Atelier Bordertexturen

Öffentliche Vortragsreihe "Atelier Bordertexturen" – Theorien und Methoden in den kulturwissenschaftlichen Border Studies


Das Atelier Bordertexturen versammelt theoretisch-methodisch orientierte Vorträge von WissenschaftlerInnen, die sich konzeptuell mit der Untersuchung von Grenzen und Grenzräumen und deren kulturellen Darstellungen auseinandersetzen. Sie geben interdisziplinäre Einblicke in Herangehensweisen und erläutern exemplarisch die mit Bordertexturen verknüpfte Fragestellungen und arbeiten disziplinäre Bezüge sowie interdisziplinäre Verbindungen heraus. Die Vortragsreihe versteht sich als Werkstatt für die explorative Erkundung von möglichen Ansätzen in den kulturwissenschaftlichen Border Studies und hilft, (Re-)Produktionsprozesse sowie verschiedene (Re-)Repräsentationsformen von Grenzen und Grenzräumen weitgreifender zu erfassen und zu verstehen.

Ausführliche Beschreibung (pdf)

Programm Atelier Bordertexturen

26. Juni 2019

Border Aesthetics: Visibility and Invisibility at the US-Mexico Divide (Vortrag in englischer Sprache, Border Aesthetics: (Un-)Sichtbarkeit an der U.S.-mexikanischen Grenze)


Markus Heide (Universität Uppsala)
26. Juni 2019, 16.00-17.30 Uhr
Universität des Saarlandes, Campus, Geb. A5 3, Raum 203

In den 1980er und 1990er Jahren legten Künstler*innen und Autor*innen wie Gloria Anzaldúa und Guillermo Gómez-Peña, die sich mit dem auseinandersetzten, was heute als Border Art bezeichnet wird, einen starken Fokus auf Formen der kulturellen Verschmelzung und Vermischung sowie auf liberalisierende Konzepte der De-Kategorisierung. Einige dieser Künstler*innen und Autor*innen unterstrichen das utopische Potential von Grenzräumen. Ihre literarische und künstlerische Arbeit hat zu einer Theoretisierung verschiedener Formen der Vermischung beigetragen. Ihre Border Art inspirierte post-koloniale Konzepte der Hybridität, der Metissage und der Mestiziaje. Auf diese Phase folgend wurde das Thema der Überwachung in den 1990er Jahren und besonders nach 9/11 zu einem Schwerpunkt in der Kunst, der Grenzparadigmen kritisch analysierte. In letzter Zeit hat sich der Fokus der Border Art Fragestellungen bezüglich Gewalt zugewandt: Drogengewalt, Feminizide, Immigration, aber auch strukturelle Gewalt, die Definitionskriterien hervorgebracht, wer eine Grenze überqueren darf und wer nicht. Der Vortrag setzt sich mit Schnittstellen zwischen Politik und Ästhetik im heutigen U.S.-mexikanischen Grenzgebiet auseinandersetzen.

Markus Heide ist Associate Professor am Swedish Institute for North-American Studies der Universität Uppsala. Seine aktuellen Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf inter-amerikanische Beziehungen (USA, Kanada, Mexiko) und die Grenze zwischen den USA und Mexiko. In diesem Kontext gab er gemeinsam mit anderen Forscher*innen Hemispheric Encounters: The Early United States in Transnational Perspective (2015) heraus und veröffentlichte akademische Beiträge zu den Themen „border film“, „border art“ und „narcocorridors“ in den USA und Europa. In den Jahren 2017 und 2018 war Markus Heide Gastdozent am Center for Iberian and Latin American Studies an der University of California in San Diego, wo er Forschungsarbeiten und Feldstudien zum Thema „The US-Mexico Borderlands as Contested Space: Film, Art, and Popular Culture“ durchführte.

6. Dezember 2018

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Globalized Borders: An Archaeology of Border Theory, Border Poetics and Border Aesthetics (Vortrag in englischer Sprache, Globalisierte Grenzen: Eine Archeologie von Border Theorie, Border Poetik und Border Ästhetik)


Johan Schimanski (Universität Oslo & Universität Eastern Finland)
6. Dezember 2018, 15.30-17.00 Uhr
Campus Belval, Maison du Savoir, salle 4.510

Border Theory, Border Poetics und Border Aesthetics sind theoretische Formationsprozesse, die den Zwischenraum zwischen Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Border Studies vor dem Hintergrund des Poststrukturalismus, des Postkolonialismus und der Chicana/o Studien einnehmen. In diesem Vortrag werde ich eine geschichtliche Entwicklung der theoretischen Anliegen, Konzepte und interdisziplinären Verpflichtungen nachzeichnen, die sich in diesen Herangehensweisen an Grenzen entwickelt haben. Was kann uns eine solche geschichtliche Entwicklung über mögliche zukünftige Entwicklungen in der Erforschung von Grenzen und Kultur voraussagen, in einer Welt, in der Grenzen zunehmend globalisiert werden, so wie in der jüngsten Entstehung des Konzepts der Bordertexturen?

