Veranstaltungen WiSe 2018/19

Veranstaltungen Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle, WiSe 2018/19

 

Vorlesung: Die französische Literatur nach dem Ende der Moderne. Rückbesinnung und Innovation

Di, 10-12 Uhr. Gebäude A 2.2, Raum 1.20.

Ist die französische Literatur an ihrem Ende angekommen, wie es die Kassandrarufe von Tzetvan Todorov (La Littérature en péril, Paris 2007) und Dominique Fernandez (L’Art de raconter, Paris 2007) suggerierten oder hat sich vielmehr nach den Experimenten von nouveau roman, nouveau théâtre und nouvelle vague eine neue Lust am Erzählen und eine neue Hinwendung zur Lyrik vollzogen? Die Vorlesung geht den neuesten Entwicklungen der französischen und frankophonen Literatur seit den 80er Jahre nach. Dabei werden die Tendenzen des zeitgenössischen Romans ebenso wie die des Theaters und der Lyrik in den Blick genommen. Dabei werden auch viel diskutierte Bücher vorgestellt wie Jonathan Littells Les Bienveillantes, Michel Houllebecqs Soumission, Les Années (2008) von Annie Ernaux oder Didier Eribons Retour à Reims (2010) und die Histoire de la violence (2016) von Edouard Louis , zwei Romane, die beide gerade von Thomas Ostermann an der Schaubühne inszeniert wurden. Bekannte zeitgenössische Autoren wie Cécile Wajsbrot, Jean-Michel Maulpoix und Jean-Philippe Toussaint werden im Rahmen der Vorlesung aus ihren Werken lesen und über ihre Werke sprechen.

 

 

Hauptseminar: Moderne Marivaux Rezeption auf der Bühne und im Film

Mi, 10-12 Uhr. Gebäude A 2.2, Raum 1.20.

„Kopf zerbrechen, Herz zerreißen“, „Liebe als Foltermaschine“, „Der Schnitt ins Menscheninnere“, „Lüsternes Liebesexperiment“, „Rattenliebe im Rokoko“, „Im Liebeslabor“ so lauten die Titel einiger Inszenierungskritiken, die das Bild des heiter-liebenswürdigen Rokoko-Autors Marivaux in einem neuen Licht erscheinen lassen. Wie erklärt sich die moderne Rezeption der Komödien Marivaux’, die fast alle um das Thema der Liebe und ihren Ausdruck in der Sprache kreisen? Gibt es Unterschiede in der französischen und deutschen modernen Inszenierungspraxis? Und warum wählte Abdellatif Kechiche für seinen preisgekrönten Film L’Esquive (2004), der in einer Pariser Vorstadtsiedlung spielt, ausgerechnet ein Stück Marivaux’, um es im Französischunterricht von Jugendlichen von heute aufführen zu lassen? Im Seminar sollen zunächst drei Stücke Marivaux’, Le jeu de l’amour et du hasard (1730), Le triomphe de l’amour (1732) und La Dispute (1744) analysiert und interpretiert werden. In einem zweiten Schritt wird die Rezeption der Stücke am Beispiel von verschiedenen Inszenierungen in den Blick genommen. In enger Kooperation mit dem Staatstheater werden wir uns mit der hiesigen Inszenierung der Dispute (Der Streit: Premiere 3. November) auseinandersetzen und Gespräche mit dem Regisseur Matthias Rippert und den Schauspielern führen. Der Film L’Esquive ist auch in fachdidaktischer Hinsicht von großem Interesse, denn man kann ihn zweifellos sehr gut im Unterricht einsetzen.

Zur Anschaffung empfohlen:

Marivaux, Le Jeu de l'amour et du hasard. Préf. de Catherine Naugrette-Christophe ; éd. établie et annotée par Jean-Paul Sermain. Paris : Gallimard, 1994.

Marivaux, La Dispute, Paris : Folioplus 2009.

Das Theaterstück Le triomphe de l’amour steht ebenso wie Kopien der Inszenierungen und des Films am Lehrstuhl zur Verfügung.

