Montag, 03. Dezember 2018

Vortrag: „Kommunikation in Ernährungskrisen: Südwestdeutschland 1770 und 1845“

Ringvorlesung „Europa in der Krise“

Der öffentliche Vortrag „Kommunikation in Ernährungskrisen: Südwestdeutschland 1770 und 1845“ findet im Rahmen der interdisziplinären Ringvorlesung "Europa in der Krise" statt.

Referent: Prof. Dr. Clemens Zimmermann

Am 3. Dezember, von 16 bis 18 Uhr auf dem Campus der Universität (Gebäude B3 1, Hörsaal II)


Die Bevölkerungen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts waren in hohem Maße von einer ausreichenden und bezahlbaren Getreideversorgung abhängig. Arme Haushalte in Stadt und Land mit ihrem hohen Getreide- und Brotbedarf gerieten während der regelmäßig auftretenden Versorgungs- und Teuerungskrisen in große Not. Sie erwarteten von kommunalen und staatlichen Behörden eine wirksame finanzielle Hilfe und konkrete Unterstützung. Diese konnten oder wollten die Behörden aber häufig nur in unzureichendem Maße leisten. Die Vorlesung untersucht, welche Reaktionen die bedrohlichen Hunger- und Teuerungskrisen bei den Bevölkerungen auslösten, welche Forderungen gestellt wurden und wie sich ihr Protest artikulierte. Der Referent geht außerdem darauf ein, welches Instrumentarium den Behörden zur Verfügung stand, um ein effektives Krisenmanagement zu gewährleisten, und welche Kommunikationsmedien dazu genutzt wurden. Insofern verbinden sich in der Vorlesung Erkenntnisse der Ernährungs-, Medien- und Kommunikations- sowie der Sozialgeschichte.

Die Beiträge der Ringvorlesung stellen die allgemeine Bedeutung des Begriffs „Krise“ dar und grenzen ihn gegen eine „Normalität” ab. Andererseits werden spezifische Krisen der europäischen Geschichte und Kultur beleuchtet, die die Entwicklung Europas maßgeblich beeinflusst haben – darunter auch die zeitgenössische Krise Europas, die auf mehreren Ebenen interessant ist.

Kontakt:
Jörn Wüstenberg
Tel. 0681 302-2203
joern.wuestenberg(at)uni-saarland.de