Montag, 24. Oktober 2016

Beste-Preis verliehen

Studenten für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Drei Projekte von Studenten für Studenten sind Preisträger des diesjährigen Beste-Preises für besonderes studentisches Engagement. Universität und Asta zeichneten alle drei nominierten Projekte bei der heutigen Semestereröffnungsfeier aus: Universitäts-präsident Volker Linneweber und die Asta-Vorsitzenden Govinda Sicheneder und Torsten Wenk überreichten die Auszeichnung an „Wir@UdS“ und die „Refugee Law Clinic“, die sich beide für Flüchtlinge stark machen, und an das Mentorenprogramm, bei dem erfahrene Studenten Studienanfängern den Start erleichtern. Das Preisgeld von 1000 Euro teilen sich die Programme für Flüchtlinge. Das Mentorenprogramm, das von der Zentralen Studienberatung koordiniert wird, erhält eine ideelle Auszeichnung.

Gewinner sind sie alle: Jeder Student, der sich für andere einsetzt, macht die Uni lebens- und liebenswert. Ganz in diesem Sinne kürte die Jury des Beste-Preises in diesem Jahr alle Projekte, die nominiert waren. „Jedes der Projekte, jeder der beteiligten Studentinnen und Studenten, hat eine Auszeichnung verdient“, betont Universitätspräsident Volker Linneweber. Die Studenten engagieren sich selbstlos für andere und sammeln dabei Erfahrungen jenseits von Credit Points. „Ihr Engagement sichtbar zu machen, ist ein Ziel des Beste-Preises. Er soll andere motivieren, ebenfalls aktiv zu werden und er soll auch die Bedeutung dieser Seite des Studiums aufzeigen“, sagt Liliana Habib, beim Asta zuständig für Studienqualität.

Zu den Preisträgern:
Die „Welcome Initiative for Refugees @ UdS“, kurz „Wir@UdS“, ist eine Willkommensinitiative für Flüchtlinge, die studieren wollen. Fünf Informatik-Studenten haben sie 2015 ins Leben gerufen. „Wir wollen Flüchtlingen helfen, bei uns im Saarland ein neues Leben aufzubauen, indem wir sie beim Einstieg ins Studium unterstützen. Zum Beispiel zeigen wir ihnen, welche Studienmöglichkeiten sie haben, greifen ihnen bei der Einschreibung unter die Arme und finden Wege, wie sie ihr Studium finanzieren können“, sagt Andrey Eganov, der im fünften Semester Cybersicherheit studiert. Hierfür haben die Studenten eine Webseite aufgebaut: eine Art Wikipedia für alle Fragen, die sich Flüchtlinge stellen, wenn es ums Studium geht – von der Anmeldung zur Aufnahmeprüfung, über den Bafög-Antrag bis hin zur Job- oder Wohnungssuche. Dabei arbeiten sie auch mit dem International Office der Saar-Uni zusammen. Die Website www.refugee.saarland gibt es auf Deutsch, Englisch und sogar Arabisch: Die arabische Fassung haben Studenten übersetzt, denen die Initiative selbst geholfen hat. Bei allen Fragen, die auch per E-Mail ankommen, hilft das rund 20-köpfige Team von „Wir@UdS“ schnell und unkompliziert weiter. Interessierte Kommilitonen, die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen. www.refugee.saarland

Für Menschen, die Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen, setzt sich auch die „Refugee Law Clinic“ ein: Die Mitglieder des Vereins, den die angehende Juristin Jana Kirst mit Jura- und BWL-Studenten vor zwei Jahren gegründet hat, beraten und unterstützen Flüchtlinge kostenlos bei rechtlichen Fragen. Bundesjustizminister Heiko Maas, selbst Ehemaliger der Saar-Uni, ist Schirmherr. Die Studenten nahmen die Ausbildung der Berater selbst in die Hand. „Migrations- oder Asylrecht gehören an Universitäten nicht zum üblichen Lehrstoff“, erklärt Jana Kirst. Daher organisieren die Studenten Ringvorlesungen: Rechtsanwälte, Richter und andere Juristen vermitteln hier Wissen. Die Vorträge finden auch jetzt wieder statt und sind für alle offen. Auch Seminare etwa zum Umgang mit traumatisierten Menschen werden angeboten. Seit Anfang 2016 laufen die Beratungen. Über 300 Anfragen hat die Law Clinic inzwischen bearbeitet. Bei den Beratungen dolmetschen Studenten, die Muttersprachler sind, teils selbst Flüchtlinge. 71 Mitglieder zählt der Verein heute. Ein Beirat aus Volljuristen steht ihnen zur Seite. Neue Teammitglieder aus allen Fachrichtungen sind herzlich willkommen.
https://rlc-saar.de/

Auch die Mentoren des Mentorenprogramms sind Beste-Preisträger. Seit 2007 stehen an der Saar-Uni erfahrene Studenten, die Mentoren, den Studienanfängern in der Anfangsphase zur Seite. Die Zentrale Studienberatung koordiniert das Programm und hat die Mentoren für den Preis vorgeschlagen. 136 Studenten aller Fächer waren 2015 für 686 Newcomer im Einsatz. „Wir haben sie stellvertretend für alle, die Mentoren waren und noch sein werden, vorgeschlagen. 2016 sind es sogar 226 Freiwillige für rund 800 Erstsemester“, sagt Susanne Steinmann, Leiterin der Zentralen Studienberatung. „Wir schulen die Mentoren, um sie vorzubereiten“, erklärt Studienberater Pascal Klären. Die Mentoren kümmern sich um eine kleine Gruppe, helfen bei der Studienorganisation, initiieren Arbeitsgruppen und organisieren Treffen. So wie Marie Herberger: Sie hat inzwischen fünf Generationen von Erstsemestern betreut. Heute schreibt die Juristin an ihrer Doktorarbeit. „Auch nach dem ersten Jahr bleibt man ein besonderer Ansprechpartner“, sagt sie. Mehr als 94 Prozent der Studienanfänger empfehlen das Programm laut Umfrage weiter. „Dass wir dieses Jahr noch mehr Mentoren gewinnen konnten, ist ein super Signal“, sagt Pascal Klären „Auch für uns ist das motivierend. Und besonders schön ist es, wenn die, die profitiert haben, später selbst Mentoren werden.“ www.uni-saarland.de/mentorenprogramm

Der Beste-Preis für besonderes studentisches Engagement wurde dieses Jahr zum fünften Mal ausgeschrieben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert. Prämiert werden Projekte von Studenten, die „durch ihre Reichweite und Kontinuität anderen Studierenden der Universität zu Gute kommen“. Inhaltlich sind keine Grenzen gesetzt: Gewürdigt werden können beispielsweise soziales Engagement für Kommilitonen, die überragende Leitung von Arbeitskreisen, die Vermittlung von Praxisnähe, innovative, neuartige Konzepte und deren Umsetzung aber auch herausragende Arbeit in uniinternen Gremien oder die Organisation von Veranstaltungen.

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität sind über Rundfunk-Codec möglich (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-64091 oder -2601).