Aux frontières de l’autre : un pas de plus (ou un pas de trop ?) vers le cliché

Sektionsleitung: Dr. Marc Blancher (Tübingen), Dr. Kathleen Plötner (Potsdam)

Sektionsbeschreibung

Der Begriff 'Klischee' wird üblicherweise negativ gebraucht und bezeichnet die Zusammenfassung und Hervorhebung generalisierter Merkmale und Verhaltensweisen (Stereotype) in Bezug auf eine Personengruppe, die in der Realität nicht haltbar sind. Äußere Charakteristika und vor allem "typische" Verhaltensweisen werden zur Erschaffung von Klischees verwendet. Klischees und Stereotype sind in einer gegebenen Gemeinschaft weit verbreitet (vgl. Pümpel-Mader 2010; Petersen & Six 2008; Hort 2007; Schapira 1999; Quasthoff 1998). Ein Beispiel par excellence bilden Karikaturen, in denen der Karikaturist bewusst auf Stereotype und Klischees zurückgreift oder aber neue Stereotype und Klischees durch die Vereinfachung der komplexen gesellschaftlichen Wirklichkeit und mit Hilfe der Hervorhebung bestimmter Merkmale, die den Menschen oder die Gruppe auszuzeichnen scheinen, erschafft.

Die Abgrenzung zu anderen Gruppen bildet die Grundlage der Konstruierung von Klischees. Klischees und Stereotype werden allerdings nicht nur über "Andere", sondern auch im Rahmen der Selbstwahrnehmung - hier insbesondere hinsichtlich der eigenen Nationalität - erschaffen (vgl. Tsvetkov 2014 [2012]; Berting & Villain- Gandossi 1995: 16-17). Nicht nur in Karikaturen, sondern auch in Filmen, Theaterstücken, in der Literatur, in Comics und in Musiktexten wird mit Klischees gearbeitet. Große Erfolge konnte das Klischee in den letzten Jahren beispielsweise mit den Komödien Bienvenue chez les Ch'tis (2008), Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu ? (2014) und La Famille Bélier (2014) feiern. Die Frage, die sich u.a. in diesem Zusammenhang stellt, ist die nach der Grenze zwischen Klischee und Stereotyp. Welche Klischees fördern die Bildung von Stereotypen bzw. welche Stereotype fördern die Bildung von Klischees und wo verlaufen die Grenzen zwischen den beiden genannten Begriffen?

Im Rahmen der Sektion interessieren uns - neben der Beschreibung und Analyse bereits vorhandener Klischees (und Stereotype) in Deutschland und Frankreich - insbesondere deren Funktion und möglicher Nutzen für den FSU. Klischees und Stereotype können den Blick auf die andere Kultur stören, sie müssen jedoch nicht ausschließlich als negativ bewertet werden. Sie dienen auch der Orientierung, der Identitätsfindung sowie der Entdeckung des Auslandes und des Anderen. Sie geben Anlass zur Auseinandersetzung mit den eigenen Ansichten und Vorstellungen, d.h. den inneren mentalen Grenzen, und können so ein wichtiges Mittel zur Meinungsbildung und Demokratieerziehung im Unterricht sein.

Zu folgenden Fragen können Vorschläge eingereicht werden:

− Welche sprachlichen und / oder bildlichen Klischees sind in aktuellen französischen und deutschen Medien vertreten? Gibt es hier Gemeinsamkeiten / Unterschiede?
− Wie werden in Frankreich / in Deutschland Minderheiten in Film, Presse, Literatur dargestellt?
− Welche Funktionen haben die Erschaffung und Aufrechterhaltung von Klischees? − Welche linguistischen Mittel werden in unterschiedlichen Medien zur Erschaffung von Klischees und Stereotypen genutzt?
− Wie können Klischees zur Auseinandersetzung mit "Fremdartigkeit" im FSU beitragen bzw. genutzt werden?
− Gibt es in den Lehrbüchern Anregungen oder konkrete Aufgaben, die die Auseinandersetzung mit "Fremdartigkeit" fördern?
− Wie werden Franzosen und Deutsche in deutschen Französischlehrbüchern oder in französischen Deutschlehrbüchern dargestellt?
− Welche Wirkung hat die Darstellung von Klischees auf SuS?
− Welche Aushandlungsprozesse zwischen dem Selbst und dem Anderen können in der Mittel- und Oberstufe im FSU angeregt werden?

 

Eine detaillierte Sektionsbeschreibung inklusive Vorträge finden Sie hier. (Stand: 22.09.16)

Den Zeitplan der Sektion können Sie unter diesem Link herunterladen.

Aktuelles


 

Hinweis: Letzte Neuigkeiten, wie beispielsweise Änderungen im Zeitplan der einzelnen Sektionen, finden Sie unter "Praktische Informationen".

 

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