Veranstaltungen WiSe 2016/17

 

 

 

Veranstaltungen Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle, WiSe 2016/17

 

Vorlesung: Die französische Aufklärung

Di, 10 - 12 Uhr,  Gebäude C 5.2, Raum 401

 

 

Das sogenannte „siècle des lumières“ ist von zwei wesentlichen Strömungen geprägt. Rationalität und Gefühl, Aufklärung und Sensualismus, bestimmen es gleichermaßen. Ausgehend von dem großen Projekt der Encyclopédie wird die Vorlesung versuchen, die widersprüchlichen Tendenzen des Jahrhunderts nachzuzeichnen. Zum einen werden die bekannten Aufklärer Montesquieu, Voltaire und Diderot mit ihren zentralen philosophischen und erzählerischen Werken vorgestellt. Einen großen Raum nimmt Jean Jacques Rousseau als Begründer einer modernen Kulturtheorie ein. Aber auch das Theater des 18. Jahrhunderts soll am Beispiel der Komödien Marivaux’ und der Figaro-Trilogie Beaumarchais’ mit zahlreichen Inszenierungen vor Augen geführt werden. Die Vertonung des Figaro durch Mozart wird dabei ebenso berücksichtigt wie die wesentlichen Strömungen der bildenden Kunst, die in ihrem Medium die Tendenzen in der Literatur widerspiegelt.

 

Hauptseminar: Der Ursprung der Kulturtheorie im 18. Jahrhundert : Jean-Jacques Rousseau

Mi, 10 - 12 Uhr,  Gebäude C 5.2, Raum 401

 



 

Ist Jean Jacques Rousseau der Begründer der modernen Kulturtheorie? Dieser Frage soll das Seminar nachgehen. Schon in seinem ersten Diskurs entwickelte Rousseau ein dynamisches narratives Modell der Kulturbewegung von einem idealen Anfang bis zur Gegenwart und stellt dabei den Fortschrittsoptimismus seiner Zeitgenossen in Frage. Kritisch reflektiert er das Verhältnis von Idylle und moderner Großstadt, Freiheit und Zwang, Einfachheit und Luxus. In seinem zweiten Diskurs macht er die Entgegensetzung von „inégalité“ und égalité im Übergang vom Naturzustand zum Gesellschaftszustand zu einer narrativen Achse und rekonstruiert alle Stufen der Entwicklung zwischen dem Anfangspunkt der „égalité“ und dem Endpunkt der „inégalité“.

Während in seinen Abhandlungen das Subjekt der Kulturbewegung von außen theoretisch konstruiert wird, kann Rousseau es in seinen Romanen gleichsam von innen erfassen. Rousseau bedient sich der Form des Romans, um die Wendung von der Theorie zur Imagination und damit zugleich von der modellhaften Konstruktion des „homme naturel“ und des „citoyen“ zum erfahrenden Subjekt zu veranschaulichen. 1761 erschien sein Briefroman Julie ou La Nouvelle Héloïse, Rousseaus größter, sensationeller Erfolg, der nicht nur in der französischen, sondern auch in der europäischen Literatur Epoche machte. Die unaufhebbare Spannung zwischen Kultur- und Naturzustand wird in der Nouvelle Héloïse zu einer Erfahrung des Bewußtseins und der Empfindung der beiden Helden.

Auszüge aus den kulturtheoretischen Schriften Rousseaus werden in Form eines Readers zur Verfügung gestellt.

Anzuschaffen und in Vorbereitung auf das Seminar zu lesen ist der Roman Julie ou La Nouvelle Héloïse (Garnier Flammarion)

 

Hauptseminar: Yves Bonnefoy: poète de la présence

Blockseminar: 13. Januar vom 14 bis 20 Uhr und 14. Januar von 9 bis 19 Uhr.

Villa Europa (Kohlweg 7). Vorbereitende Sitzung 28.10. von 15 -17 Uhr

 



 

„Poesie ist die Erfahrung dessen, was die Wörter überschreitet“, sagte Yves Bonnefoy einmal. Am 1. Juli 2016 ist der bedeutendste zeitgenössische Lyriker Frankreichs im Alter von 93 Jahren gestorben. Bonnefoy studierte Mathematik, Philosophie und Kunstgeschichte. Bereits 1944 schloss er sich zunächst den Surrealisten an. Kunst und Dichtung waren für Yves Bonnefoy keine „Gegenstände“, die sich beschreiben und geschichtlich einordnen lassen, sondern Orte einer Intensität, die ihren Grund in keiner wissenschaftlichen Begrifflichkeit hat. Seine beiden jüngsten, gerade bei Mercure de France erschienenen Bücher, der Lyrikband „Ensemble encore“ und der autobiografische Essay „L’écharpe rouge“ sind sein Vermächtnis und gehören zu den schönsten Texten, die er je geschrieben hat. Das Blockseminar stellt seine Lyrik in den Mittelpunkt einer gemeinsamen textnahen Lektüre. Aber auch seine kunsttheoretischen Schriften werden in die Betrachtung seines Werks einbezogen. In einem Reader werden die zentralen Texte zur Verfügung gestellt. Eine vorbereitende Sitzung findet am 28.10. um 15 Uhr statt. 

