Dissertationsprojekt von Jasmin Nicklas

"Baby you can drive my car" – VW Käfer und Citroën 2 CV auf dem Weg vom Konsumprodukt zum Kultobjekt. Eine deutsch-französische Verflechtungsgeschichte

Das Dissertationsprojekt untersucht die Entwicklung von Automobilen wie dem Citroën 2 CV und dem VW Käfer von Gebrauchsgegenständen hin zu Kultobjekten während der langen 1960er Jahre.  Das Projekt mischt Ansätze der Wirtschafts-, Technik-, Sozial- und Kulturgeschichte, wobei das Hauptaugenmerk auf letzterer liegt. Hierbei werden die Automobile als Phänomene der Massen- bzw. Populärkultur der Nachkriegszeit untersucht.

Im Nachkriegseuropa wurden die Autos aus ökonomischen und materiellen Gründen gekauft. Außerdem begleitete die Menschen der Traum, sich einen Wagen leisten zu können. Die beiden Untersuchungsgegenstände steigerten die individuelle Mobilität der Bevölkerung in Deutschland und Frankreich. Der Personenkreis, der die beiden Fahrzeuge kaufte, verstand sie mehrheitlich als alltäglichen Gebrauchsgegenstand. Die Popularität des Citroën 2 CVs und des Volkswagen Käfers steigerte sich während der folgenden Jahrzehnte jedoch stetig. Während der 1960er Jahre wurden die Autos für fast alle sozialen Schichten erschwinglich. Auch die Arbeiterschaft erlangte seit dem Beginn der 1960er Jahre dank des Wirtschaftsbooms die notwendige Kaufkraft, um diese Autos zu erwerben. Spätestens Mitte der 1960er Jahre waren Automobile Teil des Alltagslebens des Großteils der französischen und deutschen Bevölkerung geworden. Mit wachsenden Verkaufszahlen erlangten die verbreitetsten Automobile, zu denen der Citroën 2 CV und der VW Käfer zweifelsohne zählten, einen Kult-Status. Sie wurden von einfachen Konsumgütern zu Symbolobjekten der Massenkultur sowie des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegszeit.

Für beide Staaten stellt sich die Frage, welche Faktoren und Umstände zur Erfolgsgeschichte dieser sogenannten "Kult"-Autos bis zur Mitte der 1960er Jahre beigetragen haben. Weshalb entwickelten sich ausgerechnet Autos zu Symbolträgern komplexer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Phänomene? Welche Einflüsse hatten dabei die verschiedenen Akteure – Produzenten, Konsumenten sowie die populärkulturellen Mittler und die spezialisierte Presse? Neben der Frage nach der Genese des Automobils als Kultobjekt soll auch die Rezeptionsgeschichte der nationalen Produkte im eigenen und dem jeweils anderen Land im Zentrum stehen. Welche (Kultur-)Transferprozesse lassen sich schließlich hinsichtlich des Automobil-Kultes erkennen und welche länderspezifischen Unterschiede existierten in der Wahrnehmung und dem Umgang mit den Autos?