Thursday, 11. January 2018

Journalistenpreis Informatik 2017 geht an Stern, Bayerischer Rundfunk und Arte

Staatssekretär Jürgen Lennartz verleiht heute an der Universität des Saarlandes den von der saarländischen Staatskanzlei ausgelobten Journalistenpreis Informatik. Die Hauptpreise in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen gehen an den Reporter Florian Güßgen für eine Reportage im Wochenmagazin „Stern“, an die Redakteurin Alexandra Distler für einen Hörfunkbeitrag im Bayerischen Rundfunk und an den Regisseur Jan Tenhaven für eine Dokumentation auf Arte. Die Preise sind jeweils mit 5000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet in Saarbrücken bereits zum elften Mal statt.

Bereits im Jahr 2006 war der Journalistenpreis Informatik zum ersten Mal ausgelobt worden. Ziel des Journalistenpreises ist, Beiträge zu honorieren, die in der breiten Öffentlichkeit nicht nur das Interesse für Informatikthemen wecken, sondern sich auch mit den Chancen und Risiken der Informationstechnologie auseinandersetzen. Erneut hat die saarländische Staatskanzlei die drei Hauptpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro gestiftet. 84 Beiträge wurden eingereicht. In der Kategorie Print bewertete die achtköpfige Jury 57 Artikel, in der Kategorie Hörfunk 17 Beiträge und in der Kategorie Fernsehen zehn Sendungen. Die Organisation des Wettbewerbes übernahm wie jedes Jahr das Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes. Dabei wurde es durch die beiden Max-Planck-Institute für Informatik und Softwaresysteme finanziell unterstützt. Das CISPA  – Helmholtz-Zentrum in Gründung wiederum lädt zur heutigen Preisverleihung ein, die mit Unterstützung der Hummingbird Diagnostics GmbH stattfindet.

„Der Journalistenpreis Informatik würdigt den internationalen Wissenschaftsstandort Saarland und lenkt die Aufmerksamkeit verdientermaßen auf die leistungsstarke Informatik. Denn durch die Informatik-Forschung und den Exzellenzcluster der Universität als auch die Forschungsinstitute verfügt das Saarland über hochkarätige Einrichtungen von internationalem Renommee. Mit dem neuen CISPA – Helmholz-Zentrum in Gründung wird das Saarland auch ein zentraler Standort für die Cybersicherheit, sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung zukünftiger IT-Sicherheitsexperten“, erklärt Staatssekretär Jürgen Lennartz.

Das Saarland ist mit seinen rund 2.500 Informatik-Studierenden aus 81 Nationen an der Universität des Saarlandes und seinen mehr als 800 Wissenschaftlern ein bedeutender Forschungsstandort für die Informatik. Er nennt sich Saarland Informatics Campus (SIC). Zu ihm gehören neben der Fachrichtung Informatik an der Universität des Saarlandes die internationale Graduiertenschule für Informatik, die beiden Max-Planck-Institute für Informatik und Softwaresysteme, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Zentrum für Bioinformatik und das CISPA  – Helmholtz-Zentrum in Gründung.


Die Preisverleihung findet heute um 18 Uhr im Gebäude der CISPA – Helmholtz-Zentrum in Gründung, Stuhlsatzenhaus 5, auf dem Campus der Universität des Saarlandes statt.  

Die Preisträger des Journalistenpreises Informatik 2017 im Einzelnen:

Hauptpreis Print (5.000 Euro):
Die Reportage „In der Festung der Cyberkrieger“, verfasst von Florian Güßgen, gewinnt in der Kategorie Print. Der Artikel wurde am 18. Mai 2017 in dem Wochenmagazin „Stern“ veröffentlicht.

Begründung der Jury: „Der Autor beschreibt sehr spannend, wie sich die israelische Großstadt Beerscheba in eine Art Cyberhauptstadt verwandelt, in der Wissenschaft, Industrie und Militär auf eine einzigartige Weise miteinander verwoben sind. Bereits jetzt befinden sich 300 Start-ups für IT-Sicherheit in der Wüstenstadt, die Universität wächst ebenfalls stetig. Der Autor klärt die Öffentlichkeit über diesen bisher unbekannten militärisch-industriellen Komplex für IT-Sicherheit auf. Zwar spart sein Artikel dabei an technischen Details und aktuellen Ergebnissen aus der Informatikforschung, offenbart aber dennoch die umfassende Bedeutung, die IT-Sicherheit für die Gesellschaft hat. Damit unterstreicht der Artikel nicht nur die Relevanz von Informatik-Spezialisten, sondern auch ihre gesellschaftliche Verantwortung.“

