Monday, 15. January 2018

Film: "It's a free World" (UK/I/D/ES/PL 2007)

um 18.30 Uhr im Filmhaus, im Rahmen der Ringvorlesung über Karl Marx

Die öffentliche Veranstaltungsreihe „Kommentare, Kämpfe, Kontroversen. Karl Marx zum 200. Geburtstag“ bietet an insgesamt 13 Terminen Vorträge oder Filmvorführen an. Sie finden jeweils montags um 18.30 Uhr im Saarbrücker Filmhaus statt. Der Eintritt ist frei.

15. Januar 2018
Film: "It's a free World" (UK/I/D/ES/PL 2007).
Regie: Ken Loach. Drehbuch: Paul Laverty. Laufzeit: 96 Min
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Angie ist in einer Agentur angestellt, die osteuropäische Arbeiter nach London vermittelt und sie brutal ausbeutet. Sie wird selbst Opfer dieses Systems, wird sexuell belästigt und entlassen. Aber Angie ist taff und steigt selbst ein ins Geschäft mit sogenannten Gastarbeitern aus Osteuropa. Bald übernimmt auch sie das übliche Geschäftsgebaren. Zusammen mit ihrer Freundin Rose verschafft sie illegalen Einwanderern zwar Jobs, aber auch nur ungeschützte, prekäre, schlecht bezahlte – und diese auch nur tageweise. Mehr und mehr gerät Angie zwischen die Fronten aus Wirtschaftsbossen, Menschenhändlern und aufbegehrenden Arbeitern. Und zwischen ihren eigenen moralischen Ansprüchen und ihrem persönlichem Erfolg tut sich ein tiefer Graben auf. Auch in ihrer freien Unternehmerwelt gibt es bald keine Verantwortlichkeiten mehr, sondern nur noch die angeblichen Sachzwänge.

Der Gewinner der Goldenen Palme in Cannes erzählt moderne Schicksale in ihrer ganzen Härte. Am Beispiel ausländischer Arbeiter macht er hier deutlich: Kapitalistische Ausbeutung und politischer bzw. gesellschaftlicher Zeitgeist sind keine spezifisch britischen Phänomene, sie treten global auf und verstärken sich gegenseitig. Der Film will neben dem sichtbaren Skandal der Ausbeutung vor allem seine konventionellen Grundlagen zeigen und damit offenlegen, dass rücksichtsloses Unternehmertum vielfach das ist, worauf die Marktgesellschaft aufgebaut ist. Und dass der Wettbewerb einer „marktkonformen Wirtschaft“ Ausbeutung geradezu zwangsläufig hervorruft – inklusiv ihrer dazu passenden menschlichen Ausbeuterprototypen.

Die achte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung beleuchtet historische, ökonomische, literaturwissenschaftliche und wirkungsgeschichtliche Perspektiven auf das Leben und Werk von Karl Marx. Die Vorlesungen dauern in der Regel eine Stunde, im Anschluss besteht Gelegenheit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Zu den Filmen gibt es jeweils eine kurze filmwissenschaftliche Einordnung.

Veranstalter
im Wintersemester 2017/18 ist Professor Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Landeshauptstadt Saarbrücken und dem Filmhaus.

Veranstaltungsort:
Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken

Alle Termine finden Sie hier: http://literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung

Ansprechpartner:
Professor Dr. Sikander Singh
E-Mail: s.singh@sulb.uni-saarland.de