Donnerstag, 08. Dezember 2016

Neue deutsch-französische Messe zur IT-Sicherheit am 8. Dezember

Wie lassen sich Bürotelefone in Spionagewaffen verwandeln, Autos gegen Hacker schützen oder Datendiebe auf dem Smartphone entlarven? Das deutsche Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit (CISPA) und das „Institut national de recherche en informatique et en automatique” (INRIA) laden Unternehmen der Großregion Saar-Lor-Lux zu ihrer ersten jährlichen gemeinsamen Technologiemesse am 8. Dezember im Centre Prouvé in der französischen Stadt Nancy ein, um neueste Lösungen für diese Herausforderungen zu präsentieren. Die Messe bietet die Gelegenheit, aktuelle Forschungsprojekte und regionale Start-Ups für IT-Sicherheit kennen zu lernen und aktuelle Probleme zu diskutieren.

„Die IT-Sicherheit der Bundesrepublik wird auch in Frankreich verteidigt“, sagt Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptografie an der Universität des Saarlandes, wo er auch das Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA) leitet. Er ist überzeugt: „Die Herausforderungen in der IT-Sicherheit sind grenzübergreifend. Daher müssen es auch die Lösungen sein.“ Details zu dieser Vision erläutert er auf der Messe in seinem englischsprachigen Vortrag „Major Challenges of IT-Security – on the Requirement of Cross-Border Collaboration“.

Zusammen mit ihren französischen Kollegen präsentieren die CISPA-Forscher auf der Messe 20 aktuelle Projekte aus der Forschung. Bei den CISPA-Projekten bilden Technologien den Schwerpunkt, die es Programmierern erleichtern, Apps und Webanwendungen sicherer zu entwickeln. Zusätzlich präsentieren die Forscher Software, die Autos gegen Hacker und Bankkunden am Geldautomaten gegen das Ausspähen der Geheimnummer abschirmt. Die französischen Kollegen zeigen unter anderem neue Ansätze, um Computerviren zu erkennen und, wie man Computersysteme, die technische Prozesse in Industrieanlagen steuern und überwachen, schützt. Fünf junge Start-Ups in der IT-Sicherheit, die aus den beiden Instituten hervorgegangen sind, stellen ebenfalls aus.

Um die Zusammenarbeit auszubauen und die Forschungsergebnisse für die Großregion Saar-Lor-Lux noch besser nutzbar zu machen, findet auch ein einstündiges Gespräch zwischen Vertretern der anwesenden Unternehmen und leitenden Wissenschaftler der Forschungsinstitute CISPA und INRIA statt. „Das ist ein logischer Schritt“, erklärt Backes, „Auf der einen Seite wenden sich immer mehr Unternehmen an die Wissenschaft, um dem Druck permanenter Innovation gerecht zu werden. Auf der anderen Seite wollen auch die Forscher noch mehr mit einzelnen Unternehmen zusammenarbeiten, um dadurch ihre Forschungsagenda besser bestimmen zu können.“ Das schließe auch den Mittelstand mit ein. „Gerade der Mittelstand muss beim Thema Sicherheit nachlegen“, ließ Professor Dieter Kempf, Präsident des deutschen Digitalverbandes Bitkom, im April 2015 verlauten, als der Verband nach einer Befragung von Sicherheitsverantwortlichen in 1024 Unternehmen herausfand, dass jedes zweite Unternehmen digitalen Angriffen ausgesetzt ist und so Schäden von rund 51 Milliarden Euro pro Jahr entstehen.

Laut Backes ist die Messe auch dafür wichtig: „Die Standorte Saarbrücken und Nancy spielen bereits in der Weltliga der Forschung mit ihrer einzigartigen Dichte an exzellenten IT-Sicherheitsforschern mit.” Gemeinsam könne man etwas schaffen, was größer sei als die Summe seiner Teile. „Wir können grenzübergreifende und revolutionäre neue Technologien entwickeln, deren Sicherheit auch in den nächsten Jahrzehnten Bestand haben wird”, so Backes.

Die Anmeldung zur kostenlosen Teilnahme für interessierte Unternehmen ist noch bis zum 25. November möglich. Vom Uni-Campus aus bietet das CISPA einen kostenlosen Bustransfer nach Nancy für die Teilnehmer an. Die gemeinsame Messe wird von 2016 an jährlich im Wechsel zwischen den Standorten Nancy und Saarbrücken stattfinden. Der ursprünglich geplante Messe-Termin im April musste wegen eines Generalstreiks in Frankreich auf Dezember verschoben werden.

Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung: https://CISPA.saarland/industryday/

Hintergrund: IT-Sicherheit an der Universität des Saarlandes

IT-Sicherheit ist ein Schwerpunkt der Informatik-Institute auf dem Campus der Universität des Saarlandes. Bereits 2011 richtete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) drei Kompetenzzentren für IT-Sicherheit ein. Eines davon ist das Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA) an der Universität des Saarlandes. Nach einer ersten Förderphase mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro, erhält das CISPA vom BMBF in der zweiten Förderphase bis zum Jahr 2020 rund 16 Millionen Euro. 33 Gruppen mit 210 Forschern arbeiten dort. Die Wissenschaftler stellen sich den Herausforderungen der IT-Sicherheit im Alltag. Dies sind unter anderem die zunehmende Vernetzung von Geräten im Bereich der Gebäudesteuerung oder bei Automobilen, die Digitalisierung der Gesellschaft (z.B. Big Data, E-Health oder E-Government) oder die generelle Vernetzung von Systemen (Internet der Dinge, Industrie 4.0).

Pressefotos unter: www.uni-saarland.de/pressefotos


Weitere Informationen:
https://CISPA.saarland/industryday/program.php


Fragen beantwortet:
Dr. Sebastian Gerling
Universität des Saarlandes
Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA)
Tel.: +49(0)681 / 302-57373
E-Mail: gerling(at)CISPA.saarland


Redaktion:
Gordon Bolduan
Kompetenzzentrum Informatik Saarland
Telefon: +49 681 302-70741
E-Mail: bolduan(at)mmci.uni-saarland.de