Sprachenlernen von Anfang an: Fran­zösisch in der Grundschule

Das Saarland ist das einzige Bundesland, in dem alle Kinder in der Grundschule Fran­zösisch lernen. Damit erhalten sie eine Ausbil­dung, die sie in vielen Bereichen in beson­derer Weise auf die Zukunft vorbereitet. Dazu gehören nicht nur die speziellen Anforderungen in der Groß­region, sondern auch die vielen Herausforderungen, denen sich die Menschen aufgrund der großen sprachlichen und kul­turellen Vielfalt in einer globalisierten Welt stellen müssen.

Vom frühen Französischunterricht profitieren z.B. die Persönlichkeitsentwicklung und Kom­munikationsfähigkeit der Kinder, aber auch ihre Fähigkeiten, von Anfang an mit anderen Sprachen und Kulturen und mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt der heutigen Welt umzugehen.

Viele Kinder haben bereits Erfahrungen mit dem Französischen und Vorkenntnisse aus ihrer KiTa. Die Fortführung des Französischlernens in der Grundschule ist wichtig, denn durch eine Unterbrechung des Lernprozesses würden wertvolle Kenntnisse und Fähigkeiten der Kinder verloren gehen, eine Lernpause würde sich ungünstig auf den Sprachlern­erfolg auswirken.

               …es gibt viele gute Gründe

                          für Französisch

                       in der Grundschule:

  •  Das menschliche Gehirn hat Platz für viele Sprachen

Wissenschaftliche Studien belegen: Frühes Sprachenlernen überfordert Kinder nicht, das menschliche Gehirn kann vielmehr von Anfang an und ohne Weiteres mehrere Spra­chen verarbei­ten.

Die neuronalen Netze im Sprachenzentrum des Gehirns wachsen bei jüngeren Kindern besonders schnell. Es fällt ihnen leicht, Spra­chen zu lernen, vor allem eine andere Aussprache und neue Laute bereiten jüngeren Kindern keine Probleme. Sprachenlernen fördert die kognitiven Fähig­keiten (z.B. bewusster und besser mit Spra­che(n) umzugehen, leichter zu lernen, und andere wichtige Kompetenzen …). Kinder sind neugierig und offen für Neues, sie lernen und kommunizieren gern und gehen aufgeschlossen mit anderen Sprachen um.

Sprachenlernen funktioniert in allen Lebens­phasen, in jeweils unterschiedlichen Ausprä­gungen. Es sollte von Anfang und in allen Altersstufen umfassend gefördert werden, um die Vorteile jeder Entwicklungsstufe optimal zu nutzen.

Im grundschulischen Sprachenunterricht wer­den die Grundlagen für das lebenslange Sprachenlernen gelegt. Der Mensch lernt ein Leben lang. Je früher mit dem Sprachenlernen begonnen wird, desto besser können die Lerner später mit den unterschiedlichsten Sprachen und deren Sprechern umgehen, die ihnen in ihrem Leben begegnen werden.

 

  • Sprachenlernen ist nützlich

Mehrsprachigkeit bereitet auf das Leben in einer Welt mit immer mehr internationalen Kontakten vor. Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Her­kunft gehören heute zum Alltag. Viel­fältige Sprachkenntnisse helfen, die Heraus­forderungen der mehrsprachigen Welt leich­ter zu bewältigen.

Sprachenlernen ist nützlich:

- für die Persönlichkeitsentwicklung

Sprachenlernen stärkt die Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren und mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt um­zugehen, die uns umgibt. Erfahrungen mit Sprachen und Kultu­ren bereichern, sie verändern den Blick auf sich selbst und die anderen und fördern das gegenseitige Verste­hen.

- für einen erweiterten Blick auf die Welt

Beim Sprachenlernen lernt man nicht nur andere Sprachen, sondern auch, andere Menschen und Kulturen besser zu ver­stehen; man erwirbt interkulturelle Kom­petenzen.

Damit ist Mehrsprachigkeit auch ein Beitrag zur Friedenserziehung.

- für Freizügigkeit und Mobilität

In Europa und der ganzen Welt sind Sprachen-kenntnisse hilfreich und wichtig, egal, ob in Urlaub und Freizeit, für den Beruf oder im Studium.

 

  • Französisch – die Sprache unserer Nach­barn

Die geographische Lage des Saarlandes bie­tet beste Voraussetzungen, die fran­zösische Sprache in Lothringen und Luxem­burg zu er­leben und anzuwen­den.

Wer Französischkenntnisse hat, kann leichter mit den Nachbarn in Kontakt kommen und über die nationalen und Sprachgrenzen hin­weg kommunizieren.

In der Großregion ist es einfach, mit den französischsprachigen Nachbarn zusammenzukommen und gemeinsame Aktivitäten, Projekte oder Ausflüge zu organisieren.

