Dissertationsprojekt von Katharina Hirsch

Kalter Krieg und Populärkultur: Diskurse und Debatten in den politisch-kulturellen Zeitschriften im westeuropäischen Vergleich und Transfer der frühen Nachkriegsjahrzehnte (1945-1965)

Rezeption der Verbreitung und des Konsums sowie die Veränderung der Wahrnehmung im Zeitablauf von populärer Kultur amerikanischen Ursprungs in Frankreich und Deutschland in der Zeit un- und mittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bildet die Basis dieses Projekts. Wesentlicher Untersuchungsgegenstand im Rahmen populärkultureller Möglichkeiten sind (amerikanische) Comics, deren pädagogischer Wert nicht nur in der Zwischenkriegszeit in Frage gestellt wurde, sondern die auch für diverse Verhaltensauffälligkeiten bei Heranwachsenden verantwortlich gemacht wurden.

Quellengrundlage bilden politisch-kulturelle Zeitschriften wie bspw. Frankfurter Hefte, Les Temps modernes, Esprit und diverse andere. Demnach werden Positionen von Intellektuellen betrachtet, die teilweise zeitschriften-, länder- und sprachübergreifend gearbeitet haben. Diskursanalyse und histoire croisée (transnationale Vergleichs-, Transfer- und Verflechtungsgeschichte) sind die zentralen wissenschaftlichen Methoden und erlauben eine mehrdimensionale Betrachtungsweise von Verbreitung und Aneignung populärer Kultur.

Dabei spielt die Abgrenzung von Hoch- zu Populärkultur genauso eine Rolle, wie die Frage nach der Auslegung des und der Position zu dem Begriff(s) Amerikanisierung im Zuge der Blockbildung während des Kalten Krieges. Ergänzt durch diverse Sekundärliteratur und Stellungnahmen Intellektueller aus dem amerikanischen Ursprungsland entsteht eine facettenreiche Analyse von Meinungen zu populärkulturellen Phänomenen.