 13. Jahrhundert anhand von Privaturkunden“

Dissertationsprojekt:

„Sozialtopographische Studien zur Stadt Basel im 13. Jahrhundert“

Als bedeutende Bischofsstadt und Verkehrsknotenpunkt am Oberrhein war Basel im 13. Jh. von einem wirtschaftlichen Aufschwung und reger Bautätigkeit geprägt. Anhand von Privaturkunden und Handschrift im Historischen Grundbuch der Stadt Basel werden sozialtopographische Studien durchgeführt, die gleichzeitig Aufschlüsse über die genauere Zusammensetzung mittelalterlicher Städte ermöglichen sollen. Dabei wird zunächst eine kartographische Sozialtopographie der Stadt Basel im 13. Jh. erstellt, die zugleich als Vorarbeit für ein Häuserbuch dienen kann.
Im Fokus der darauf aufbauenden bevölkerungsgeschichtlichen Analyse stehen sowohl sozial- als auch wirtschaftsgeschichtliche Aspekte: Insbesondere die Urkunden erlauben Einblicke in die herrschaftlichen Hintergründe von Leiheverhältnissen an Grundstücken. Das Zusammenspiel verschiedener Personen mit einzelnen Grundstücken ermöglicht weiterhin die Klärung wichtiger Fragen der Baseler Stadtgeschichte, wie etwa die Rolle verschiedener Berufsgruppen. So zeichnet sich bislang ab, dass den Handwerkern gegenüber den Kaufleuten ein wesentlich stärkerer Einfluss zukam als bisher angenommen.
Das Dissertationsprojekt steht somit im Forschungskontext der modernen Städteforschung, die sich bislang aber vorwiegend auf Norddeutschland und die Zeit ab dem 15. Jh. konzentriert.

Publikationen

Aufsätze

1. „Maul nit, mach mit!“ – Saarbrücker Karneval von der Zwischenkriegszeit bis ins „Dritte Reich“, in: Saarbrücker Hefte 96 (2006), S. 104-111.

2. Zur Realisierung sozialtopographischer Studien für die Stadt Basel im 13. Jahrhundert. Ein Werkstattbericht, in: Jörg Oberste (Hg.), Kommunikation in mittelalterlichen Städten, Regensburg 2007, S. 21-27.

3. The place of craftsmen in the society: Social structures in 13th century Basel (im Druck).

4. Weiterentwicklungen prekarischer Grundbesitzgeschäfte vor dem Hintergrund spätmittelalterlicher Urbanität (in Vorbereitung).

Vorträge

1. "Sozialtopographische Studien zur Stadt Basel im 13. Jahrhundert"

Universität Regensburg (Forum Mittelalter), 11/2006, Tagung: "Kommunikation im städtischen Raum", veranstaltet von Prof. Dr. Jörg Oberste

2. "Häuser und Personen in der Stadt – Probleme und Möglichkeiten ihrer Identifizierung im Basel des 13. Jahrhunderts"

Universität Konstanz, 12/2007, Tagung: "Haus und Identität", veranstaltet von Prof. Dr. Gabriela Signori, Dr. Christof Rolker, Kathrin Barbara Stutz, M.A.

3. "The place of craftsmen in the society: Social structures in 13th century Basel"

Leeds, 07/2011, Tagung: International Medieval Congress, veranstaltet vom Institute for Medieval Studies

 
Philipp Höhn

philipphoehn-philipp(at)web.de

Lebenslauf

1986 geboren in Lübeck

2006-2012 Studium der Geschichtswissenschaften und der Germanistik an der Universität des Saarlandes (Abschluss mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien)

2009-2012 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte (Prof. Dr. Brigitte Kasten)

2013-2014 Kollegiat an der International Max Planck Research School for Comparative Legal History (internationales Doktorandenkolleg des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte und der Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

Seit 2015: wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ (Hartmut Leppin) im Teilprojekt „Die Hanse und ihr Recht“ (Teilprojektleiter Albrecht Cordes), dort Forschungen zu Schwäche- und Niedergangsdiskursen in der Hansehistoriographie.


