Geförderte Projekte

Die Universitätsgesellschaft des Saarlandes unterstützt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten hervorragende Doktorarbeiten, fördert die Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen und internationalen Wettbewerben und vergibt nach Einzelfallprüfung Deutschlandstipendien. 

Sprachpflege in Deutschland und Frankreich – Druckkostenzuschuss für die Dissertation von Vera Neusius

Bemühungen um den Erhalt und den Ausbau der Sprache stehen in Deutschland und Frankreich in einer langen Tradition. Aktivitäten eines dabei in der Regel bewertenden Sprechens über Sprache haben sich immer wieder an neue gesellschaftliche Dynamiken angepasst und sind in Programmen wie der Sprachpflege festgeschrieben. Die Studie führt die zentralen Tendenzen der historischen und aktuellen Sprachendiskussion beider Nationen im Rahmen eines dreidimensionalen Ansatzes zusammen, der Sprachpflege als öffentliches, historisches und ideologisches System beleuchtet. Ausgehend von einer breiten empirischen Dokumentation werden Positionen, Werturteile und Meinungen verschiedener gesellschaftlicher Akteure in Bezug auf die eigene und andere Sprachen sprachwissenschaftlich analysiert. Auf Grundlage der Bestandsaufnahme werden Wissenstransferprozesse im Laufe des sprachgeschichtlichen Wandels konturiert und kategoriale Einteilungen von sprachlichem Wissen zwischen Laien- und Expertentum kritisch hinterfragt.

 

Posterkongress der Fachrichtung Psychologie

Trotz der Corona-Pandemie konnte der Posterkongress der Fachrichtung Psychologie am 15.07.2020 in digitaler Form stattfinden. Studierende der Fachrichtung stellten hierbei die Ergebnisse ihres einjährigen Forschungspraktikums im Rahmen eines Onlinetermins vor. Die insgesamt 34 Poster befassten sich mit einem breiten Spektrum psychologischer Fragestellungen. Die besten Poster wurden von einer Kommission der Fachrichtung Psychologie mit Posterpreisen ausgezeichnet. Die Veranstaltung und die Preise wurden von der Universitätsgesellschaft des Saarlandes gefördert. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und den Preisträgern sowie ein Kongressband finden sich auf der Homepage des Chapter Psychologie (www.chapterpsychologie.de).

PostDoc Workshop 2020

Der Social Psychology PostDoc Workshop 2020 fand vom 12. bis zum 14. Februar 2020 an der Saar-Uni auf dem Campus Saarbrücken statt. Insgesamt 15 Postdoktoranden der Sozialpsychologie sowie vier betreuende Experten nahmen teil. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken Deutschlands und aus Österreich, die betreuenden Experten aus Deutschland (Dr. Anne Gast, Köln; Prof. Joachim Hüffmeier, Dortmund), Österreich (Prof. Katja Corcoran, Graz) und England (Ass. Prof. Julia Vogt, Reading). Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Vernetzung der Teilnehmer untereinander und mit den Experten. Die Fachgruppe Sozialpsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, die Universitätsgesellschaft sowie das Förderprogramm für promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (PROWIS) ermöglichten diesen Workshop durch ihre finanzielle Unterstützung.

 

 

Forschungsaufenthalt von Dr. Philip Hartz in Brisbane

Enzyme spielen in der industriellen Biotechnologie als sogenannte Biokatalysatoren eine fundamentale Rolle. Obwohl Enzyme ein breites Anwendungsspektrum besitzen, sind viele der natürlichen Varianten nicht stabil genug, um den harschen Reaktionsbedingungen industrieller Produktionsprozesse standzuhalten. Abhilfe verschafft ein innovatives computergestütztes Verfahren, das kürzlich an der „School of Chemistry and Molecular Sciences“ der Universität von Queensland in Brisbane (Australien) entwickelt wurde. Mit dessen Hilfe können frühe evolutionäre Vorläufervarianten von Enzymen generiert werden, die sich unter anderem durch erhöhte Hitzestabilitäten auszeichnen. Während seines Forschungsaufenthaltes in Brisbane konnte Herr Dr. Philip Hartz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biochemie, den Umgang mit der komplexen bioinformatischen Software dieses Verfahrens erlernen. Unterstützt wurde sein Forschungsaufenthalt durch die Beteiligung der Universitätsgesellschaft an den Reisekosten.

