Mittwoch, 06. Juni 2018

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 24. Kalenderwoche

Im Sommersemester bietet die Universität des Saarlandes wieder öffentliche Vortragsreihen an. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

1. Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung:
Montag, 11. Juni, 19 Uhr: „Was bleibt vom heißen Sommer? Die 1968er-Bewegung in Texten Uwe Timms“

(Prof. Dr. Stephanie Catani, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft)
 
Der renommierte Gegenwartsautor Uwe Timm gilt als ‚literarischer Chronist‘ der 1968er: Leitmotivisch prägen die studentische Protestbewegung, ihre politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen sowie ihr Überleben als Mythos im kollektiv-nationalen Gedächtnis sein Gesamtwerk – vom Debütroman „Heißer Sommer“ (1974) über die Romane „Kerbels Flucht“ (1980) und „Rot“ (2001) bis zur 2005 publizierten Erzählung „Der Freund und der Fremde“. Dabei ist Timms Rolle stets eine ambivalente: Zum einen tritt er als persönlich involvierter Zeitzeuge der 1968er in Erscheinung, zum anderen als Autorinstanz, die distanziert aus der Retrospektive reflektiert. Gerade in dieser Ambivalenz, so möchte der Vortrag zeigen, liegt die besondere Qualität der Timm’schen Texte begründet – die, wenn sie von „den 1968ern“ erzählen, die Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Erzählens im Medium der Literatur bereits selbstreflexiv ausloten.

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Professor Dr. Sikander Singh, E-Mail: s.singh@sulb.uni-saarland.de, http://literaturarchiv.uni-saarland.de/de/ringvorlesung/


2. Ringvorlesung zur Fußballkultur:
Montag, 11. Juni, 16 Uhr: „Das brutale Geschäft der britischen Hooligan-Firms – Entwicklung, Sprache und filmische Darstellung

(Philipp Sammel)

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal III
Kontakt: Jörn Wüstenberg, Tel.: 0681 302-2203,
E-Mail: joern.wuestenberg@uni-saarland.de
https://www.uni-saarland.de/einrichtung/optionalbereich/aktuelles.html


3. Ringvorlesung über „Europäische Traumkulturen“:
Dienstag, 12. Juni, 18 Uhr: „Musikwissenschaft. Träume zwischen Oper und Film: Klang, Körper, Aufführung“

(Dr. Mauro Bertola)

Veranstaltungsort: Campus B3 1, Hörsaal II
Kontakt: Prof. Dr. phil Janett Reinstädler, Romanistik, Tel.: 0681 302-3514 (-2335),
E-Mail: reinstaedler@mx.uni-saarland.de
www.traumkulturen.de


4. Ringvorlesung „Bunte Einheit im Klassenzimmer“
Dienstag, 12. Juni, 18 Uhr: „Demokratische Handlungskompetenz als Ziel von Schule“

(Dr. Robert Reick, Philosophie)

Zu „freiheitlich demokratischer Gesinnung“ erziehen sollen die Schulen im Saarland schon lange (Verfassung des Saarlandes, Art. 30). Die gesellschaftspolitische Situation in Deutschland lässt aber daran zweifeln, ob Schülerinnen und Schülern auch die nötigen Kompetenzen zur praktischen Umsetzung vermittelt werden. Die Vorlesung spannt einen Bogen von sozialwissenschaftlichen Analysen zur Bedrohung unserer Demokratie über deren Philosophie und Ideengeschichte hin zu einem Einblick in die SaLUt-Lernwerkstatt Gleichheit und Differenz.