DISSERTATIONSPROJEKT

Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum ca. 1350-1450

In meinem Forschungsvorhaben beschäftige ich mich mit der Frage, wie hansische Kaufleute ökonomische Interessenkonflikte austrugen. Verfolgt wird der Ansatz einer „Sozialgeschichte des Rechts“, es wird folglich die gesellschaftliche Handhabung von Normen in den Blick genommen. Ausgehend von Beobachtung, dass mittelalterliche Fernhandelskaufleute aufgrund ihrer raumübergreifenden Tätigkeit der fragmentation of law in besonderem Maße ausgesetzt waren, wollten sie ihre Rechtsinteressen über politische, kulturelle, sprachliche und rechtliche Grenzen hinweg durchsetzen und beruhend auf neueren Thesen zur Justiznutzung, wird dabei sowohl nach gerichtlichen, als auch nach außergerichtlichen Strategien gefragt. Bestimmt werden sollen die Spielräume, in denen sich Kaufleute beim Austrag von Konflikten bewegten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die soziale Integration der Konfliktparteien in herrschaftliche und korporative Strukturen, in Netzwerke und Genossenschaften von zentraler Bedeutung für die Ausgestaltung von Verfahren des Konfliktaustrags und ihrer Regulierung waren. Das Fehlen eines staatlichen Jurisdiktions- und Gewaltmonopols im Weberschen Sinne wird dabei nicht als defizitär wahrgenommen, da es zu anachronistischen Maßstäbe führt. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass Kaufleute über ein breites Spektrum an gerichtlichen und außergerichtlichen Optionen verfügten, um Rechtsinteressen durchzusetzen, die von offener, gleichwohl regulierter Gewalt, über die gerichtliche Auseinandersetzung vor stadt- und landesherrlichen, vor städtischen, königlichen oder kirchlichen Gerichten bis hin zu durch Dritte vermittelte Schiedssprüche und Schlichtungen reichten. Durch die flexible komplementäre Anwendung solcher Strategien, gelang es den Konfliktparteien – so die These – Konflikte auf relativ niedrigem Eskalationsniveau einzuhegen und nachhaltig beizulegen.

Ich wähle in meiner Arbeit einen doppelten methodischen Zugang, in dem wirtschaftswissenschaftliche Konzepte mit soziologischen und anthropologischen Ansätzen kombiniert werden. Zum einen wird auf die seit einigen Jahren in der Hanseforschung und Wirtschaftsgeschichte aufgekommene Transaktionskostentheorie und Neue Institutionenökonomik zurückgegriffen. Standen in diesen Arbeiten vor allem institutionelle Arrangements im Vordergrund, so stelle ich die Frage nach den Praktiken im Konflikt. Auf welche Verfahren griffen die Akteure zurück, wenn es hart auf hart kam? Welchen Zielsetzungen folgten diese Verfahren? Und wie effizient waren diese Strategien und Praktiken im Konfliktfall wirklich? Dabei soll dem Trugschluss einer an vermeintlichen historischen Konstanten orientierten Methodik entgangen werden, in der dem mittelalterlichen, städtischen Kaufmann besondere Rationalität zugesprochen wird. Kaufleute waren in die mittelalterliche Lebenswelt eingebettet, in der für städtische Führungsgruppen zu konstatieren ist, dass sie aus Statusgründen, ihr Recht und ihre Ehre oftmals gewaltsam am disziplinierenden Anspruch der Stadtgemeinde vorbei suchten. Zudem spielten sich kaufmännische Konflikte eben nicht nur auf der Ebene des ökonomischen, sondern auch auf der des sozialen und symbolischen Kapitals ab. Auf die hohe rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung dieses symbolischen Kapitals haben jüngere Forschungen explizit hingewiesen. Daher verfolgt die Arbeit einen Ansatz, der neben den ökonomischen Faktoren auch die soziale Einbettung rechtlicher Praktiken berücksichtigt.