Hauptpreis Hörfunk (5.000 Euro):
„Ethik für Nerds  –  Warum Programmieren eine gesellschaftliche Verantwortung mit sich bringt“ von Alexandra Distler gewinnt in der Kategorie Hörfunk. Der Beitrag wurde am 5. März 2017 im Rahmen der Sendung „Zündfunk Generator“ im Hörfunkprogramm „Bayern 2“ des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt. Der Beitrag ist unter dem folgenden Link abrufbar:
www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/kolumnen-sendungen/generator/ethik-fuer-nerds-100.html

Begründung der Jury: „Cyberkriege, Social Bots, Hacks - Wer steckt hinter den Technologien, Programmen, Algorithmen, die unser Leben im Guten wie im Schlechten beeinflussen? Wie viel Macht haben Informatiker über uns? Sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst? Diese Fragen ergründet die Autorin in ihrem 53 Minuten langen Hörfunkstück. Bereits das Thema des Beitrages ist originell und sticht aus der Masse heraus. Obwohl es sehr abstrakt ist, gelingt es der Autorin das Thema auf eine solch spannende Art aufzubereiten, dass man die gesamte Dauer des Beitrages gespannt zuhört. Die Gesprächspartner sind sehr gut ausgewählt. Der Beitrag ist insgesamt ausgewogen und differenziert. Auf diese Weise vermittelt er keine Haltung, sondern ermöglicht Haltung. So liefert der Beitrag Denkanstöße, um zu hinterfragen, ob so manches technische System und das dahinterstehende Start-up die Regeln von sozialem und ethischen Verhalten verletzen.“  

Hauptpreis Fernsehen (5.000 Euro):
Der Hauptpreis Fernsehen geht an den Autor und Regisseur Jan Tenhaven. Er erhält diesen für den Beitrag „Die Silicon Valley Revolution  –  Wie ein paar Freaks die Welt veränderten“. Der 90-minütige Dokumentarfilm wurde am 18. April 2017 auf ARTE und am 3. Juli 2017 in der ARD gezeigt. Der Trailer des Films findet sich unter folgendem Link: www.tenhaven.net/portfolio/silicon-valley-revolution/

Begründung der Jury: „Der Beitrag behandelt die Anfänge der PC-Ära, indem er die Menschen porträtiert, die dazu beigetragen haben. Auf diese Weise weckt der Beitrag nicht nur Emotionen, sondern deckt auch politische und gesellschaftliche Querbezüge auf. Er vermittelt auch den Idealismus, der diese Personen damals antrieb. Handwerklich überzeugt der Film durch eine konsequente Bildsprache, gute Musikauswahl und filmisch hochwertige Bildgestaltung. Gerade die Bildsprache und die Musikauswahl machen das Werk zu einem Genuss. Der Film sollte daher aufbewahrt und in Museen gezeigt werden, um zu dokumentieren, welche Werte ehemals das Fundament der Digitalisierung bildeten.“

Der Jury des Journalistenpreises gehörten Dr. Ilka Desgranges, Ressortleiterin bei der Saarbrücker Zeitung und Journalismus-Dozentin, Peter Hergersberg, Abteilung Kommunikation der Max-Planck-Gesellschaft, Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer der Bundesweiten Informatik-Wettbewerbe, Beatrice Lugger, wissenschaftliche Direktorin des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation (NaWik), Martin Schneider, Vorsitzender der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) und stellvertretender Leiter der Fernseh-Wissenschaftsredaktion des Südwestrundfunks, Reinhard Wilhelm, Informatik-Professor der Universität des Saarlandes und Gründungsdirektor des Leibniz-Zentrums für Informatik in Schloss Dagstuhl, Peter Welchering, freier Technik- und Wissenschaftsjournalist, und Dr. Christel Weins, Naturwissenschaftlerin und Gründerin des Journalistenpreises, an.

Pressefotos von der Preisverleihung ab 12.01.18 unter:
www.uni-saarland.de/pressefotos



Fragen beantwortet:

Gordon Bolduan

Wissenschaftskommunikation
Kompetenzzentrum Informatik Saarland
Tel: 0681 302-70741
E-Mail: bolduan(at)mmci.uni-saarland.de