Samstag, 08. Dezember 2018

Jubiläumsveranstaltung „70 Jahre Translation an der Universität des Saarlandes“

Der Bereich Translation, der auf dem Saarbrücker Campus über Jahrzehnte hinweg Studierende in den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen ausgebildet hat, wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Dies feiert die Institution mit einer Jubiläumsveranstaltung am Samstag, 8. Dezember 2018,  ab 16 Uhr in der Aula der Universität (hierfür sind alle Plätze ausgebucht).

Am gleichen Tag organisiert außerdem die Alumni-Vereinigung Amicale von 13 bis 14.30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Titel „Quo vadis Übersetzen – Mensch und Maschine?“ (Campus, Gebäude A2 2, Konferenzsaal 1.20). Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Bereich Translation wurde 1948 – also im gleichen Jahr wie die Universität – als „Saarbrücker Dolmetscherinstitut“ gegründet. Während zunächst nur die Fächer Englisch und Französisch angeboten wurden, kamen nach und nach weitere Sprachen hinzu. Zudem konnten hier ab Mitte der 1950er Jahre auch Simultandolmetscher ausgebildet werden. 1967 erfolgte die Umbenennung in „Institut für Übersetzen und Dolmetschen“. Ein neuer Schwerpunkt entstand 1974 ergänzend zum sprach- und übersetzungswissenschaftlichen Lehrangebot: die Sprachdatenverarbeitung und das Maschinelle Übersetzen.

Mit der Neukonzeption des Studiums im Zuge der Bologna-Reform 1998 wurden zwei neue Studiengänge geschaffen: der Bachelor „Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Translation“ und der Master „Translationswissenschaft“. Aus Spargründen musste damals die Dolmetscher-Ausbildung eingestellt werden.

Die heutige Fachrichtung „Sprachwissenschaft und Sprachtechnologie“ entstand im Jahr 2016 durch Fusion mit der „Computerlinguistik und Phonetik“. Neben der Computerlinguistik, die an der Schnittstelle zwischen Sprachwissenschaft und Informatik angesiedelt ist, gibt es auch heute Studiengänge, in deren Rahmen man Übersetzen studieren kann: Im Bachelor „Language Science“ erhalten die Studierenden ein breites sprachwissenschaftliches Grundwissen und können sich in den Bereichen Sprachverarbeitung, Phonetik, Europäische Sprachen oder Translation spezialisieren. Der Master „Translation Science and Technology“ vermittelt fundierte Übersetzungs-Kompetenzen sowie eine sprachwissenschaftliche und sprachtechnologische Ausbildung.

Seit den 1970er Jahren war die Fachrichtung auch in der Forschung aktiv, etwa im Sonderforschungsbereich „Elektronische Sprachforschung“. Die translationsorientierte Sprachtechnologie wird heute durch die Professur von Josef van Genabith in methodisch aktueller Profilierung repräsentiert. Später waren die Sprachwissenschaftler in verschiedene Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union eingebunden. Die Themenpalette reichte von geisteswissenschaftlichen Forschungsvorhaben bis zu sprachtechnologischen Fragestellungen.

Seit 2014 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Sonderforschungsbereich „Information Density and Linguistic Encoding“ von Elke Teich, Professorin für Englische Sprach- und Übersetzungswissenschaft. Dabei analysieren die Saarbrücker Linguisten die unterschiedliche Informationsdichte von sprachlichen Äußerungen. Die Erkenntnisse sollen unter anderem dabei helfen, die maschinelle Verarbeitung von Sprache zu verbessern. 2018 erhielt das Forschungsvorhaben die Bewilligung für eine zweite Förderphase bis 2022.

Zum 70-jährigen Geburtstag findet in der Aula der Universität eine Jubiläumsveranstaltung statt, für die es allerdings keine freien Plätze mehr gibt. Das Programm finden Sie hier.

Außerdem organisiert die Alumni-Vereinigung Amicale unter dem Titel „Quo vadis Übersetzen – Mensch und Maschine?“ um 13 Uhr in Gebäude A2 2 (Konferenzsaal 1.20) eine öffentliche Podiumsdiskussion. Dabei berichten berufserfahrene Absolventen der Fachrichtung darüber, wie die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in der übersetzerischen Praxis funktioniert, welche Chancen und Risiken die neuen Technologien bergen und wie die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an den Übersetzerberuf aussehen. Diskussionsteilnehmer sind: Katja Dittus (Übersetzungsmanagement Villeroy & Boch), Ilona Wallberg (beo; Unternehmen für mehrsprachige Technische Dokumentation und Übersetzungsdienstleistungen), Falko Schäfer (Daimler), Tobias Hinzpeter (Europäische Zentralbank), Anja Hein (Auswärtiges Amt) und Christa Schuh (Freiberufliche Übersetzerin). Eine Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht erforderlich.

Eine Präsentation in Gebäude A2 2 informiert zudem über die derzeitigen Schwerpunkte in Forschung und Lehre.


Kontakt:
Fachrichtung Sprachwissenschaft und Sprachtechnologie

Univ.-Prof. Dr. Erich Steiner
Tel.: +49 (681) 302-4482 oder 302-2501
E-Mail: e.steiner@mx.uni-saarland.de

oder:

Dr. Andrea Kamm    
Tel.: +49 (681) 302-4586
E-Mail: a.kamm@mx.uni-saarland.de
https://www.uni-saarland.de/fachrichtung/lst/start.html