PUBLIKATIONEN

I. Artikel in Zeitschriften (peer-reviewed)

Unwiderstehliche Horizonte? Zum konzeptionellen Wandel von Hanseraum, Reich und Europa bei Fritz Rörig und Carl Schmitt, in: Historische Zeitschrift 306, 2 (2018), S. 321-355 (gemeinsam mit Carsten Groth).

Schwächewahrnehmungen und Stadtbucheditionen. Der Zugang zu Recht und Wirtschaft in drei Editionsansätzen des 20. Jahrhunderts, in: Hansische Geschichtsblätter 135 (2017), S. 19-73 (gemeinsam mit Alexander Krey).

Schwächediskurse und Ressourcenregime. Überlegungen zu Hanse, Recht und historischem Wandel, in: Hansische Geschichtsblätter 134 (2016), S. 167-203 (gemeinsam mit Albrecht Cordes, Alexander Krey).

II. Artikel in Sammelbänden

Entscheidungsfindung und Entscheidungsvermeidung in der Hanse. Das Beispiel der Sunddurchfahrt um 1440, in: Entscheidungsfindung in spätmittelalterlichen Gemeinschaften, (Kulturen des Entscheidens), hrsg. v. Wolfgang Eric Wagner, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, Beitrag in Sammelband, erscheint vsl. 2019.

Pluralismus statt Homogenität. Hanse, Konflikträume und Rechtspluralismus im vormodernen Nordeuropa (1400-1600), in: Städtebünde und städtische Außenpolitik. Träger, Instrumentarien und Konflikte während des hohen und späten Mittelalters, hrsg. v. Roland Deigendesch, Christian Jörg, Ostfildern: Thorbecke Verlag, erscheint 2019.

Merchant Spaces, Pirate Places? Distribution and Criminalization in the Late Medieval Baltic Sea, in: Merchants, Pirates, and Smugglers. Criminalization, Economics, and the Transformation of the Maritime World (1200-1600), (Discourses of Weakness and Resource Regimes 6), hrsg. v. Thomas Heebøll-Holm, Philipp Höhn, Gregor Rohmann, Franfurt a. M.: Campus Verlag 2019, S. 127-144.

Introduction, in: Merchants, Pirates, and Smugglers. Criminalization, Economics, and the Transformation of the Maritime World (1200-1600), (Discourses of Weakness and Resource Regimes 6), hrsg. v. Thomas Heebøll-Holm, Philipp Höhn, Gregor Rohmann, Frankfurt a. M.: Campus Verlag 2019, S. 9-30 (gemeinsam mit Thomas Heebøll-Holm, Philipp Höhn, Gregor Rohmann).

Visions of Decline in transhistorical Perspective – Narratives, Images, Effects, in: Discourses of Weakness and Resource Regimes. Trajectories of a New Resource Regime, (Discourses of Weakness and Resource Regimes 1), hrsg. v. Iwo Amelung, Hartmut Leppin, Christian Müller, Frankfurt a. M.: Campus Verlag 2018, S. 79-150 (gemeinsam mit Nadine Eikeschulte, Sebastian Riebold, Klaus Seidl, David Weidgenannt).

Verflechtungen der Streitschlichtung? Zum Austrag kaufmännischer Interessenkonflikte im Hanseraum (1365 – 1435), in: Mit Freundschaft oder mit Recht? Inner- und außergerichtliche Alternativen zur kontroversen Streitentscheidung im 15.-19. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich 65), hrsg. von Albrecht Cordes, Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag 2015, S. 19-39.

Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum (ca. 1350 - ca. 1450), in: Hansegeschichte als Regionalgeschichte. Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Winterschule in Greifswald vom 20. bis 24. Februar 2012 (Kieler Werkstücke Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte 37), hrsg. von Oliver Auge, Frankfurt a. M. Peter Lang Verlag 2014, S. 317-332.

