Mutterschutz für Beschäftigte

Liebe Kolleginnen, 

an dieser Stelle werden Sie nützliche Erstinformationen, die sukzessive ergänzt werden. Bei Fragen wenden Sie sich einfach an uns: familie@uni-saarland.de. 

Wichtige Regelungen im Überblick

Den vollständigen Gesetzestext finden Sie auf unserer Seite Mutterschutzgesetz

Eine Auswahl wichtiger Regelungen haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

1. Gemäß dem Mutterschutzgesetz unterliegen Schwangere einem Kündigungsverbot, beginnend mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft bis 4 Monate nach der Geburt des Kindes. Ihr eigenes Recht auf Kündigung bleibt davon unberührt. Nach dem Ende des Mutterschutzes hat eine Beschäftigte das Anrecht auf eine Rückkehr in ihre ehemalige oder eine vergleichbare Position. Alternativ kann sie Elternzeit in Anspruch nehmen (dies ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich).  

2. Die Arbeitgeberin ist verpflichtet, eine sichere und gesundheitlich unbedenkliche Arbeitsumgebung für Schwangere oder stillende Mütter zu  gewährleisten. Dies bedeutet eine Beschränkung der Arbeitszeit auf 8,5 Stunden pro Tag bzw. maximal 90 Stunden innerhalb von zwei Wochen. Arbeiten zwischen 20 Uhr und 6 Uhr sind nicht gestattet. Ausnahmen hiervon sind möglich bei weiblichen Beschäftigten, die in Krankenhäusern, Restaurants, Hotels usw. tätig sind. 

3. Die Arbeitgeberin muss geeignete Räume zum Stillen zur Verfügung stellen. Stillzeit muss auch während der Arbeitszeit unabhängig von Pausenzeiten gewährt werden.

4. Falls die Arbeitssituation den Umgang mit Gefahrenstoffen mit sich bringt oder die Arbeitsumgebung an sich gesundheitsgefährdend sein kann, muss die Arbeitgeberin die Situation auf ihr Gefahrenpotenzial hin beurteilen und der Schwangeren oder stillenden Mutter gegebenenfalls einen Alternativarbeitsplatz geben. 

Die Gefährungsbeurteilung wird an der UdS in der Regel von der/dem Vorgesetzten übernommen.

5. Seit 2018 gelten die Mutterschutzregelungen auch für Studentinnen

Schwangerschaft mitteilen

Da mit dem Status als schwangere Beschäftigte wichtige Schutzmaßnahmen und Rechte verbunden sind, sollten Sie mit einer Meldung Ihrer Schwangerschaft nicht warten, denn die Regelungen greifen erst dann, wenn die Arbeitgeberin informiert ist. Diese Benachrichtigung kann formlos erfolgen; an der UdS zum Beispiel durch eine Mail an die Personalabteilung (zuständige*r Sachbearbeiter*in). 

Eine Mitteilung nur an den/die direkte*n Vorgesetzte*n genügt hier nicht. Allerdings sollte er/sie von Ihnen auch informiert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Broschüre "So sag ich's meinen Vorgesetzten" des Bundesfamilienministeriums, die Sie in unserem Download-Bereich finden. 

Eine sehr informative Broschüre der Arbeitskammer des Saarlandes zum Thema Mutterschutz können Sie im Rahmen unserer Beratung erhalten. Die Arbeitskammer bietet insbesondere bei detaillierten Fragen eine Beratung an, die für ihre Mitglieder kostenlos ist.  

Finanzielle Unterstützung

Während der Mutterschutzzeit erhalten Beschäftigte den sogenannten Mutterschutzlohn. Dieser entspricht Höhe ihres Gehaltes, setzt sich jedoch aus einer Zahlung der Krankenkasse und der Arbeitgeberin zusammen. Dies gilt auch, wenn sie bereits vor Beginn der Mutterschutzfristen auf ärztliche Anweisung hin nicht mehr arbeiten durften. 

Dauer der Mutterschutzfristen

Die Mutterschutzzeit beginnt regulär 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen danach; bei Mehrlingsgeburten sind es 12 Wochen. Der gleiche Zeitraum gilt bei Kindern mit Behinderung, allerdings muss hier die verlängerte Schutzzeit nach der Geburt beantragt werden. Zur Berechnung der Mutterschutzzeit bieten viele Krankenkassen Online-Rechner an. Für weitere Details verweisen wir auf unsere Beratung oder die auf unseren Seiten zur Verfügung gestellten Materialien. 

Während der Mutterschutzzeit besteht für Arbeitnehmerinnen ein absolutes Beschäftigungsverbot. Eine Ausnahme ist lediglich während der Sechs-Wochen-Frist vor der Geburt möglich, jedoch nur, wenn die Schwangere freiwillig, aber jederzeit widerrufbar und ausdrücklich erklärt, dass sie weiterarbeiten will. Ein solches Vorgehen sollte dringend mit der Ärztin/dem Arzt abgesprochen sein. 

Erklärvideo zum Mutterschutz

Hier geht es zu einem Video des Bundesfamilienministeriums: 

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/mediathek/der-mutterschutz--was-fuer-arbeitnehmerinnen-wichtig-ist/120922