Mittwoch, 01. Februar 2017

Neuer ESA-Astronaut Matthias Maurer hat Materialwissenschaft an der Saar-Uni studiert

Matthias Maurer, Foto: ESA-Sabine Grothues

Die Europäische Weltraumorganisation ESA wird morgen Matthias Maurer als neuen ESA-Astronauten vorstellen. Den Grundstein für seine Karriere legte der Saarländer an der Universität des Saarlandes, wo er bis 1998 Materialwissenschaft und Werkstofftechnik studierte. Als einer der ersten Studenten absolvierte er den deutsch-französischen Doppel-Studiengang der Saar-Uni und der École Européenne d’Ingénieurs en Génie des Matériaux in Nancy sowie ein weiteres internationales Studium mit Barcelona. Außerdem initiierte Matthias Maurer auf Basis eines europäischen Förderprogramms eine Kooperation mit Südamerika, die heute von der Europäischen Schule für Materialforschung der Saar-Uni intensiv gepflegt wird.

„Mein Studium an der Saar-Uni hat mich sehr geprägt. Bei Professor Frank Mücklich und den anderen Dozenten der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik habe ich fachlich sehr gute und spannende Veranstaltungen besuchen dürfen“, sagt der frisch gekürte ESA-Astronaut Matthias Maurer. Zudem habe er sich darüber gefreut, dass er als gebürtiger Saarländer zu der ersten Generation zählte, die den Europäischen Master-Studiengang für Materialwissenschaft in Saarbrücken, Nancy und Barcelona absolvieren konnte. Leeds in England kam dann noch dazu. „Gerade in diesen Zeiten ist die enge Zusammenarbeit zwischen europäischen Studenten und Wissenschaftlern sehr wichtig. Das bestätigt sich auch jeden Tag bei meinem heutigen Arbeitgeber, der Europäischen Weltraumorganisation ESA“, ergänzt Matthias Maurer.

Für Frank Mücklich, seit 1995 Professor für Funktionswerkstoffe an der Universität des Saarlandes, ist Matthias Maurer ein außergewöhnlicher Absolvent. Nicht nur, weil Maurer sein erster Diplomand an der Saar-Uni war, sondern auch wegen dessen Engagement und Zielstrebigkeit. „Matthias Maurer fiel von Anfang an als besonders initiativreicher Student auf. Ideen, die in gemeinsamen Diskussionen im Team entstanden sind, hatte er oft bereits am nächsten Tag detailliert ausgearbeitet“,  sagt Professor Mücklich, an dessen Lehrstuhl Matthias Maurer auch als wissenschaftliche Hilfskraft gearbeitet hat. In seiner Diplomarbeit untersuchte Maurer in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum des Boschkonzerns eine damals neuartige Werkstoffgruppe, die Intermetalle. Er fand das neue System Ruthenium-Alumenid, an dem das Team von Professor Mücklich auch heute noch arbeitet und zu dem es derzeit in Kooperation mit zwei weiteren Universitäten ein großes Forschungsprojekt plant.

„Matthias Maurer engagierte sich außerdem auf besondere Weise für die internationale Zusammenarbeit, nicht nur durch sein eigenes Doppelstudium“, betont Frank Mücklich, der gemeinsam mit dem Fachbereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Saar-Uni später noch weitere internationale Studienprogramme aufgebaut hat. Diese sind heute in der Europäischen Schule für Materialforschung (EUSMAT) gebündelt und bieten Auslandsaufenthalte in der Bachelor- und Masterphase in Europa und den USA an. Zudem werden dort bi-nationale Promotionen betreut. „Matthias Maurer war mit seinem integrierten Studiengang in Nancy und Saarbrücken ein Vorreiter, der als einer der ersten auch ein Doppeldiplom beider Universitäten erhielt. Außerdem initiierte er eine Kooperation mit Südamerika, die dazu führte, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnte zahlreiche Studenten aus Süd- und Mittelamerika ihr Masterstudium in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der Saar-Uni absolviert haben“, ergänzt Professor Mücklich.

Weitere Informationen:
Medieneinladung zur Vorstellung des neuen ESA-Astronauten am 2. Februar
Porträt, Fotos und Videos von Matthias Maurer:
www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Matthias_Maurer

Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe: www.uni-saarland.de/fuwe

Europäische Schule für Materialforschung: www.uni-saarland.de/eusmat


Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Frank Mücklich
Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe
Tel.: 0681/302-70500
Mail: muecke(at)matsci.uni-sb.de