Veranstaltungsort: Günter-Hotz-Hörsaal (Campus E2 2)
Kontakt: Dr. Mareike Kelkel, Koordinatorin Verbund der Lernwerkstätten
Tel.: 0681 302-713 92, E-Mail: mareike.kelkel@uni-saarland.de


5. Ringvorlesung „Erinnerung und Aufbruch. Das europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945“
Mittwoch, 13. Juni, 18 Uhr: „Saarbrücken und Mainz, Stadtutopien der Besatzungszeit“

(Prof. Volker Ziegler, École d’architecture Straßburg, Architektur und Urbanismus)

Nach der Kapitulation des Dritten Reiches betrieben die französischen Besatzungskräfte eine engagierte Kulturpolitik, um Deutschland zu „entpreußen“. Im Saarland, das dauerhaft an Frankreich gebunden werden sollte, wird 1946 ein „Urbanisten-Team“ eingesetzt, dessen vielfältige Aktivitäten von der Stadtplanung über Demonstrativbauvorhaben bis zur Förderung einer der Moderne verpflichteten Architekturzeitschrift reichen. Für Saarbrücken erarbeitet Georges-Henri Pingusson einen modernistischen Wiederaufbauplan mit Wohneinheiten im Sinne von Le Corbusier. Von diesen leitet er das Gebäude der französischen Botschaft ab. In Baden und Rheinland-Pfalz hingegen greifen die Besatzungskräfte mit einer Ausnahme nicht in die Wiederaufbauplanungen der Städte ein. Mainz ist von den Franzosen zur Hauptstadt eines rheinischen Vasallenstaates bestimmt worden. Der funktionalistische Plan, den Marcel Lods aufstellt, wird von der lokalen Bevölkerung und auch einigen französischen Militärs bekämpft. Als Antwort auf diesen Plan beauftragt die Mainzer Stadtverwaltung Paul Schmitthenner mit einem Projekt, das den historischen Charakter der Stadt stärker bewahren soll.
Die energischen Bemühungen der Franzosen um die Verbreitung einer neuen Sprache der Stadtplanung und der Architektur stehen im Widerspruch zum erklärten Ziel, in Deutschland demokratische Institutionen aufzubauen, und scheitern somit fast zwangsläufig. Trotz der wenigen gebauten Spuren sind Mainz und Saarbrücken für fünf Jahre wichtige Experimentierfelder und Kristallisationsorte des Ringens um die Gestalt der europäischen Stadt.
Prof. Volker Ziegler ist Architekt und Stadtplaner. Nach einem doppelten Studium an der Technischen Universität Karlsruhe und der Hochschule für Architektur Paris-Belleville war er Assistent in Paris-la-Villette und Straßburg (1997-2002). Nach Dozenturen in Nancy und Straßburg wurde er als Maître Assistant Mitglied des Forschungsteams „Architecture, morphogenèse urbaine et projet“ (AMUP) an der L’École nationale supérieure d’architecture de Strasbourg (ENSA).

Veranstaltungsort: Pingusson-Bau, Hohenzollernstraße 60/Keplerstraße 21, 66117 Saarbrücken
Kontakt: Salvatore Pisani, Institut für Kunstgeschichte, Tel. 0681 302-3317,
E-Mail: s.pisani@mx.uni-saarland.de


6. Ringvorlesung über Fantastik:

Mittwoch, 13. Juni, 18.30 Uhr: „Fantastik in Gaming/Tanz in der Phantastik – Phantastik im Tanz“
(Gregor Theado, PopRat Saarland und Tanja Karmann, PopRat Saarland)

