Mittwoch, 30. Mai 2018

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 23. Kalenderwoche

Im Sommersemester bietet die Universität des Saarlandes wieder öffentliche Vortragsreihen an. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

1. Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung:
Montag, 4. Juni, 19 Uhr: „Nur verwirrte, am eigenen Handwerk zweifelnde Schriftsteller.“ Poetologische Dimensionen der 68er-Bewegung

(Dr. Katharina Meiser, Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
 
Als politisch-soziale Konstellation provoziert die 68er-Bewegung auch Debatten über die Legitimation von Literatur. Es herrscht Krisenstimmung, denn die Literatur wird unter Generalverdacht gestellt: Sie gehorche nur mehr den Gesetzen des Marktes und der bürgerlichen Kultur, sei als „Ware der Bewußtseinsindustrie“ für Protest und Subversion nicht zu gebrauchen, entbehre schlechterdings jeder gesellschaftlichen Funktion. Als Schriftsteller muss man jetzt Stellung beziehen: zur ‚Gruppe 47‘, zur Berliner SDS-Gruppe „Kultur und Revolution“, zu Walter Boehlichs „Autodafé“ und Hans Magnus Enzensbergers „Totsagung“ der Literatur im berühmten „Kursbuch 15“. Nicht von ungefähr entstehen um 1968 zahlreiche poetologische Texte zur Funktion und Situation der Literatur. Engagement oder Elfenbeinturm? – Es äußern sich etwa Günter Grass, Peter Handke, Peter Schneider, Günter Wallraff, Martin Walser oder Dieter Wellershoff, der eine mehr, der andere weniger zweifelnd und verwirrt. Der Vortrag sondiert die poetologische Gemengelage dieser Zeit und veranschaulicht, welche Konsequenzen die 68er-Bewegung für das schriftstellerische Selbstverständnis gezeitigt hat – noch immer zeitigt? – oder nicht?

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Professor Dr. Sikander Singh, E-Mail: s.singh@sulb.uni-saarland.de,
http://literaturarchiv.uni-saarland.de/de/ringvorlesung/


2. Ringvorlesung zur Fußballkultur:
Montag, 4. Juni, 16 Uhr: „Krisen-PR im Fußball“

(Thorsten Klein)

Thorsten Klein, ehemaliger Regierungssprecher in der Staatskanzlei des Saarlands, ist seit dem 15. Januar Leiter der Unternehmenskommunikation des CISPA – Helmholtz-Zentrum (i.G.). Er beschäftigt sich auch wissenschaftlich mich dem Begriff der Krise in den Medien.

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal III
Kontakt: Jörn Wüstenberg, Tel.: 0681 302-2203, E-Mail: joern.wuestenberg@uni-saarland.de
https://www.uni-saarland.de/einrichtung/optionalbereich/aktuelles.html


3. Ringvorlesung über „Europäische Traumkulturen“:
Dienstag, 5. Juni, 18 Uhr: „Soziologische Zugänge. Verborgene Botschaften: Die Träume der Kritischen Theorie“

(Jun.-Prof. Dr. Amalia Barboza)

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal II
Kontakt: Prof. Dr. phil Janett Reinstädler, Romanistik, Tel.: 0681 302-3514 (-2335),
E-Mail: reinstaedler@mx.uni-saarland.de
www.traumkulturen.de


4. Ringvorlesung „Bunte Einheit im Klassenzimmer“
Dienstag, 5. Juni, 18 Uhr: „Begabtenförderung im Saarland: wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Umsetzung“

(Prof. Dr. Jörn Sparfeldt und Sandra Behrend, Beratungsstelle Hochbegabung Saarland und Ministerium für Bildung und Kultur)

Einem erfolgreichen Bildungssystem gelingt es, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern. Doch inwieweit werden begabte und leistungsstarke Schüler bei ihrer Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung erfolgreich unterstützt? Im Saarland haben verschiedene schulische und außerschulische Angebote der Begabtenförderung eine längere Tradition; an der Saar-Uni werden Lehrkräfte für diese anspruchsvolle Aufgabe ausgebildet. Der Vortrag stellt zum einen wissenschaftliche Befunde zur Wirksamkeit verschiedener Förderangebote vor, die in der bildungswissenschaftlichen Lernwerkstatt des Projekts SaLUt zusammengetragen wurden. Zum anderen werden langjährige Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung der Begabtenförderung im Saarland präsentiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum intensiven Austausch und zur eingehenden Information über Begabtenförderung und die Angebote der Beratungsstelle Hochbegabung Saarland (IQ-XXL).

Veranstaltungsort: Günter-Hotz-Hörsaal (Campus E2 2)
Kontakt: Dr. Mareike Kelkel, Koordinatorin Verbund der Lernwerkstätten
Tel.: 0681 302-713 92, E-Mail: mareike.kelkel@uni-saarland.de


5. Ringvorlesung über Fantastik:
Mittwoch, 6. Juni, 18.30 Uhr: „High Fantasy, Dark Fantasy und der ganze Rest. Die Literaturgenres der Phantastik. Ein kleiner Überblick zu den Ursprüngen und den Folgen“

(Markus Heitz, PopRat Saarland)

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Str. 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Prof. Dr. Astrid M. Fellner und Svetlana Seibel, Tel.: 0681 302-2770,
E-Mail: amerikanistik@mx.uni-saarland.de, www.amerikanistik.uni-saarland.de/


6. Ringvorlesung über „Macrons neues Frankreich”:
Donnerstag, 7. Juni, 18 Uhr: „Verschiedene Welten – gemeinsame Ziele: Wie kommen  Frankreich und Deutschland verteidigungspolitisch zusammen?“

(Dr. Barbara Kunz, Institut français des relations internationales, Paris)

Deutschland und Frankreich pflegen so enge bilaterale Beziehungen wie keine zwei anderen Staaten. Doch in einem Politikfeld wollen Paris und Berlin einfach nicht so richtig zusammenkommen: bei Sicherheit und Verteidigung. Unterschiedliche historische Erfahrungen, die bis heute nachwirken, führen zu unterschiedlichen Herangehensweisen und Prioritäten. Auch bei der Wahrnehmung von Bedrohungen und wie ihnen am besten zu begegnen ist, ziehen Paris und Berlin nicht immer am gleichen Strang, ebenso wie bei der Bereitschaft zu Auslandseinsätzen. Schließlich sind es auch unterschiedliche politische Systeme und Entscheidungsprozesse, aber auch ganz andere Einstellungen der Bürger gegenüber dem Militär, die den sicherheitspolitischen Dialog im deutsch-französischen Kontext mitunter schwierig machen. All dies hat nicht nur Auswirkungen auf die rein deutsch-französische Verteidigungszusammenarbeit, sondern weit darüber hinaus – beispielsweise in der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der Europäischen Union, in der Deutschland und Frankreich traditionell als „Motor“ agieren. In diesem Vortrag werden diese Unterschiede und ihre Auswirkungen analysiert und Wege aufgezeichnet, wie man dennoch zusammenarbeiten kann.

Veranstaltungsort: Stadtarchiv Saarbrücken, Deutschherrnstr. 1, 66117 Saarbrücken
Kontakt: E-Mail: stadtarchiv@saarbrücken.de, Tel.: 0681 9051258.
Programm: https://www.uni-saarland.de/einrichtung/frz/veranstaltungen/vortragsreihe.html