 

 

Kolloquium zur Examensvorbereitung

Di, 16-18 Uhr. Gebäude E 1.1, Raum 1.12.

Das Kolloquium bereitet auf das Staatsexamen vor und gibt Anleitungen für BA- und MA-Arbeiten. Es besteht aus 2 Blöcken. Zum einen soll die Analyse von lyrischen, narrativen und dramatischen Texten erprobt werden. Zum andern wird die Erstellung von Staats-, BA- und MA-Arbeiten angeleitet und das mündliche Examen wird an konkreten Textbeispielen eingeübt. Zusammen mit der Vorlesung, die jedes Semester einen Überblick über ein Jahrhundert und seine wesentlichen Strömungen bietet, soll auf diese Weise den Studierenden ein literarhistorischer Überblick, ein literaturtheoretischer Ansatz und eine konkrete Übungsmöglichkeit geboten werden.

 

 

Vorlesung: Dantes Commedia

Do, 16-18 Uhr. Gebäude A 2.2, Raum 1.20.

Dantes Commedia ist das gewaltigste Werk, das die europäische Dichtung seit der Antike hervorgebracht hat. Jeder Studierende der Literaturwissenschaft sollte es kennen. Deshalb richtet sich die Vorlesung nicht nur an Italianisten, sie setzt keine vertieften Kenntnisse voraus und wird mit einer zweisprachigen Ausgabe arbeiten. In dem vermutlich im Exil zwischen 1307 und 1321 entstandenen Werk lässt Dante seinen Protagonisten, man könnte auch von seinem Double sprechen, zu einer Jenseitswanderung durch Inferno, Purgatorio und Paradiso aufbrechen. Er wird auf seiner Reise jeweils von den Schatten des Dichters Vergil, und der von ihm ehemals angebeteten Beatrice begleitet. Immer wieder begegnet er auf seinem Weg eindrucksvollen Gestalten aus der Mythologie, aber auch historischen Figuren und sogar Zeitgenossen, die der kühne Dichter imaginär ins Jenseits versetzt. Der Protagonist Dante spricht die ihn besonders beindruckenden Schatten im Jenseits an und bittet sie, ihm ihre Geschichte zu erzählen, die in der Commedia eine unvergessliche Gestalt gewinnt. Um das poetische Potential der Commedia vor Augen zu führen, wird die Vorlesung immer wieder auf die Anschauungsform des Schleiers als Bild für den Text eingehen, der im Inferno zu Eis gefriert, im Purgatorio eine eigene Oszillation gewinnt und im Paradiso schließlich ganz seine Materialität verliert. Da die Commedia in der bildenden Kunst auf ein großes Echo gestoßen ist, wird die Vorlesung stets auch auf die Rezeption durch die Kunst eingehen, um eine größere Anschaulichkeit zu gewinnen. Namhafte Dante-Spezialisten wie Carlo Ossola vom Collège de France und Karlheinz Stierle werden innerhalb der Vorlesung Vorträge halten.

 

 

Vorlesung: Praxisbezogene Literaturwissenschaft im französischen Kontext: Theorien, Methoden, Ansätze

Do, 10-12 Uhr. Gebäude B 3.1, Raum 0.11.

Die Vorlesung vermittelt den Studierenden einen deutschen und französischen Ansatz der Literaturwissenschaft. In der ersten Hälfte der Vorlesung, den Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle gestaltet, wird in deutscher Sprache der Umgang mit unterschiedlichen Medien und Medientheorien vorgestellt. Dramentheorie und Inszenierungspraxis, Erzähltheorie, Lyriktheorie und Filmtheorie. Praktiker wie Regisseure, Dichter und eine Cutterin werden in der Vorlesung über ihre Erfahrungen sprechen. Im zweiten Teil der Vorlesung, den Prof. Dr. Valerie Deshoulières in französischer Sprache gestaltet, steht die Auseinandersetzung mit dem literarischen Text, die critique littéraire in seiner unterschiedlichen Ausprägungen von der Antike bis zur Moderne im Mittelpunkt.

