Mittwoch, 05. Juni 2019

85. Geburtstag von Universitätsprofessor Bernd Lindemann

Prof. Dr. Bernd Lindemann. Foto: Saar-Uni

Am 10. Juni 2019 kann der Professor für Physiologie an der Universität des Saarlandes, Dr. Bernd Lindemann, in Homburg seinen 85. Geburtstag begehen.

In Essen geboren, studierte der Jubilar Medizin in Hamburg, Tübingen und München und wurde mit einer am Physiologischen Institut der Universität Hamburg erarbeiteten Dissertation promoviert. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston bei Prof. Arthur K. Solomon wirkte er in Frankfurt am universitären Physiologisch-Chemischen Institut und wechselte dann im März 1965 als Assistent an das von Prof. Hermann Passow geleitete II. Physiologische Institut der Universität des Saarlandes in Homburg. Hier habilitierte sich Bernd Lindemann 1968 im Fach Physiologie an der Medizinischen Fakultät und wurde 1969 zum Dozenten und 1970 zum Abteilungsvorsteher „Membranforschung an Epithelien“ sowie zunächst zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Nachdem der Sonderforschungsbereich 38 „Membranforschung“ durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Robert Stämpfli gegründet worden war, leitete er dort als Forschungsprofessor der Deutschen Forschungsgemeinschaft über viele Jahre verschiedene Teilprojekte. Seit 1980 war er stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs, eine Aufgabe, die er auch beim folgenden Sonderforschungsbereich 246 weiterführte, wo er von 1991 bis 1993 das Sprecheramt innehatte. Außerdem fungierte er zwischen 1990 und 1992 als stellvertretender Prodekan des Fachbereichs „Theoretische Medizin“.

Neben dem Ionentransport durch Zellmembranen wurde die Physiologie des Geschmacksinnes nun der thematische Schwerpunkt von Prof. Lindemann. Die Publikation „Taste Reception“ in den „Physiological Reviews“ 1996 wurde seine meistzitierte Arbeit. Innerhalb von zehn Jahren warb er insgesamt 2,3 Millionen D-Mark an Drittmitteln ein, weit mehr als sein universitäres Budget betrug. Seine Mitarbeiter waren überwiegend Stipendiaten aus USA, Indien, Japan und anderen Ländern.

Zum Ende des Sommersemesters 1998 trat Prof. Lindemann in den Ruhestand, um mit Drittmitteln noch mehrere Jahre weiterzuforschen und einen halbjährigen Aufenthalt an der Kyushu-Universität in Japan anzutreten. Sein wissenschaftliches Oeuvre umfasst 125 Veröffentlichungen zu physiologischen Themen, darunter acht Beiträge in „Science and Nature“.

Der Jubilar schrieb auch Romane und Erzählungen, darunter „Museumsgeschichten“ und andere, die er in Lesungen bekannt machte. Zusammen mit Prof. A. Edelzwicker hat er 2002 den invoco-verlag (www.invoco-verlag.de) gegründet. Gegenwärtig beschäftigt er sich mit philosophischen Aspekten der Physiologie.

Weitere Informationen erteilt:

Dr. Wolfgang Müller
Archiv der Universität des Saarlandes
Telefon: 0681 302-2699
E-Mail: w.mueller@univw.uni-saarland.de