Fantastik ist aus Spielen nicht hinwegzudenken, sie ist geradewegs zwingender Bestandteil des Spiels. Ob digital (Video- und Computerspiele) oder analog (Gesellschaftsspiele wie Brettspiele, Tabletop, Pen&Paper Rollenspiel): Spiele bauen auf imaginären Welten und fiktiven Orten, Plots und Charakteren auf. Mit dem Beitrag „Fantastik in Gaming“ zeigt Gregor Theado grundlegende Entwicklungen der Gamingbranche auf, insbesondere, wie Spiele im Laufe der Zeit immer „fantastischer“ wurden und sich vom reinen, nüchtern gestalteten Zeitvertreib bis hin zum teilweise aufwändigen fantastischen Gesamtkunstwerk entwickelten. Elemente der Fantastik werden dabei am Beispiel von Spielen, die auf der SaarCon gespielt werden, näher beleuchtet.
In ihrem Vortrag "Tanz in der Phantastik - Phantastik im Tanz" untersucht Tanja Karmann, wie die beiden Kunstformen Tanz und Literatur sich gegenseitig beeinflussen. Zunächst werden verschiedene phantastische Romane auf ihre Tanzsszenen untersucht, wobei der erste Versuch einer Klassifizierung vorgenommen wird. Am Beispiel ausgewählter britischer Schriftsteller wird aufgezeigt, welche Bedeutung Tanzmotive in den Werken der modernen Phantastik haben. Im zweiten Teil des Vortrags wird umgekehrt untersucht, welche literarischen und phantastischen Einflüsse sich in verschiedenen Tanzrichtungen niederschlagen. Dabei wird zum einen auf das klassische Handlungsballett, zum anderen auf moderne Ausprägungen des Orientalischen Tanzes eingegangen.

Veranstaltungsort: Filmhaus, Mainzer Str. 8, 66111 Saarbrücken
Kontakt: Prof. Dr. Astrid M. Fellner und Svetlana Seibel, Tel.: 0681 302-2770,
E-Mail: amerikanistik@mx.uni-saarland.de, www.amerikanistik.uni-saarland.de/


7. Ringvorlesung über „Macrons neues Frankreich”:
Donnerstag, 14. Juni, 18 Uhr: „Zwischen literarischem Anspruch und Nähe zur Politik: Kennzeichen des französischen Journalismus vom 19. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit“

(Prof. Dr. Jörg Requate, Universität Kassel)

Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten der französischen Republik war ohne Zweifel auch Medienereignis erster Ordnung: Zunächst von vielen Journalisten bejubelt, setzte bald Kritik an seiner Medienpolitik ein. Von einer „kopernikanischen Wende“ im Verhältnis zu den Medien und einem selbstherrlichen Umgang mit den Journalisten war nach seinem Amtsantritt schnell die Rede. Der Vortrag ordnet Macrons Verhältnis zu den Medien, aber auch die derzeitige Situation des französischen Journalismus und der französischen Presse- und Medienlandschaft insgesamt in einen weit gefassten historischen Kontext ein. Ausgehend von der französischen Revolution werden zentrale Merkmale und Besonderheiten der französischen Medienentwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts skizziert: Die Frage des Selbstverständnisses des französischen Journalismus, das Verhältnis von Medien und Journalismus zur Politik, zum Staat, zur Wirtschaft wie auch zur Literatur werden in groben Zügen nachgezeichnet, und auf dieser Grundlage wird nach den Prägungen gefragt, denen der heutige Journalismus, die Medienlandschaft ebenso wie die Macronsche Medienpolitik unterliegen.



Veranstaltungsort: Stadtarchiv Saarbrücken, Deutschherrnstr. 1, 66117 Saarbrücken
Kontakt: E-Mail: stadtarchiv@saarbrücken.de, Tel.: 0681 9051258.
Programm: https://www.uni-saarland.de/einrichtung/frz/veranstaltungen/vortragsreihe.html


8. VDE-Ringvorlesung „Mensch und Technik“ – Themenschwerpunkt: Digitalisierung:
Donnerstag, 14. Juni, 19 Uhr: „Megatrend Digitalisierung: Herausforderungen und Chancen für die Energiewirtschaft“

(Dr. Andreas Berg, VSE AG, Saarbrücken)
Veranstaltungsort: Handwerkskammer des Saarlandes Hohenzollernstraße 47-49, 66117 Saarbrücken (nahe Westspange)
Kontakt: Prof. Dr.  Andreas Schütze, Tel.: 0681 302-4663, E-Mail: schuetze@LMT.uni-saarland.de, www.LMT.uni-saarland.de