 

Innovative Werkstoffprüfung im Fokus von Industrie und Wissenschaft

Diesem Thema widmete sich das 10. Regionalforum Saar am 21. Januar 2020 in der Aula der Saar-Uni, welches von der Unigesellschaft gefördert wurde. Professor Christian Boller (Universität des Saarlandes) und Prof. Andreas Neidel (Siemens AG Berlin) bildeten das Vortragstandem. Die rund 100 Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft erhielten anschließend Gelegenheit, Studierende und Doktoranden der Universität des Saarlandes bei einer Posterpräsentation ihrer Abschlussarbeiten zu erleben und sich zu vernetzen. Alle Beiträge wurden mit einem von der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) gestifteten Poster-Preis ausgezeichnet. Jutta Luksch erhielt für ihr Poster die besten Bewertungen. Zum Rahmenprogramm gehörte außerdem eine Ausstellung der Firmen Olympus, Zeiss und Struers. Ein abschließendes Get-together rundete die Veranstaltung ab. Das nächste Regionalforum Saar wird am 26. Januar 2021 stattfinden. 

 

 

Türkisch-deutsches Kolloquium in Kaunos über Befestigungsbauten

Seit 2012 kooperieren die Klassischen Archäologien in Saarbrücken und in Ankara, um den wissenschaftlichen Austausch beider Länder zu intensivieren und die gemeinsame Ausbildung von Studentinnen und Studenten zu fördern. Mitte September 2019 fand eine zweite gemeinsame Tagung statt: Im Grabungshaus von Kaunos in der Türkei standen aktuelle Erkenntnisse zu Befestigungsbauten im westlichen Kleinasien im Fokus. Wie auch schon die erste Tagung 2014 förderte die Universitätsgesellschaft auch diese Konferenz.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Türkei, Deutschland, Österreich und den USA stellten ihre aktuellen Forschungen zu den Befestigungsbauten in Troja, Larisa am Hermos, Smyrna, Keçi Kalesi (bei Ephesus), Klazomenai, Priene, Milet, Euromos, Mylasa, Pedasa, Kaunos, Amastris und Gadara vor. „Die vorgetragenen Ergebnisse der bisherigen Fortifikationsforschung in den kleinasiatischen Landschaften Äolien, Ionien, Karien, Lykien und Pamphylien in unterschiedlichen Epochen haben dazu beigetragen, einerseits den erreichten Forschungsstand klar zu definieren, andererseits aber auch die Defizite der Forschung in den genannten Regionen deutlich auszuformulieren“, erklärt Altertumswissenschaftler Dr. Soner Özen von der Universität des Saarlandes.
Solcher Austausch ist für die Forschung von großer Bedeutung. So seien sich die Archäologinnen und Archäologen einig gewesen, dass Datierungen, die ohne entsprechende Grabungen ausschließlich auf der Analyse von Mauertechniken und -stilen beruhen, für die Forschung problematisch sind und oftmals zu fatalen Zirkelschlüssen führen. „Alle Teilnehmer befürworteten, dieser Tendenz, die sich vor allem im Bereich der Bauforschung beobachten lässt, künftig entschlossener entgegen zu wirken“, erklärt Özen.

 

Förderung der Kinderuni Saar

Die Kinderuni Saar ist ein außerschulischer Lernort der Universität des Saarlandes in Kooperation mit der Saarbrücker Zeitung. Verantwortlich für die inhaltliche Konzeption und Weiterentwicklung sowie die Organisation ist Prof. Dr. Markus Peschel, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik des Sachunterrichts. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, die die Kinderuni an drei bis vier Nachmittagen im Semester besuchen. ProfessorInnen halten im größten Hörsaal der Universität Vorlesungen rund um die Themen Mensch, Natur und Technik. Begleitend zur Vorlesung gibt es ein vielfältiges Mitmach-Angebot, bei dem die Kinder an Ständen der Schülerlabore experimentieren, einen personalisierten Button erstellen oder die Polizei und Feuerwehr kennenlernen können. Für das Wintersemester 2019/20 ist eine Vorlesungsreihe zum Thema „Fridays for Future“ geplant, das von WissenschaftlerInnen u.a. aus den Bereichen Naturwissenschaften und Philosophie erklärt wird. Die Universitätsgesellschaft des Saarlandes hat in diesem Jahr zum zweiten Mal das Referierendenessen finanziert, das zum Austausch zwischen allen Akteuren der Kinderuni dient.