 

 

 

Veranstaltungen Hannah Steurer, WiSe 2018/19

 

Proseminar: Berlin in der französischen Literatur

Mi, 14-16 Uhr. Gebäude A 2.2, Raum 1.20.

Als die französischen Schriftsteller zu Beginn des 19. Jahrhunderts Berlin ,entdecken‘, erscheint ihnen die preußische Hauptstadt – verglichen mit dem mythischen Paris, der „capitale du 19e siècle” – als Stadt ohne Geschichte. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts wandelt sich dieses Bild: Stadt der Avantgarden in der Weimarer Republik – Stadt der Zerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg – geteilte Stadt zwischen Mauerbau und Mauerfall. Nach dem Fall der Mauer entdecken französische Autoren Berlin neu, als Wohnort, als Zentrum ihres literarischen Wirkens und vor allem als Schauplatz ihrer Literatur.

Wir werden uns an das Thema „Berlin in der französischen Literatur” zunächst über die Etappen des französischen Berlindiskurses und seiner Paradigmen vom frühen 19. Jahrhundert bis zum Mauerfall annähern. Danach soll die zeitgenössische Berlinliteratur vor allem anhand dreier Autoren in den Blick genommen werden: Michèle Métail (Toponyme Berlin / Berlin: Trois vues & rues), Sophie Calle (Souvenirs de Berlin-Est) und Cécile Wajsbrot (Caspar Friedrich Strasse / L’île aux Musées / Berliner Ensemble). Cécile Wajsbrot wird im Laufe des Wintersemesters auch an der Universität des Saarlandes zu Gast sein.

In einer detaillierten Analyse der Werke der drei Autoren wollen wir uns mit den zentralen Fragen der französischen Berlinliteratur der Gegenwart beschäftigen: Welche Zugriffe auf die Stadt Berlin treten in den einzelnen Texten (auch in Abhängigkeit von der Gattung) zu Tage? In welcher Weise wird die historische Dimension der Stadt reflektiert? Inwiefern werden in den Texten Spuren der französischen Berlinliteratur seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts lesbar, die den französischen Blick auf das Berlin der Gegenwart als Teil eines zwei Jahrhunderte umfassenden französischen Diskurses der deutschen Hauptstadt ausweisen?

Das Seminar wird sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache stattfinden.

Informationen zu den anzuschaffenden Texten folgen in den nächsten Wochen.

 

Anmeldung: über LSF.

 

 

 

Veranstaltungen Julia Lichtenthal, WiSe 2018/19

 

Proseminar: Grundlagen der Literaturwissenschaft - Französisch (mit Tutorium)

Mo, 10-12 Uhr. Gebäude C 5.3, Raum U.10 (-1.10).

Ziel des Proseminars ist es, StudienanfängerInnen mit Fragestellungen und Arbeitsweisen der französischen und allgemeinen Literaturwissenschaft vertraut zu machen. In einem ersten Teil geht es dabei zunächst um allgemeine Fragen zur Organisation des Studiums des Französischen und grundlegende Techniken/ Hilfsmittel des literaturwissenschaftlichen Arbeitens (Literatursuche in Bibliotheken und Internet, Bibliographieren, Exzerpieren, Anfertigung von Referaten/ Hausarbeiten).

In einem zweiten Teil führt das Seminar in Literaturtheorie und Methodik ein: Fragen zum Literatur- und Textbegriff, Vorstellung ausgewählter Positionen der Literaturwissenschaft, Rhetorik, Metrik, Stilistik, Textkritik, Epochengliederung in der Literaturgeschichtsschreibung. Anhand ausgewählter Beispiele aus verschiedenen Jahrhunderten werden die wichtigsten literarischen Formen der Lyrik, Narrativik und Dramatik behandelt. Eine Einheit stellt zudem Möglichkeiten der Filmanalyse vor.

Ein Reader mit den Grundlagentexten wird den Studierenden zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt. Zur Anschaffung empfohlene Bücher: werden hier bekannt gegeben.

Zur Vertiefung der im Seminar behandelten Inhalte wird ein einstündiges Tutorium angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig, jedoch dringend zu empfehlen!

 

Anmeldung: über LSF.