Dienstag, 20. November 2018

Vortrag zur Serie „Westworld"

Ringvorlesung: Amerikanische TV-Serien als Gesellschaftsdramen

Im Wintersemester 2018/19 wird die öffentliche Vortragsreihe zu US-amerikanischen TV-Serien fortgesetzt: Die Amerikanistik der Universität des Saarlandes organisiert in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarland, der Volkshochschule Saarbrücken und dem Kino 8 ½ erneut sechs Filmvorträge. Sie finden vom 6. November bis 11. Dezember 2018 im wöchentlichen Rhythmus statt, und zwar jeweils dienstags um 19.30 Uhr im Kino 8 ½ (Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken). Der Eintritt ist frei.

Der deutschsprachige Vortrag am 20. November beschäftigt sich mit der Western-SciFi-Serie „Westworld“. Bärbel Schlimbach, die sich in ihrer Dissertation an der Saar-Universität mit rezenten Western-Produktionen befasst, zeigt in ihrem Vortrag auch die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten der Serie zu aktuellen Diskursen auf.

Die Western-/Science-Fiction-Serie "Westworld" gehört zu den Serien, die sowohl von Kritikern hochgelobt werden, wie auch beim Publikum erfolgreich sind. Die Handlung der Serie basiert lose auf dem gleichnamigen Film von 1973 (Drehbuch und Regie Michael Crichton) und spielt in einem in der Zukunft angesiedelten Vergnügungspark, in dem die Besucher hohe Summen zahlen, um in eine Welt einzutauchen, die ein Leben im amerikanischen Westen des 19. Jahrhunderts simuliert. Die „Angestellten“ des Parks, die am Rollenspiel teilnehmen, sind dabei allerdings keine Schauspieler sondern humanoide Roboter. Ausschließlich das Team im Hintergrund des Parks, das die unterschiedlichen Handlungsstränge plant und initiiert, besteht aus Menschen.

Dieser Gegensatz zwischen Mensch und Roboter ist eine der interessantesten Aspekte der Serie, da er Fragen nach Ethik/Moral eröffnet sowie diskutiert, was ein Mensch beziehungsweise “Leben” ist. Darüber hinaus ermöglicht die im “Alten Westen” angesiedelte Handlung Diskussionen über amerikanische Nationalmythen und die Besiedlung des amerikanischen Westens durch weiße Siedler sowie den ökonomischen Einfluss auf diese Besiedlung. Die unterdrückten Erinnerungen der Roboter spiegeln dabei unterdrückte Narrative der amerikanischen Geschichtsschreibung wider, und die allgegenwärtige Gewalt und die Kämpfe um Macht können ebenfalls auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert und interpretiert werden.

Bärbel Schlimbach, M.A., ist Doktorandin im Bereich Amerikanistik an der Universität des Saarlandes. Ihr Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit rezenten Produktionen im Genre des Western. Weitere Lehr- und Forschungsinteressen beinhalten Border Studies, Post-Western Studies und Gender Studies sowie Gothic-Literatur. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes (Pop-)Cultures on the Move: Transnational Identifications and Cultural Exchange between East and West (2018).


Link zum Programm unter: www.amerikanistik.uni-saarland.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Astrid M. Fellner
Tel.: 0681 302-2770
E-Mail: amerikanistik@mx.uni-saarland.de
www.amerikanistik.uni-saarland.de/
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