Deutsche und französische Kinder können leichter miteinander spielen, etwa auf dem Spielplatz in Grosbliederstroff oder im deutsch-französischen Garten. Die Kinder können sich in Lothringen oder anderswo auf Französisch verständigen, z.B. Eis, einen Crêpe oder Eintrittskarten für das Schwimm-bad oder das Museum kaufen; sie verstehen Hinweis­schilder, Ansagen im Kaufhaus oder der Saarbahn und vieles mehr…

In der Großregion zwischen Saarland, Lothrin­gen und Luxemburg gibt es mit über 230.000 Pendlern mehr Grenz­gänger als irgendwo sonst in Europa. Auch für diese Form der Mo­bilität sind Sprachenkenntnisse hilfreich, oft sogar unverzichtbar.

Und schließlich: Der frühe Französischunter­richt hat im Saarland eine lange Tradition. Schon seit 1994 lernen hier alle Kin­der in der Grundschule Französisch. Häufig kann dabei auf Erfahrungen aus der KiTa aufgebaut werden, denn in 40% der saarländischen vor-schulischen Einrichtungen haben die Kinder bereits Kontakt mit der Nachbarsprache.

 

  •  Französisch als Joker für den Beruf

Die Wirtschaft im Saarland profitiert von der Grenznähe: viele Unternehmen sind grenz­überschreitend tätig und haben geschäftliche Beziehungen nach Frankreich und Luxem­burg – hier sind Französischkenntnisse in allen Bran­chen ein Gewinn und oft der entscheiden-de Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Auch im saarländischen Einzelhandel sind Fran­zösischkenntnisse wichtig: bis zu 40% der Ein­nahmen werden durch Kunden aus dem Nach­barland erwirtschaftet. Wer ihre Sprache spricht, hat bessere Einstellungs­chancen im saarlän­dischen Einzelhandel. 

Generell sind Französischkenntnisse für das spätere Berufsleben ein großer Vorteil: nur 4% der deutschen Schulabgänger haben gute Fran­zösischkenntnisse. Damit haben saar­ländische Schülerinnen und Schüler einen deutlichen Vor­teil gegenüber Bewerbern aus anderen Bundes­ländern. Zugleich beto­nen saarländische Arbeit­geber, wie wichtig die Sprachkompetenzen für ihre Betriebe sind und suchen ständig nach Mitarbeitern, die mit den französischsprachigen Handelspart­nern kommunizieren können.

 

  • Französisch ist Weltsprache

Französisch wird auf allen Kontinenten ge­sprochen, es ist die offizielle Sprache in 32 Staaten. Etwa 300 Millionen Menschen spre­chen Französisch, es steht auf Platz 5 der meistgesprochenen Sprachen in der Welt. Es ist die am zweithäufigsten gelernte Fremdsprache nach Englisch, 132 Millionen Menschen in der Welt lernten im Jahr 2018 Franzö­sisch.

Damit eröffnet die französische Spra­che Türen in eine Welt, in der das Englische nicht immer die Hauptrolle spielt.

 

  • Französisch als erste „fremde“ Sprache:
    Englisch nach Franzö­sisch!

Der frühe Französischunterricht bereitet auf das Lernen weiterer Sprachen vor. Die Kinder ler­nen im Französischunterricht, dass Sprachen unterschiedlich funktionieren und wie man eine andere Spra­che lernt. Darauf können sie beim weiteren Sprachenlernen aufbauen, ins-besondere beim Englisch­lernen.

Die Kinder kennen schon viele Wörter aus dem Französischen, die im Englischen ähn­lich sind, und können darauf beim Englischlernen aufbauen. Sie lernen auf der Grundlage des Französischen das Englische als zweite Fremdsprache schnel­ler und effektiver.

Wissenschaftliche Studien belegen: Schüle­rin­nen und Schüler mit Französisch als erster Fremdsprache sind in Klasse 10 im Engli­schen auf dem gleichen Niveau wie diejeni­gen, die mit Englisch als erster Fremdspra­che begonnen ha­ben; mit Französisch als erster Fremdsprache sind die Schülerinnen und Schüler aber im Fran­zösischen deutlich überlegen gegenüber denjenigen mit Fran­zösisch als zweiter Fremd­sprache.

Französisch bietet außerdem die beste Grund­lage für das Erlernen weiterer romanischer Sprachen wie Spanisch, Italienisch, Portugiesisch oder jede andere romanische Sprache, weil die romanische Sprachenfamilie viele Gemeinsamkeiten teilt, die das Lernen der verwandten Sprachen deutlich erleichtern.

… deshalb:

Alle lernen Englisch, aber:

Französisch macht den Unterschied!

 

Hier finden Sie die guten Gründe für das Französischlernen

zum Herunterladen als Faltblatt.


Kontakt Abteilung Frühfranzösisch: fruehfranzoesisch[a]uni-saarland.de.