Freitag, 26. Juli 2019

Ehemaliger Universitätspräsident Professor Günther Hönn wird 80 Jahre alt

Prof. Dr. Günther Hönn war von 1992 bis 2000 Präsident der Universität. Foto: Saar-Uni

Am 7. August kann der ehemalige Präsident der Universität des Saarlandes und Professor für Bürgerliches Recht, Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht Dr. Günther Hönn seinen 80. Geburtstag begehen.

In Jena geboren, nahm Günther Hönn nach dem Abitur in Darmstadt 1959 das Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Frankfurt/Main, Wien und Freiburg auf, das er mit der Referendarausbildung und der zeitweisen Verwaltung einer Assistentenstelle an der Technischen Hochschule Darmstadt abschloss. Nach der Promotion an der Universität Frankfurt 1969 mit einer von Prof. Dr. Heinrich Kronstein betreuten Dissertation über „Die Anwendbarkeit des Art. 86 EWG-Vertrag bei Kartellen und vertikalen Wettbewerbsbeschränkungen“ folgte eine Tätigkeit als Wirtschaftsjurist und Leiter der Rechtsabteilung der Lever-Sunlicht GmbH in Hamburg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Hochschulassistent wechselte der Jubilar im April 1973 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und habilitierte sich 1980 unter der Ägide von Prof. Dr. Alfons Kraft mit seiner Studie „Kompensation gestörter Vertragsparität. Ein Beitrag zum inneren System des Vertragsrechts“. Eine Professur an der Freien Universität Berlin war die nächste Station seiner wissenschaftlichen Laufbahn, ehe er im Oktober 1984 die Nachfolge von Prof. Dr. Fritz Brecher auf dem Saarbrücker Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht antrat.

1991/1992 agierte Prof. Hönn als Vizepräsident für Lehre und Studium. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Prof. Dr. Richard Johannes Meiser wählte ihn das Konzil 1992 zu dessen Nachfolger als Universitätspräsident. Seine bis zum Jahr 2000 dauernde Amtszeit war geprägt durch schwierige Struktur- und Spardebatten im Spannungsfeld zwischen universitärer Autonomie und knappen finanziellen Ressourcen. Unter diesen Vorzeichen erfolgte auch am 11. Juli 1996 die größte Demonstration der Universitätsgeschichte gegen die Sparpolitik der Landesregierung unter dem Motto „Eine Universität braucht ein Land“; diese erbrachte eine breite Solidarisierung mit der Universität und eine Reduktion der „zuvor diskutierten abenteuerlichen Einsparungen“.

Während Prof. Hönns Präsidentschaft erfolgte aber auch der weitere universitäre Ausbau auf dem Campus mit den Neubauten der Informatik, des Science Park oder des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, die Eröffnung des Frankreichzentrums und des Sprachenzentrums sowie weiterer Starterzentren in Saarbrücken und Homburg. Außerdem wurde die Kooperation der Universität des Saarlandes mit anderen Hochschulen auf regionaler und internationaler Ebene vertieft.

Nach der Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Prof. Dr. Margret Wintermantel kehrte Prof. Dr. Hönn auf seinen Lehrstuhl zurück und arbeitete über seinen Eintritt in den Ruhestand Ende September 2004 hinaus weiter in seinem Fachgebiet. Er hat in mehreren Auflagen Fallsammlungen und Studienbücher zum „Wettbewerbs- und Kartellrecht“ veröffentlicht und an Kommentaren zum Bürgerlichen Gesetzbuch mitgewirkt. Auch heute ist er noch im Rahmen des gemeinsamen Master-Fernstudiums „Wirtschaftsrecht für die Unternehmenspraxis“ mit der Technischen Universität Kaiserslautern tätig.

Weitere Informationen erteilt:
Dr. Wolfgang Müller
Archiv der Universität des Saarlandes
E-Mail: w.mueller@univw.uni-saarland.de
Telefon: 0681 302-2699

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