 

 

Veranstaltungen Hannah Steurer, WiSe 2016/17

 

Proseminar: Spuren lesen. Alain Robbe-Grillet und der Kriminalroman

Mi, 14:15 - 15:45, Gebäude C 5.2, Raum 401

Verlassene Häuser, mysteriöse Todesfälle, Agenten auf geheimer Mission: Die Romane des französischen Autors Alain Robbe-Grillet sind deutlich vom Kriminalroman inspiriert. Gleichzeitig ist Robbe-Grillet einer der bedeutendsten Vertreter des nouveau roman als der Romanform, die von traditionellen Erzählformen Abschied nimmt und neue Möglichkeiten ausprobiert. Im Seminar soll gezeigt werden, wie Robbe-Grillet Erzählmuster des Kriminalromans aufnimmt und im Dienste des nouveau roman abwandelt.

Einführend wird das Seminar zentrale Aspekte des Kriminalromans als literarischer Gattung beleuchten: Wie kann ein Fall mit Hilfe narrativer Verfahren –der Erzählperspektive, dem Umgang mit der Chronologie etc. – so konstruiert werden, dass Spannung entsteht? In der Analyse der beiden Romane Les Gommes (1953) und La Reprise (2001) sowie anderer Ausschnitte aus Robbe-Grillets Werk soll dann untersucht werden, wie der nouveau roman mit diesen Verfahren spielt. In den Romanen sind die Agenten auf einer Spurensuche, die lange Zeit ins Leere läuft: Städte erweisen sich als undurchdringliche Labyrinthe, Häuser scheinen innen größer als außen, sogar die eigene Erinnerung entpuppt sich als unzuverlässig. Der Destabilisierung der Protagonisten entsprechen in der narrativen Struktur der Texte häufige Wechsel der Erzählperspektive und die Existenz von mehreren einander widersprechenden Erzählern. Der Leser muss sich so immer wieder neu fragen, wo die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit verläuft. Er wird zum Spurensucher im Text, der gleich zwei Fälle lösen muss: den Kriminalfall und den Fall, den der Text selbst darstellt.

 

Literatur:

Folgende Romane von Alain Robbe-Grillet werden zur Anschaffung empfohlen:

Les Gommes, Paris: Minuit 2012, ISBN: 978-2707321862

La Reprise, Paris: Minuit 2001, ISBN: 978-2707317568

Weitere Textauszüge und Grundlagentexte werden in Form eines Readers in der ersten Sitzung verteilt.

 

Anmeldung: über LSF.

 

 

 

Veranstaltung Julia Lichtenthal, WiSe 2016/17

 

Proseminar: Grundlagen der Literaturwissenschaft - Französisch

Mi 10-12 Uhr, Gebäude C 5.2, Raum U1

Ziel des Proseminars ist es, StudienanfängerInnen mit Fragestellungen und Arbeitsweisen der französischen und allgemeinen Literaturwissenschaft vertraut zu machen. In einem ersten Teil geht es dabei zunächst um allgemeine Fragen zur Organisation des Studiums des Französischen und grundlegende Techniken/ Hilfsmittel des literaturwissenschaftlichen Arbeitens (Literatursuche in Bibliotheken und Internet, Bibliographieren, Exzerpieren, Anfertigung von Referaten/ Hausarbeiten).

In einem zweiten Teil führt das Seminar in Literaturtheorie und Methodik ein: Fragen zum Literatur- und Textbegriff, Vorstellung ausgewählter Positionen der Literaturwissenschaft, Rhetorik, Metrik, Stilistik, Textkritik, Epochengliederung in der Literaturgeschichtsschreibung. Anhand ausgewählter Beispiele aus verschiedenen Jahrhunderten werden die wichtigsten literarischen Formen der Lyrik, Narrativik und Dramatik behandelt. Eine Einheit stellt zudem Möglichkeiten der Filmanalyse vor.

Ein Reader mit den Grundlagentexten wird den Studierenden zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Veranstaltungen Dr. Virginie Geisler, WiSe 2016/17

 

Proseminar: Les écrivains du XIXe siècle et la Mode

Do, 14:15 - 15:45 Uhr, Raum 415

Sprache: Französisch

Le XIXe siècle est le siècle du paraître. Les vêtements jouent alors un rôle déterminant : ils témoignent de la réussite sociale, de la richesse, voire du bon goût. Qui est éduqué doit être élégant !

Nombreux sont les écrivains du XIXe siècle (Balzac, Hugo, Flaubert, Zola, Barbey d'Aurevilly…) qui ont témoigné de cette fascination pour la mode – soit pour l’encourager, soit pour la dénoncer. De la grisette au dandy, en passant par le chiffonnier, toutes les classes sociales entretiennent un lien étroit au tissu et à la mode.

Dans ce Proseminar, nous étudierons les grands auteurs qui se sont penchés sur la question de la mode, du vêtir, du paraître. Tout en étudiant les œuvres au plus près des textes, nous ferons des détours par l’art (l’impressionnisme, par exemple), l’histoire et la sociologie. 

Les œuvres à étudier seront fournies sous forme d'un "Reader".

Un "Semesterapparat" sera disponible pour les documentaires et les films.