III. Artikel in Handbüchern und Lexika

Alternativität oder Pluralität? Die Konflikte der Fernhändler daheim und in der Ferne, in: Geschichte der Konfliktlösung.Ein Handbuch, hrsg. v. Peter Collin u.a., Springer Verlag, erscheint 2019 (gemeinsam mit Albrecht Cordes).

Außergerichtliches und gerichtliches Konfliktmanagement der Fernkaufleute, in: Geschichte der Konfliktlösung.EinHandbuch, hrsg. v. Peter Collin u.a., Springer Verlag, erscheint 2019 (gemeinsam mit Albrecht Cordes).

Extra-legal and Legal Conflict Management among Long-Distance Traders (1250-1650), in: Oxford Handbook of European Legal History, hrsg. v. Markus D. Dupper, Mark Godfrey, Heikki Pihlajamäki, Oxford: Oxford University Press 2018 (gemeinsam mit Albrecht Cordes), S. 509-527.

“Per amorem vel per iusticiam”. La resolution juridique et extra-juridique des conflits en matière commerciale (1250-1650), in: Les chimères de l’alternativité? Regards croisés sur les Modes alternatifs de règlement des conflits (Droit, Histoire, Anthropologie), hrsg. v. S. Amrani-Mekki u.a., Paris: Mare & Martin 2018, S. 47-58.

Art. Lübeck in: Hanselexikon, online unter: (https://www.hansischergeschichtsverein.de/lexikon?buchstabe=l#anzeige) (erscheint 2020 gedruckt)

Art. Brandt, Ahasver von, in: Hanselexikon, online unter: (https://www.hansischergeschichtsverein.de/lexikon?buchstabe=v#anzeige) (erscheint 2020 gedruckt)

IV. Sammelbände und Monographien

Merchants, Pirates, and Smugglers. Criminalization, Economics, and the Transformation of the Maritime World (1200-1600), (Discourses of Weakness and Resource Regime 6), Frankfurt a. M.: Campus Verlag, 2019 (gemeinsam herausgegeben mit Gregor Rohmann, Thomas Heebøll-Holm).


ORGANISATION VON WORKSHOPS UND TAGUNGEN

24.-26.05.2019
Maritime Conflict Management in the Baltic, the North Sea and Atlantic Europe (1200-1600)
Workshop an den Universitäten Amsterdam und Leiden (gemeinsam Louis Sicking)

22.-24.02.2018
Criminalizing Economies. Law, Distribution, and the Transformation of the Maritime World (1200-1600)
Internationale Konferenz an der Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
18 Vortragende aus Dänemark, Deutschland, England, Polen, Portugal und den USA, (gemeinsam mit Thomas Heebøll-Holm und Gregor Rohmann)

WS 2016/17
Aus Schwäche stark? Die Hanse im vormodernen Europa
Ringvorlesung an der Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
Sechs Vortragende aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, (gemeinsam mit Albrecht Cordes und Alexander Krey)

02.12.2015
Schwureinungen? Neue Forschungen zur politischen Geschichte der Hanse und der Eidgenossenschaft
Workshop mit Experten zur Hanse und zur Schweizer Eidgenossenschaft
Goethe-Universität, Frankfurt a. M. (gemeinsam mit Albrecht Cordes und Alexander Krey)

05.-07.10.2015
Ressourcenschwäche und Funktionalität: Die Hanse und ihr Recht
Konferenz im Europäischen Hansemuseum, Lübeck
12 Teilnehmer, darunter Vortragende aus Frankreich und Dänemark, (gemeinsam mit Albrecht Cordes und Alexander Krey)


WISSENSCHAFTLICHE VORTRÄGE

2019
Freie Universität Amsterdam/Universität Leiden, Konferenz „Maritime Conflict Management in the Baltic, the North Sea and Atlantic Europe (1200-1600)”
Shipwrecks, Churches, and Maritime Conflict Management in the Baltic, 1179-1318

