Kurzinformation zum Mainzer Akademieprojekt

 

Zielsetzung des Lessico Etimologico Italiano (LEI) sind die Dokumentation und die historische Analyse des gesamten italienischen Wortschatzes von den Anfängen bis heute. Neben der italie­nischen Standardsprache finden dabei auch der Wortschatz der medizinischen, technischen und sonstigen Fachsprachen, die italienische Umgangssprache sowie die zahlreichen Dialekte Be­rücksichtigung. Mit dieser Konzeption leistet das LEI einen zentralen Beitrag zur Kenntnis der italienischen Sprachgeschichte und zur Wahrung der sich darin spiegelnden sprach- und kulturgeschichtlichen Traditionen.

Das LEI ist eines der Flaggschiffe der modernen Wörterbuchforschung, dessen Wirkung über den speziellen Bereich der Italianistik und der Romanistik bis weit in andere sprach- und gesell­schafts­wissenschaftliche Disziplinen hinein reicht. Als wissenschaftliches Großprojekt unterstreicht das LEI die Leistungsfähigkeit, die die geisteswissenschaftliche Grundlagenfor­schung in der Bundesrepublik Deutschland erreichen kann, wenn klar konturierte und effizient verfolgte Forschungsziele mit einer sachgerechten und konzertierten Förderung von Akademien, Ländern und Universitäten einhergehen.

Der Erfolg und die Bedeutung des LEI spiegeln sich unmittelbar in dem wissenschaftlichen Stellenwert, der dem Projekt über die Grenzen Deutschlands hinaus beigemessen wird. In Italien erscheint kaum eine Publikation zu Aspekten der italienischen Sprachgeschichte, in der das LEI nicht zitiert würde. In der lexikographischen Grundlagenforschung der italienischen Universitäten und der Accademia della Crusca, kommt dem LEI eine Position ersten Ranges zu. Den Herausgebern des LEI wurden bislang zahlreiche Ehrendoktorate durch italienische Universitä­ten verliehen. Ausschlaggebend für diesen wissenschaftlichen Rang sind die besondere Innovati­onskraft des Projekts, die dauerhaft hohe Qualität der Artikel sowie die langjährige grenzüber­schreitende Zusammenarbeit zwischen deutschen und italienischen Forschern.

Ein vergleichbares wissenschaftliches Projekt zur italienischen Sprachgeschichte gibt es weder innerhalb noch außerhalb Italiens. In Anbetracht der Größenordnung des LEI ist im Ge­gensatz zu Gebrauchswörterbüchern ein kurzfristiger Abschluss nicht möglich. Die bisherige Publikationsleistung und der beständige Publikationsrhythmus sind jedoch vorbildlich. Bislang sind über 100 Einzellieferungen erschienen, die zusammen 12 großformatige Bände bilden. Das technische Equipment wird stetig modernisiert. Die bislang publizierten Wortartikel des LEI bringen wichtige Erkenntnisfortschritte mit sich und bilden die maßgebliche Grundlage für die weitere Forschung. Für die Zukunftssicherung des Projekts ist schließlich die Tatsache von we­sentlicher Bedeutung, dass es dem Initiator und Spiritus rector des Projekts, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Max Pfister, gelungen ist, frühzeitig seine Nachfolge auf dem Saarbrücker Lehrstuhl und in der Projektleitung zu regeln. Die heutige gemeinsame Projektleitung mit Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schweickard ermöglicht es, den dynamischen und stetigen Publikationsrhythmus aufrecht zu erhalten.