Sprache und digitale Medien: Grenzbeziehungen und Brückenschläge von Sprache zwischen digitalem und analogem Raum

Sektionsleitung: Prof. Dr. Nadine Rentel (Zwickau), Dr. Tilman Schröder (Augsburg)

Sektionsbeschreibung

Die rasante Entwicklung und Ausdifferenzierung der Kommunikations-möglichkeiten in den Neuen Medien hat einerseits zur Herausbildung neuer und zum Wandel etablierter kommunikativer Praktiken geführt, andererseits ganz konkret Veränderungsprozesse von Sprache angestoßen, die sich durch die spezifischen Rahmenbedingungen erklären lassen, durch die die Kommunikation im digitalen Raum gekennzeichnet ist. Neben diesen Entwicklungen, die auf der Diskurs- bzw. der sprachlichen Ebene anzusiedeln sind, lässt sich das Phänomen beobachten, dass sich die Grenze zwischen privater und öffentlicher Kommunikation in den Neuen Medien als weniger trennscharf darstellt als im analogen Kommunikationsraum. Zudem entstehen in der Folge des Verschiebens der Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit neue Handlungsspielräume in der Kommunikation, wenn beispielsweise im Rahmen der Konfliktkommunikation Dissens ausgehandelt werden muss. Trotz (oder gerade wegen) dieser vielfältigen Entwicklungsprozesse stehen digitale und analoge Kommunikationsräume in einer engen Interdependenzbeziehung, da beispielsweise neue kommunikative Praktiken, die in den Neuen Medien verbreitet sind, Eingang in die traditionellen Textgattungen finden und tradierte Konventionen beeinflussen. Andererseits greifen Kommunikationsvorgänge in den Neuen Medien auf Prinzipien der analogen Kommunikation zurück und passen die Textgestaltung an die jeweiligen funktionalen Bedürfnisse an.

Trotz der beschriebenen Entwicklungsprozesse und empirischen Befunde ist für die wissenschaftliche Beschreibung der Kommunikation in den Neuen Medien für das Französische ein sowohl theoretisch-methodischer als auch empirischer Forschungsbedarf zu konstatieren. Ungeachtet der Tatsache, dass nicht nur die Nutzung von Kommunikationsangeboten im Bereich der Sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram, etc.) immer weiter zunimmt, sondern dass regelmäßig neue Anwendungen hinzukommen, fehlen sprachwissen-schaftliche Systematisierungen, die es erlauben, die unterschiedlichen Angebote voneinander abzugrenzen bzw. eine Binnendifferenzierung vorzunehmen. Eine weitere Forschungslücke betrifft die Tatsache, dass der Großteil der bislang durchgeführten Studien zu Charakteristika der Kommunikation in den Neuen Medien nicht auf größeren Datensammlungen basiert. Zudem sind sprach- und kulturkontrastiv angelegte Studien für das Französische weitgehend ein Desiderat.

Folgende Fragestellungen und Themenbereiche sollen im Rahmen der Sektionsarbeit vertieft behandelt werden (die Liste versteht sich als Auswahl bzw. Anregung und kann durch weitere Problemstellungen ergänzt werden):

− Veränderung von Sprache in den Neuen Medien
− Herausbildung und Veränderung kommunikativer Praktiken
− Rückwirkungen des digitalen Diskursraums auf Höflichkeitskonventionen
− Veränderung des Konzepts von Öffentlichkeit durch digitale Medien; Verschieben der Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit; vermehrtes kommunikatives Aushandeln von Konflikten bzw. Dissens in der öffentlichen Kommunikation, höherer Grad an Partizipation in Web 2.0-Applikationen (= Entstehen neuer Handlungsspielräume) (z.B. Kundenbeschwerden auf Facebook)
− Modifikation traditioneller Textgattungen durch digitale Kommunikation; Entstehung neuer Textsorten im digitalen Raum; Wechselbeziehungen zwischen digitalen und analogen Diskursräumen

Erwünscht sind sowohl Beiträge zu empirischen Medientextanalysen (über den französischen Sprach- und Kulturraum hinausgehend auch gerne kontrastiv Deutsch- Französisch ausgerichtet) als auch Vortragsangebote, die die theoretische Dimension der medienlinguistischen Diskussion voranbringen.

 

Eine detaillierte Sektionsbeschreibung inklusive Vorträge finden Sie hier. (Stand: 22.09.16)

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Aktuelles


 

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