International Medieval Congress, Leeds, Panel „Social and cultural dimensions of exchange“
Credit, Commodification and Criminalization. Taking, Giving and Markets in the Southern Baltic (15th to 16th Century)

2018
Technische Universität Dresden, „Kolloquium zur sächsischen Landesgeschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit und Wirtschafts- und Sozialgeschichte“
Piratenbekämpfung als Paradigma? Kriminalisierung, Konkurrenz und die Rechtfertigung maritimer Gewalt in Lübeck (1450-1550)

Arbeitskreis Handelsrechtgeschichte, Universität Bamberg, Nürnberg, Konferenz „Handel und Recht in Nürnberg und Europa“
Kaufmännische Expertise? Juristische Spezialisierung? Vergleichende Überlegungen zu Praktiken der Konfliktregulierung von Handelsstreitigkeiten in Hansestädten, 1350-1550

SFB 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“, Frankfurt a. M., Abschlusskonferenz „Discourses of Weakness and the Future of Societies“
Kolonialismus, Krieg und Kartographie. Überlegungen zur „Internationalisierung“ und „Europäisierung“ der Hanseforschung in Fragmentierungsdiskursen der Zwischenkriegszeit

SFB 1150 „Kulturen des Entscheidens“, Universität Münster, Konferenz „Entscheidungsfindung in spätmittelalterlichen Gemeinschaften“
Entscheidungsfindung und Entscheidungsvermeidung in der Hanse. Das Beispiel der Sunddurchfahrt

Goethe-Universität Frankfurt a. M., Konferenz „Criminalizing Economies. Law, Distribution, and the Transformation of the Maritime World, 1200-1600“
Merchant Spaces, Pirate Places? Distribution, Legal Pluralism and the Construction of Maritime Deviance in the Baltic (14th to 16th century)

2017
Universität von Helsinki, Konferenz „The Making of Commercial Law V“
Merchant Pirates? Pirate Traders? Reconsidering the Political Economy of Maritime Violence in the Baltic Sea between 1200 and 1600

International Medieval Congress, Leeds, Panel „Between licit and illicit economies“
Inventing ‚Klipphaefen‘. Law, Distribution and the Construction of Piracy in the Baltic Sea, 14th to 16th century

Europäisches Hansemuseum, Lübeck, Workshop „Probleme um die Edition städtischer Quellen“
Stadtbücher als Rechtsquellen (gemeinsam mit Alexander Krey)

Europäisches Hansemuseum, Lübeck, Vortragsreihe des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde
Konflikt und Kommerz im Hanseraum

2016
Georg-August-Universität Göttingen, Institut für historische Landesforschung, Ringvorlesung „über//regional: Landesgeschichte im europäischen Kontext“
Integration durch Pluralismus? Überlegungen zu Hanse, Recht und Raum in der Vormoderne

Südwestdeutschen Arbeitskreis für Stadtgeschichte, Reutlingen, Konferenz „Städtebünde und städtische Außenpolitik. Träger, Instrumentarien und Konflikte während des hohen und späten Mittelalters“
Die Hanse als Konfliktlandschaft. Zum Verhältnis von Rechtspluralismus und Raumstrukturen

International Medieval Congress, Leeds, Panel „How to perceive piracy and maritime violence in late medieval Europe“
Merchant pirates? Pirate traders? Violent seizure as part of merchants’ conflict regulation in the Baltic Sea and North Sea (1370-1430)

European Social Science History Conference, Valencia, Panel „Understanding economic regions in northern Europe, 14th-18th century“
Dealing with conflict – Legal pluralism and economic regions in pre-modern northern Europe (ca. 1350-1650)

2015
Arbeitskreis für spätmittelalterliche Wirtschaftsgeschichte, Köln, Konferenz „Kredit im Mittelalter“
Kreditwürdigkeit im Konflikt - Schuld und Schulden in kaufmännischen Auseinandersetzungen im Lübeck des 15. Jahrhunderts

Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Kolloquium „Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas“
Carl Schmitt, Fritz Rörig und die Erfindung des Hanseraums

