Dissertationsprojekt von Fatih Kisacik

Zur Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Exil in der Türkei - Die ‚türkischen Professoren’ und die Entwicklung Deutschlands nach 1945

Das Promotionsvorhaben knüpft an die Masterarbeit „Das deutschsprachige Exil in der Türkei. Die akademische Emigration während der NS-Ära“ an. Es behandelt die Remigration deutscher Wissenschaftler aus der Türkei nach Deutschland, ein Thema, das in der Forschung bisher nur wenig Beachtung fand. Kernziel des Vorhabens wird es sein, auf der Basis paradigmatischer Rückkehrer verschiedener Fachdisziplinen eine Gesamtschau der wissenschaftlichen Remigration aus der Türkei zu erarbeiten.

In diesem Zusammenhang wird untersucht, welche möglichen Impulse von remigrierenden deutschen Wissenschaftlern seit Mitte der 1950er Jahre ausgegangen sein könnten: im Rahmen gesellschaftlicher Liberalisierungsschübe ganz allgemein, im Rahmen einsetzender universitärer Strukturdebatten oder auch im Rahmen zivilgesellschaftlicher deutsch-türkischer Kontaktpflege. Welche Erfahrungen brachten die „türkischen Professoren“ ein, welches Selbstverständnis legten sie an den Tag und wie reagierten sie auf den Menschenstrom an türkischen Arbeitsmigranten, der seit den 1960er Jahren aus der Türkei in die Bundesrepublik kam? Der Anwerbestopp 1973 bildet das Ende des Bearbeitungszeitraums des Promotionsvorhabens.