Johan Schimanski ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Oslo und Research Head im dortigen Department of Literature, Area Studies and European Languages. Zudem ist er an der Universität Ostfinnland als Professor für kulturelle Begegnungen tätig. Aktuelle Publikationen umfassen unter anderem den Sammelband Border Aesthetics: Concepts and Intersections (2017). Die deutsche Übersetzung seines Buches zum Thema Border Theory wird 2019 in Deutschland erscheinen.

13. Juni 2018

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Migrierende Grenzen und Zeitverschiebungen: Zum Zusammenhang von Temporalitäten und Grenzüberquerungen in Europa
Dr. Carolin Leutloff-Grandits
(
Europa Universität Viadrina in Frankfurt / Oder)

13. Juni 2018, 16.00-17.30 Uhr
Gebäude B 3.1, Sitzungssaal 011
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken

Grenzüberquerungen beinhalten nicht nur den Wechsel eines Ortes, sondern haben auch eine zeitliche Dimension. Darauf fokussiert der Vortrag und fragt, wie durch „Grenztemporalitäten“ Grenzen konstituiert werden. Dies basiert auf der Annahme, dass jeder Raum und jeder Grenze eines Raumes sowohl durch seine Territorialität als auch durch Zeit definiert ist: Raum und Zeit finden sich in räumlichen Praktiken, Erinnerungen und Narrativen wie auch in den Hoffnungen und Ängsten wieder, welche die Geschichte einer imaginierten Gemeinschaft an ein gegebenes Territorium knüpfen. Der Vortrag möchte sich solchen Grenztemporalitäten zuerst aus theoretischer Perspektive annähern, um sie dann in Bezug auf Flucht und Migration explorativ zu erörtern.Carolin Leutloff-Grandits (Dr.) ist Sozialanthropologin und forscht zu Migration, Familie, sozialer Sicherheit und der Bedeutung von Grenzen. Nach ihrem Doktorat am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale war sie an der Universität Graz tätig und hat u.a. an der Universität Wien gelehrt. Seit 2018 ist sie wiss. Koordinatorin des Viadrina Centers B/ORDERS IN MOTION an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

22. Februar 2018

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Infrastrukturen der Grenze
Hannes Krämer (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)

22. Februar 2018
15.30-17.00 Uhr
Universität Luxemburg
Campus Belval | Maison du Savoir
| salle 3.120

Grenzen existieren nicht von sich aus, sondern bedürfen materieller und symbolischer Hervorbringungen. Sie sind dabei auf Infrastrukturen angewiesen, also auf die wirkmächtigen, häufig unsichtbaren Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als eine Art "Substrat" eine Basis für soziale Prozesse darstellen. Grenzen als infrastrukturelle Gebilde zu fassen, eröffnet sowohl einen Zugang zu einzelnen Dimensionen der vielfältigen Grenzziehungsprozesse als auch eine Beschreibung der Relationalität von Grenzdimensionen. Der Vortrag rekonstruiert das Potenzial des Infrastrukturbegriffs für die Analyse von border- sowie boundary-Prozessen und zeigt die praxeologische Reformulierung eines solchen Grenzverständnisses.

Dr. Hannes Krämer ist wiss. Koordinator "Grenzforschung" und Leiter der Forschungsgruppe "Border & Boundary Studies" am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION. Er hat Sozial- und Kommunikationswissenschaften studiert und wurde mit einer Ethnografie der Kreativarbeit promoviert. Seine Arbeitsgebiete sind Grenzforschung, Praxistheorien, Arbeits- und Organisationsforschung, Mobilitätsstudien und Zeitforschung.

7 June 2017

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The Work of Global Border Writing
Claudia Sadowski-Smith (Arizona State University)

June 7, 2017
4-6 p.m.
Saarland University, Campus,
Building C 5 3, room 119

This presentation places US-Mexico border theory in the larger context of global discourses about contemporary 
human border crossings. Dr. Sadowski-Smith will discuss how a growing body of writing about bordercrossings to the United States and the European Union complicates the prevailing focus in American Studies on the relationship of a particular population to a specific geographical border.