2014
Deutscher Historikertag, Göttingen, Sektion „Gewinner und Verlierer im Normenwandel? Spätmittelalterliche Praktiken der Güterwegnahme an Land und auf See im Vergleich“
Konsens durch Konfrontation? Güterwegnahmen als Strategie kaufmännischer Konfliktaustragung im Hanseraum auf See und an Land (ca. 1350-1450)

2013
Jahrestagung des LOEWE-Schwerpunkts, zugleich Wissenschaftliches Kolloquium der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung, Wetzlar, Konferenz „Inner- und außergerichtliche Alternativen zur kontroversen Streitentscheidung im 15.-19. Jahrhundert. zugleich “
Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum

Universität Trier, Konferenz „Reisende Spezialisten. Trierer Werkstattgespräche zu den Akteuren städtischer Außenpolitik während des späten Mittelalters (ca. 1250-1500)“
Freunde und Herren, Vermittler und Verwender. Zur Rolle der Mitglieder städtischer Führungsschichten bei der Beilegung kaufmännischer Interessenkonflikte im Hanseraum

Universität Trier, Kolloquium „Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte“
Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum

2012   
Internationale und interdisziplinäre Winterschule „Hansegeschichte als Regionalgeschichte“, Greifswald
Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum
 

 
Marlene Roth

Geb. B3 1, Raum 2.16
Tel-Nr.: 0681 302-2204
Marlene.Roth(at)uni-saarland.de


Zur Person:

2012-2015
Bachelorstudium in Trier in den Fächern Geschichte Hauptfach und Französisch Nebenfach

2015-2017
Masterstudium des Faches Geschichte Kernfach an der Universität Trier

Jens Schäfer, M. A.

zur Person:

Geboren 1982

2002 – 2009 Magisterstudium der Mittelalterlichen Geschichte, der kath. Theologie und der neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes

April 2007 – Juni 2009 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, Prof. Dr. Brigitte Kasten, u.a. Leitung der Tutorien zum Proseminar

Juli – Dezember 2007 Studentische Hilfskraft bei Prof. i.R. Dr. Kurt-Ulrich Jäschke

Januar – März 2008 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Slavische Philologie, Prof. Roland Marti

Juli 2009 - Dezember 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, Prof. Dr. Brigitte Kasten


Dissertationsprojekt:

„Der Zorn mittelalterlicher Herrscher im 12. Jahrhundert“

Im Dissertationsprojekt wird die Verwendung des Begriffes Zorn in historiographischen Quellen des 12. Jahrhunderts untersucht. Der Mittelpunkt des Interesses liegt hierbei auf dem als zornig beschriebenen Herrscher. Bereits in der Ilias Homers, wird der mächtige Held oft auch als ein zorniger beschrieben. Ähnlich verhält es sich mit den biblischen Königen des Alten Testaments, den Heerkönigen der Völkerwanderungszeit oder eben dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa.
Am Beginn stehen zwei Überlegungen. Erstens: Die schriftliche Überlieferung einer Emotion kann nicht als Wiedergabe wahren Empfindens verstanden werden, da die Authentizität nur schwer zu überprüfen ist. Sie ist in erster Linie der Vorstellung des Historiographen erwachsen. Und zweitens: Seine Lebenswelt hat ihn und sein Werk maßgeblich beeinflusst. Ziel ist es, durch Analyse der historiographischen Quellen - normative Texte und Briefe werden ergänzend untersucht - herauszustellen, welche Bedeutung Zorn in der Vorstellungswelt des Mittelalters hatte. Dafür ist es zunächst notwendig, die unterschiedlichen Begriffe wie ira, iracundia, indignatio oder auch furor in ihrer Bedeutung und ihrer Verwendung in der Quelle zu klären. Es gilt weiterhin, die ideengeschichtlichen Grundlagen von Historiographie zu untersuchen. Biblische Vorstellungen von einem zürnenden Gott sind ebenso zu beachten, wie die Lehren antiker Philosophen, christlicher Theologen, aber auch der Verfasser von Fürstenspiegeln. So soll am Beispiel des Schreibens über zornige Herrscher und ihr Handeln die Frage nach dem Verständnis von Emotionen im Mittelalter beantwortet werden.
Aufgrund der zahlreichen Schnittpunkte der europäischen Geschichte im Hochmittelalter bietet sich eine vergleichende Erforschung der römisch-deutschen Könige mit englischen und französischen Königen an. Sowohl in den Konflikten Friedrichs I. Barbarossa mit den oberitalienischen Städten und dem Papst, als auch im Streit Heinrichs II. mit Thomas Beckett oder den Differenzen zwischen Richard Löwenherz und Philipp II. August berichten die Quellen von Zornausbrüchen auf beiden Seiten.

