Dienstag, 13. November 2018

Vortrag zur Serie „Twin Peaks: The Return“

Ringvorlesung: Amerikanische TV-Serien als Gesellschaftsdramen

Im Wintersemester 2018/19 wird die öffentliche Vortragsreihe zu US-amerikanischen TV-Serien fortgesetzt: Die Amerikanistik der Universität des Saarlandes organisiert in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarland, der Volkshochschule Saarbrücken und dem Kino 8 ½ erneut sechs Filmvorträge. Sie finden vom 6. November bis 11. Dezember 2018 im wöchentlichen Rhythmus statt, und zwar jeweils dienstags um 19.30 Uhr im Kino 8 ½ (Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken). Der Eintritt ist frei.

Am 13. November widmet sich der Vortrag in deutscher Sprache der Neu-Auflage von „Twin Peaks: The Return“ von 2017. In seiner Einführung stellt Raphael Morschett, Doktorand im Graduiertenkolleg Europäische Traumkulturen an der Saar-Uni, auch Bezüge zu Träumen in der Serie her.

Die experimentelle achte Folge der dritten Staffel von Twin Peaks (2017) stellt sich als eine Besonderheit der amerikanischen Serienlandschaft heraus: Indem sie in einer Art Traummodus eine Herkunftsgeschichte des Bösen innerhalb des Twin Peaks-Universums zeichnet, reflektiert sie zugleich über mit der Atombombe im Zusammenhang stehende Sünden der amerikanischen Nachkriegszeit und deren gesellschaftlicher Verdrängung. Damit penetriert sie auch das kollektive Unbewusste von jenem Teil des gegenwärtigen Amerikas, der besessen ist von der Idee einer Rückkehr (vgl. den Titelzusatz The Return) in eine unschuldige Vergangenheit, die es womöglich nie gab und die sich somit als imaginiert herausstellt. Die Auseinandersetzung mit individueller Verantwortung und Schuld zieht sich wie ein roter Faden durch Lynchs Gesamtwerk und bekommt hier eine besondere Relevanz, indem sie in Bezug zu einem konkreten historischen Ereignis gestellt wird, der Detonation der ersten Atombombe im Juli 1945. In welchem Maße die Historisierung der fiktionalen Ereignisse von Twin Peaks als wörtlich bzw. allegorisch zu verstehen ist, bleibt hierbei eine offen zu diskutierende Frage.

Raphael Morschett hat in Saarbrücken English, American and Anglophone Studies und Philosophie studiert und 2016 seinen Master abgeschlossen. Seit April 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« und promoviert mit einer Arbeit zur Traumerfahrung in den Filmen David Lynchs.


Link zum Programm unter: www.amerikanistik.uni-saarland.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Astrid M. Fellner
Tel.: 0681 302-2770
E-Mail: amerikanistik@mx.uni-saarland.de
www.amerikanistik.uni-saarland.de/
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