Wednesday, 26. May 2010

Kunst im Präsidialamt: Aquarelle von Charles Crodel

Eines der zwölf ausgestellten Aquarelle von Charles Crodel: "Melonenfrau"



Ausstellung bis Ende August 2010
montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr
Universitätscampus Saarbrücken, Präsidialgebäude A2 3, 1. OG

Frauen beim Baden, Menschen auf Booten bei einer Fronleichnamsprozession, Blumen am Fenster oder eine Melonenverkäuferin: Die Werke von Charles Crodel entstammen der Zeit des deutschen Expressionismus mit leicht französischem Einschlag. Er gilt als bedeutende Künstler-Persönlichkeit der „verschollenen Generation“, deren Kunst von zwei Weltkriegen überrollt wurde. In den ausgestellten Aquarellen wechseln dunkle, ausdrucksstarke Umrisslinien in Schwarz und Dunkelblau mit blassen Erdtönen im Hintergrund. In einigen Bildern, zum Beispiel der „Melonenfrau“, kommen lebendige bunte Farben im Vordergrund hinzu. Dicke, schnell über das Papier gezogene Pinselstriche und durchscheinende Bleistiftstriche geben den Bildern eine skizzenhafte Anmutung.

Charles Crodel (1894 bis 1973) wurde in Marseille geboren, verbrachte seine Kindheit in Frankreich und lebte danach in Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Soldat kämpfte, studierte er Archäologie und Kunstgeschichte in Jena und machte gleichzeitig eine Lithographenlehre. 1927 wurde Crodel Lehrer für Malerei und Graphik an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein bei Halle. 1930 erhielt er den Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. Während der NS-Zeit wurden einige seiner Gemälde von den Nazis zerstört; Crodel wandte sich in dieser Zeit dem Kunsthandwerk zu und schuf Keramiken, Mosaike und Glasfenster. Nach 1945 lehrte der Künstler in Dresden, Halle, Berlin und München sowie als Gastprofessor in den Vereinigten Staaten.

Seit 1985 wird die Ausstellungsreihe „Kunst im Präsidialamt“ von dem Maler, Grafiker und Professor für Bildende Kunst und Kunsterziehung Karl Otto Jung organisiert. Dabei sind mittlerweile über 50 Ausstellungen entstanden.

Ein druckfähiges Foto von einem der ausgestellten Aquarelle finden Sie unter: www.uni-saarland.de/pressefotos

Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit Professor Karl Otto Jung: Tel. (06897) 74122; ko.jung(at)artrealism.de