Publikationen

Aufsätze

1. Der frühmittelalterliche Leihebesitz der Klöster Gorze und Weißenburg 661 - ca. 860 (gemeinsam mit Brigitte Kasten), Onlineveröffentlichung im GR-Atlas, 2012.

Vorträge

1. "Der Zorn mittelalterlicher Herrscher im 12. Jahrhundert"

Metz, Université de Lorraine 7/2012

Tagung "Journées doctorales transfrontalières", veranstaltet von der grenzüberschreitenden Doktorandenschule "LOGOS"

 
Tobias Wagner, M. A.

Geb. B 3 1, Raum 2.22
Tel. 0681 302-2312
tobias.wagner(at)uni-saarland.de

Dissertationsprojekt

Konfliktregulierung im 15. Jahrhundert. Fehden, Vergleiche und Schiedsgerichte der Grafen von Nassau-Saarbrücken

Im 15. Jahrhundert war das Heilige Römische Reich stark zersplittert. Kaum ein Dorf hatte nicht gleich mehrere Herren. Dies brachte natürlich so manchen Konflikt mit sich. In einer Zeit, in der der König persönlich immer seltener in den Kerngebieten des Reiches verfügbar und das Gerichtswesen schwer zu überschauen und oft überlastet war, führte dies – insbesondere zwischen Adligen – zu privaten Regulierungsversuchen. Ein gängiges Mittel um rechtliche Forderungen geltend zu machen war, gerade im Spätmittelalter, die Ansage einer Fehde.

Es war aber nicht die Fehde selbst, die neue Rechtsverhältnisse schaffen und damit auch einen Konflikt lösen konnte, sondern die Verhandlungen danach. Bei der Sichtung einschlägiger Urkunden in dem Landesarchiv Saarbrücken und dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden zeichnete sich ab, dass es in der untersuchten Region dabei wohl einen fast standardisierten Ablauf gab: Wollte eine Partei die gegenseitigen Schädigungen beendet sehen, wurde – meist über einen Vermittler – ein Tag zwischen den Parteien vereinbart, auf welchem ein Waffenstillstand verabredet wurde. Dort legte man fest, wie man die streitigen Fragen ausräumen sollte – meist zunächst über einen Vergleichsversuch und danach in einem Schiedsgerichtsverfahren.

Mit diesen Verfahren, dem historischen Rahmen und den Fehdehandlungen soll sich das Vorhaben beschäftigen. Der Untersuchungsraum ist dabei vorrangig die Grafschaft Nassau-Saarbrücken in den Jahren 1381-1545; der Schwerpunkt liegt auf den Konflikten der Landesherren mit Fürsten und anderen Landesherren, Niederadligen und Untersassen. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Abläufe, sondern auch das Personal. Wer traf sich zu den gütlichen Verhandlungen? Welche Personen traten als Schiedsrichter in Aktion und welche Rolle spielten die Vermittler? Durch die historische Verflechtung mit benachbarten Fürstentümern wie der Kurpfalz, dem Erzbistum Trier und dem Herzogtum Lothringen reicht der Untersuchungsraum über die Großregion Saar-Lor-Lux hinaus.